Wirtschaftliche Situation Hoffnung auf Stabilisierung

Ein Überlandbus in Madagaskar

Ein Überlandbus in Madagaskar

Ein Überlandbus in Madagaskar

Als Madagaskar 1960 seine Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Frankreich erlangte, zählte der Inselstaat zu den Ländern mit mittlerem Einkommen. Ab 1972 richtete sich das Land sozialistisch aus, große Unternehmen wurden verstaatlicht. Madagaskar schottete sich gegen die westliche Welt ab und der wirtschaftliche und soziale Abstieg des Landes begann.

In den vergangenen fünf Jahren wecken langsam steigende wirtschaftliche Wachstumsraten die Hoffnung auf eine Stabilisierung der Lage. 2016 verzeichnete Madagaskar ein Wirtschaftswachstum von etwa 4,2 Prozent. Für 2018 rechnete der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einem Wachstum von 5,3 Prozent.

Die Wirtschaft Madagaskars wird vom Agrarsektor dominiert. Drei Viertel der Beschäftigten arbeiten dort, die Landwirtschaft trägt jedoch nur etwa ein Viertel zum Bruttoinlandsprodukt bei. Ein Großteil der Agrarflächen wird nur zur Selbstversorgung (Subsistenzwirtschaft) genutzt.

Große Probleme verursachen die Bodenerosion, die niedrige Produktivität der subsistenzorientierten Landwirtschaft sowie in Zukunft vermutlich auch die Folgen des Klimawandels. Konnte Madagaskar in den 1970er Jahren noch Reis exportieren, reichen die Erträge heute nicht mal mehr zur Versorgung der eigenen Bevölkerung aus. Die Vermarktung scheitert häufig schon an Transportproblemen: Die Straßen, vor allem in den ländlichen Gebieten, sind in einem sehr schlechtem Zustand. Ganze Regionen sind während der Regenzeit von Verkehrswegen und Kommunikationsnetzen abgeschnitten.

Auch die Energieversorgung muss dringend ausgebaut werden. Landesweit haben nur etwa 17 Prozent der Menschen einen Stromanschluss, auf dem Land sind es nur knapp elf Prozent. Zugleich wird der Staatshaushalt durch hohe Subventionen für den größten Stromversorger des Landes belastet. Die Regierung hat erste Schritte unternommen, um den Energiesektor zu reformieren.