Landschaft südlich von Bogotá

Schwerpunkt Umwelt- und Ressourcenschutz Nachhaltige Alternativen zur illegalen Landnutzung

Kolumbien zählt zu den artenreichsten Ländern der Welt. Mehr als die Hälfte der Landesfläche ist bewaldet, etwa 15 Prozent stehen unter Naturschutz. Allerdings hat das Land in den vergangenen 30 Jahren mehrere Millionen Hektar Wald verloren.

Zu den Ursachen zählen die Ausweitung der Landwirtschaft, der Drogenanbau sowie illegaler Holzeinschlag und der Abbau von Bodenschätzen. Aufgrund fehlender staatlicher Kontrolle dienten und dienen viele Waldgebiete Guerillabewegungen und kriminellen Gruppen als Rückzugsgebiet und wirtschaftliche Basis.

Um Umweltschutz und Friedenssicherung zu verbinden, gilt es daher, Alternativen zur illegalen Landnutzung zu entwickeln, Arbeitseinkommen für die lokale Bevölkerung zu schaffen und zugleich die natürlichen Ressourcen zu schützen. Um neue Konflikte zu vermeiden, ist es entscheidend, dass Umweltbehörden und Regionalregierungen die betroffene Bevölkerung eng in alle Planungs- und Entwicklungsprozesse einbinden und auch die Rechte indigener und afrokolumbianischer Gemeinschaften berücksichtigen.

Deutsches Engagement

Deutschland unterstützt Kolumbien unter anderem dabei, eine REDD+ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Strategie auszuarbeiten. Grundidee ist, lokale Gemeinschaften finanziell dafür zu belohnen, dass sie die Entwaldung – und damit den Ausstoß von Treibhausgasen – nachweislich verringern.

Hierzu haben Deutschland, Norwegen und Großbritannien im Dezember 2019 mit Kolumbien bei der UN-Klimakonferenz (COP25) in Madrid eine Absichtserklärung unterzeichnet, die ambitionierte Ziele für eine geringere Entwaldungsrate und eine nachhaltige Entwicklung definiert. Kolumbien soll zur Erreichung dieser Ziele die notwendige Unterstützung erhalten.

Unter anderem werden mit deutscher Unterstützung Agroforstmodelle zur nachhaltigen Kaffee-, Kakao- und Kautschukproduktion erarbeitet und Schulungen für die Bäuerinnen und Bauern angeboten. Regionale Umwelteinrichtungen werden gestärkt und es werden Finanzierungsinstrumente und Förderprogramme entwickelt, die den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung entsprechen.