Einbau einer Wasseruhr an einer neuen Trinkwasserleitung in der Stadt Mafraq in Jordanien

Schwerpunkt Wasser/Abwasser/Abfall Nachhaltige Wasserbewirtschaftung fördern

Jordanien ist eines der wasserärmsten Länder der Welt. Der akute Wassermangel wird einerseits durch den Mangel an Niederschlägen verursacht, andererseits durch das starke Bevölkerungswachstum und die wenig effiziente Bewirtschaftung der Wasserressourcen.

Der Flüchtlingszustrom aus Syrien belastet die ohnehin knappen Wasservorräte und die stark beanspruchte Wasserinfrastruktur zusätzlich. Dadurch steigt auch das Risiko von Verteilungskonflikten. Ein weiteres Entwicklungshemmnis stellen die steigenden Abfallmengen, die unzureichende Abfallsammlung und umweltgefährdende Entsorgung auf ungeordneten Deponien und wilden Müllkippen dar.
 

Kläranlage in Madaba

Kläranlage in Madaba

Kläranlage in Madaba

Deutsches Engagement

Ziel der deutsch-jordanischen Zusammenarbeit ist es, die Versorgung mit Trinkwasser sowie eine fachgerechte Entsorgung von Abwässern und Abfällen zu sichern und so die Lebensbedingungen der Bevölkerung spürbar zu verbessern. Dabei nimmt das Programm insbesondere den engen Zusammenhang ("Nexus") zwischen der Wasserversorgung, der Energieversorgung und der Ernährungssicherheit sowie die Auswirkungen des Klimawandels in den Blick. Themen der Zusammenarbeit sind eine effiziente und nachhaltige Wasserbewirtschaftung, die Klärung und Wiederverwendung von Abwässern (etwa in der Landwirtschaft), die Steigerung der Energieeffizienz im Wassersektor, die Verringerung von Wasserverlusten, die Tarifgestaltung sowie das kommunale Abfallmanagement.

Unter anderem werden mit deutscher Unterstützung Brunnen, Pumpstationen und Wasserleitungen neu gebaut oder repariert, defekte Hausanschlüsse und Wasserzähler ausgetauscht, neue Abwasserkanäle gebaut, Kläranlagen erweitert und Möglichkeiten der Klärschlammverwertung entwickelt. Gefördert wird außerdem die Einführung von Systemen zur Mülltrennung und -wiederverwertung.

Im Rahmen der technischen Zusammenarbeit werden die zuständigen Behörden dabei unterstützt, hydrologische Daten auszuwerten, Wasserbewirtschaftungspläne zu erstellen und ihre staatliche Aufsichtsfunktion besser auszuüben. In den Ver- und Entsorgungsunternehmen werden Betriebsabläufe optimiert und Fachkräfte geschult. Der vermehrte Einsatz erneuerbarer Energien trägt dazu bei, die Energiekosten und den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken.