Hafen von Jakarta, Indonesien

Wirtschaftliche Situation Investitionen vereinfachen, Wertschöpfung im Land steigern

Trotz verbreiteter Armut, hoher Arbeitslosigkeit, unzureichender Infrastruktur, Umweltverschmutzung sowie zahlreicher Naturkatastrophen (Tsunami 2004, Erdbeben, Vulkanausbrüche) gelang es dem Schwellenland (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), den Lebensstandard seiner Bevölkerung kontinuierlich zu verbessern (rund 5000 US-Dollar Pro-Kopf-Einkommen im Jahr 2025).

Die Makroökonomische Lage Indonesiens ist derzeit insgesamt stabil: Das Bruttoinlandsprodukt wächst solide, die Inflation liegt noch im Zielkorridor und der Außenhandelsüberschuss blieb 2025 bestehen, auch wenn zuletzt erstmals seit mehreren Jahren ein monatliches Handelsdefizit verzeichnet wurde. Gleichzeitig nähert sich das Haushaltsdefizit der gesetzlichen Obergrenze an, und die Wirtschaft bleibt verwundbar gegenüber externen Risiken (zum Beispiel schwächeres Wachstum wichtiger Handelspartner, hohe Abhängigkeit von preisvolatilen Rohstoffen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Blockade der Straße von Hormus) sowie internen Risiken der Ausgabenpolitik.

Wichtigste Handelspartner sind China sowie der ASEAN (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Raum, Japan, Indien, USA und die EU. Obwohl die Wirtschaft in den letzten Jahren kontinuierlich um fünf Prozent wuchs, bleibt Indonesien auf den Export von gering verarbeiteten Produkten wie Kohle, Nickel oder Agrarprodukten (Palmöl) angewiesen. Die Regierung unter Staatspräsident Prabowo setzt auf Förderung der Industrialisierung sowie verstärkte Werbung um Auslandsinvestitionen. Regulatorische Hemmnisse bestehen derweil fort. Weitere Schwerpunkte sind nationale Selbstversorgung im Ernährungs- und Energiebereich und Programme zur Bekämpfung von Armut und Ungleichheit.

Von der erwerbsfähigen Bevölkerung Indonesiens (rund 190 Millionen), sind 65 Prozent erwerbstätig (rund 125 Millionen), davon fast die Hälfte unter 30 Jahren (rund 50 Millionen). Steigende Bildungsstandards und wachsende Kaufkraft machen Indonesien zu einem attraktiven Absatzmarkt und Ursprungsland für Fachkräfte.

Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Indonesien

Im September 2025 wurden die Verhandlungen über ein EU (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Freihandelsabkommen mit Indonesien („Comprehensive Economic Partnership Agreement“, CEPA) sowie über ein separates Investitionsschutzabkommen (ISA) abgeschlossen. Vorteile sollen insbesondere ein verbesserter Marktzugang für EU-Waren durch Zollabbau sein, sowie der Abbau von Local-Content-Anforderungen beispielsweise für Pharma, E-Autos, Elektronik und Erneuerbare Energien. Das Abkommen soll Anfang 2027 in Kraft treten.

Fokusland Wirtschaft

Indonesien wurde als eines der Fokusländer des BMZ für einen integrierten Wirtschaftsansatz gewählt. Der indonesische Markt bietet große Chancen für deutsche Unternehmen und wir wollen die Möglichkeiten der Entwicklungspolitik als Türöffner für die wirtschaftliche Zusammenarbeit nutzen.

Insbesondere im Energiesektor bestehen große Investitionschancen für deutsche Unternehmen auf dem indonesischen Markt. Deutsche Unternehmen gehören weltweit zu den führenden Anbietern für Technologien für erneuerbare Energien und verfügen über umfassende Erfahrung sowohl bei großen Infrastrukturprojekten als auch bei dezentralen Energielösungen. Auch im Bereich Netzinfrastruktur, Speicherlösungen und Systemintegration – insbesondere bei Netzausbau, Smart Grids und Netzstabilität – verfügen deutsche Unternehmen über große Expertise.

Für Deutsche Unternehmen bietet sich die Chance als verlässliche Partner, den Ausbau der Kapazitäten für erneuerbare Energien in Indonesien unter Wahrung der Systemzuverlässigkeit zu unterstützen und im Land einen wichtigen Beitrag zu leisten, die Energiewende zu beschleunigen sowie gleichzeitig Energiesicherheit und Bezahlbarkeit zu gewährleisten.

Regionale und internationale Zusammenarbeit

Mit Gründung der ASEAN (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Wirtschaftsgemeinschaft (ASEAN Economic Community, AEC) haben die Mitglieder des Verbands südostasiatischer Staaten, darunter Indonesien, ihren Willen bekräftigt, die regionale Zusammenarbeit zu verstärken. Indonesien setzte sich aktiv für den Beitritt des Nachbarlands Timor-Leste zu ASEAN ein, der 2025 erfolgte und die Zusammenarbeit der südostasiatischen Staaten weiter stärkt.

Zwischen der Europäischen Union und Indonesien ist seit 2014 ein Partnerschafts- und Kooperationsabkommen in Kraft, das eine enge politische, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit vorsieht. Der Abschluss der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen (Comprehensive Economic Partnership Agreement, CEPA) in 2025 birgt erhebliche Potentiale auch für ein stärkeres Engagement der deutschen Wirtschaft in Indonesien.

Stand: 14.08.2026