Wirtschaftliche Situation Schwaches Wachstum, hohe Arbeitslosigkeit

Jordanien steckt wirtschaftlich in der Krise. Das Land verfügt nur über wenige natürliche Ressourcen, sehr begrenzte landwirtschaftliche Nutzflächen und eine schwach entwickelte Industrie.

Auszubildende in einem Berufsbildungszentrum in Jordanien

Auszubildende in einem Berufsbildungszentrum in Jordanien

Auszubildende in einem Berufsbildungszentrum in Jordanien

Etwa die Hälfte der jordanischen Arbeitskräfte ist im informellen Sektor tätig. 97 Prozent der jordanischen Unternehmen sind Kleinst- und Kleinbetriebe. Ihnen mangelt es an betriebswirtschaftlichem Wissen, Innovationskraft und bedarfsgerechten Finanzdienstleistungen. 

Wirtschaftliche Perspektivlosigkeit

Die jordanische Bevölkerung ist sehr jung: Etwa ein Drittel der knapp zehn Millionen Einwohner ist unter 15 Jahre alt. Der inländische Arbeitsmarkt kann ihnen bisher keine ausreichenden beruflichen Perspektiven bieten, die Jugendarbeitslosigkeit liegt nach Schätzungen deutlich über 30 Prozent. Bedingt durch die regionalen Konflikte, verschleppte Reformen, die hohe Arbeitslosigkeit und eine der niedrigsten Frauenerwerbsquoten der Welt herrscht in weiten Teilen der Bevölkerung wirtschaftliche Perspektivlosigkeit.

Zusätzlich wirkt sich der Krieg in Syrien negativ auf die wirtschaftliche Lage in Jordanien aus: Das Land sieht sich mit hohen Kosten für die Flüchtlingsintegration und die Grenzsicherung konfrontiert. Regionale Absatzmärkte sind weggebrochen, Rücküberweisungen von jordanischen Migrantinnen und Migranten zurückgegangen. Nach wiederholten Angriffen mussten zudem die Gaslieferungen aus Ägypten über mehrere Jahre komplett eingestellt werden.

Nach Angaben der Weltbank lag das Wirtschaftswachstum 2018 bei 1,9 Prozent, für 2019 wird ein ähnlicher Wert erwartet.

Widerstand gegen Sparpolitik

Um das Wirtschaftswachstum zu erhöhen und neue Arbeitsplätze zu schaffen, sind Steuerreformen, der Abbau von Subventionen sowie eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Privatinvestitionen erforderlich. Die jordanische Regierung hat ein Reformprogramm aufgelegt, das unter anderem auf den Ausbau erneuerbarer Energien und auf einen Abbau der hohen Staatsverschuldung durch höhere Steuern und weniger Subventionen setzt. Die Sparpolitik stößt in der Bevölkerung allerdings auf Widerstand.

Auf dem aktuellen Index der menschlichen Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (HDI) rangiert Jordanien auf Platz 102 von 189 bewerteten Ländern.