Schüler in einer Schule in As-Salt

Schwerpunkt (Be­rufs-)­Bil­dung/­Be­schäf­ti­gungs­för­de­rung Bildung für alle ermöglichen, neue Arbeitsplätze schaffen

2015 vereinbarten Deutschland und Jordanien, den Bereich Bildung und Beschäftigungsförderung als zweiten Schwerpunkt in die Entwicklungszusammenarbeit aufzunehmen.

Zum einen geht es darum, die Qualität der Grund- und Sekundarbildung zu verbessern und allen Kindern und Jugendlichen einen gleichberechtigten Zugang zu öffentlichen Schulen zu ermöglichen. Zum anderen sollen die Chancen der Bevölkerung auf Beschäftigung und wirtschaftliche Teilhabe erhöht werden.

Bildung

Mädchenschule in Irbid

Mädchenschule in Irbid

Mädchenschule in Irbid

Die jordanische Schulinfrastruktur ist nicht auf das Bevölkerungswachstum und die Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge ausgelegt. Fast die Hälfte der Schulen gilt als überbelegt, in mehr als 200 Schulen werden jordanische und syrische Kinder im Doppelschichtsystem unterrichtet. Mehr als 70.000 Flüchtlingskinder können aktuell keine Schule besuchen.

Um allen Kindern in Jordanien einen Zugang zu Bildung zu ermöglichen und die Qualität des Unterrichts zu verbessern, finanziert Deutschland den Neu- und Ausbau von Grund- und Sekundarschulen. Gefördert wird außerdem die Ausstattung von Klassenräumen, die Einrichtung neuer Aus- und Fortbildungszentren für Lehrerinnen und Lehrer sowie die Finanzierung von Gehältern für Lehrkräfte und Verwaltungsangestellte.

Berufliche Bildung und Beschäftigungsförderung

Das jordanische Berufsbildungssystem orientiert sich bislang zu wenig am Bedarf der Wirtschaft. Obwohl insbesondere die technischen Berufe gute Beschäftigungsmöglichkeiten bieten, hat die Berufsausbildung in der Bevölkerung einen schlechteren Ruf als der akademische Bildungsweg.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die jordanische Regierung dabei, ihre Arbeitsmarktpolitik stärker auf die Förderung von Arbeitssuchenden und die Schaffung neuer Arbeitsplätze auszurichten. Um die Attraktivität der beruflichen Bildung zu steigern, werden Angebote der Berufsberatung und -orientierung ausgebaut und Berufsschulen neu gebaut, renoviert oder erweitert.

Gefördert wird auch eine engere Zusammenarbeit zwischen Ausbildungseinrichtungen und Industrie. Außerdem werden Strategien zur besseren Eingliederung von Frauen in den Arbeitsmarkt entwickelt und umgesetzt.

Um Existenzgründungen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze zu ermöglichen, wird mit deutscher Unterstützung das Angebot an Finanzdienstleistungen für kleine und mittlere Unternehmen verbessert.