Soziale Situation Defizite im Bildungs- und Gesundheitswesen

Da Kosovo aufgrund der fehlenden Aner­ken­nung unter anderem von China und Russ­land bislang nicht den Verein­ten Nationen angehört, ist die Regie­rung auch keine formelle Ver­pflich­tung zur Er­fül­lung der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ein­gegan­gen. Sie hat jedoch erklärt, die glo­balen Ent­wick­lungs­ziele in ihrer künf­tigen Politik­gestal­tung zu berück­sich­tigen.

Schulamtsleiterin aus dem Kosovo spricht mit Schülerinnen.
Schulamtsleiterin aus dem Kosovo spricht mit Schülerinnen.

Kosovos größte Heraus­forde­rung bleibt die Be­kämp­fung von Armut und Massen­arbeits­losig­keit. Etwa ein Fünftel der Be­völ­ke­rung lebt unter der Armuts­gren­ze. Von extremer Armut sind vor allem Roma, Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Behin­derung sowie von Frauen geführte Haus­halte betroffen.

Die Bereit­stel­lung sozialer Dienst­leistun­gen durch den Staat weist Defizite auf, etwa im Bil­dungs- und Ge­sund­heits­wesen. Die Schulen sind schlecht aus­ge­stattet, die Qualität des Un­ter­richts ist mangel­haft, außer­dem ist das staat­liche Bil­dungs­wesen besonders anfällig für Kor­rup­tion. Die medi­zi­ni­sche Grund­versor­gung ist zwar kosten­los, Diag­nose­leistun­gen und Medi­ka­men­te müssen jedoch privat bezahlt werden. Eine all­ge­meine Kran­ken­versi­che­rung exis­tiert nicht. Die Säug­lings-, Kinder- und Mütter­sterb­lich­keit ist in Kosovo erheb­lich höher als in den um­liegen­den Regionen und im euro­päi­schen Durch­schnitt.

Derzeit leben schätzungs­weise 800.000 der 1,8 Millionen Koso­varin­nen und Koso­varen im Ausland. Ihre Über­wei­sun­gen bilden für große Teile der Be­völ­kerung eine wich­tige Ein­kommens­quelle. Nach Angaben von Weltbank und IWF machten sie 2020 knapp 19 Prozent der Wirt­schafts­leistung und 10 bis 15 Prozent der Haus­halts­ein­kommen aus.