Kran und Schiff im Containerhafen von Beirut, die Aufnahme entstand vor der Explosionskatastrophe am 4. August 2020

Wirtschaftliche Situation Wichtige Einnahmequellen sind ausgefallen

Bis zum Bürgerkrieg (1975 bis 1990) gehörte der Libanon zu den wichtigsten Handels- und Finanzzentren im Nahen Osten. Die Bankenmetropole Beirut diente als Bindeglied zwischen Europa und den Staaten am Persischen Golf.

Diese Stellung konnte das Land nach dem Krieg nicht mehr zurückgewinnen. Der Wiederaufbau wurde über Kredite finanziert – die Staatsverschuldung Libanons zählt heute zu den höchsten der Welt; der Libanon war im Frühjahr 2020 nicht in der Lage, fällig gewordene Staatsanleihen zurückzuzahlen.

Die Explosionskatastrophe im August 2020, die Covid-19-Pandemie und der Krieg in Syrien belasten die libanesische Wirtschaft schwer. Der Tourismus, eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes, ist ebenso eingebrochen wie der Export in die Golfstaaten, der größtenteils über Syrien abgewickelt wurde. Syrien war außerdem ein wichtiger Absatzmarkt für libanesische Produkte.

Das Land durchlebt die schwerste Wirtschafts-, Finanz- und Währungskrise seit Bürgerkriegsende.