Junge Menschen an einer Ampel in Pristina, Kosovo

Wirtschaftliche Situation Hohe Arbeitslosigkeit und schwache Infrastruktur

Kosovo war schon vor Ausbruch der Konflikte innerhalb Jugoslawiens eine strukturschwache Region – mit sehr hoher Analphabetenquote, fehlender Infrastruktur und großer Abhängigkeit von der landwirtschaftlichen Produktion.

Der Krieg traf die Provinz besonders hart; weite Teile wurden stark zerstört. Die traumatisierte Bevölkerung ist bis heute nur eingeschränkt in der Lage, unter diesen schwierigen Bedingungen ihren Alltag zu bewältigen.

Mit der staatlichen Unabhängigkeit wurde die Hoffnung auf eine Belebung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes verbunden. Diese Hoffnung hat sich bisher nicht erfüllt, Kosovo gehört weiterhin zu den ärmsten Ländern Europas.

Massive soziale und wirtschaftliche Probleme erschweren mehr als 20 Jahre nach Kriegsende noch immer den Wiederaufbau. Die hohe Arbeitslosigkeit von etwa 27 Prozent bei der Gesamtbevölkerung und mehr als 50 Prozent unter Jugendlichen bis 25 Jahren, die geringe Produktivität und die Abhängigkeit von Geldüberweisungen aus dem Ausland sind weitere Herausforderungen für den Staat.

Wichtige Teile der Infrastruktur Kosovos wurden zwar inzwischen erneuert oder wiederaufgebaut. Doch gehört zum Beispiel die unzureichende Energieversorgung weiterhin zu den drängenden Problemen des Landes. Obwohl in den vergangenen Jahren wirtschaftliche Wachstumsraten von durchschnittlich vier Prozent erzielt werden konnten, ist noch kein stabiler wirtschaftlicher Aufschwung zu verzeichnen. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes wird ein wesentlicher Faktor für eine friedliche und stabile Entwicklung Kosovos sein. Politische Machtkämpfe und fehlende wirtschaftliche Perspektiven haben weite Teile der Bevölkerung desillusioniert.