Entwaldete Landschaft bei Labanan Makarti auf Borneo

Umwelt Wertvolle Waldflächen schützen

Noch verfügt Indonesien über den drittgrößten Regenwald der Welt (nach Brasilien und dem Kongo-Becken). Doch durch illegale Abholzung und zu intensive Nutzung wird diese wertvolle natürliche Ressource zunehmend zerstört.

Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gingen zwischen 1990 und 2015 mehr als 27 Millionen Hektar Waldfläche verloren, das entspricht ungefähr der Fläche Neuseelands. Satellitenaufnahmen belegen, dass zwischen 1990 und 2010 allein auf der Insel Sumatra fast die Hälfte des Urwalds zerstört wurde. Um die Böden landwirtschaftlich zu nutzen, zum Beispiel für Palmölplantagen, werden außerdem Torfmoore trockengelegt und brandgerodet.

Infolge der Brandrodungen durch Plantagenbesitzer kommt es während der Trockenzeit regelmäßig zu großflächigen Wald- und Torfmoorbränden. 2015 gerieten diese völlig außer Kontrolle. Innerhalb weniger Wochen wurde eine Waldfläche von der Größe Sachsens vernichtet.

Durch die Brände geht nicht nur der einzigartige Artenreichtum der Regenwälder verloren. Die Wälder und die Torfmoorgebiete sind auch gigantische Kohlenstoffspeicher. Feuer wandelt den gebundenen Kohlenstoff in das Treibhausgas Kohlendioxid um. So gehört Indonesien inzwischen zu den größten Kohlendioxid-Emittenten – mit schwerwiegenden Folgen für die biologische Vielfalt und das Klima weltweit.

Als Reaktion auf die Umweltkatastrophe von 2015 kündigte die indonesische Regierung eine Reihe von Präventionsmaßnahmen an. Unter anderem sollen trockengelegte Torfmoore wieder bewässert und vorsätzlich gelegte Brände konsequent verfolgt und bestraft werden. Außerdem hat sie sich zum Ziel gesetzt, die Nutzungsrechte für mehr als zwölf Millionen Hektar Wald an die Gemeinden zu übertragen. Darüber hinaus wurden Moratorien für die Lizenzierung neuer Plantagen und Minen sowie für die Umwandlung von Urwald in Agrarland beschlossen.

 Gemüsefelder am Fuße des Vulkans Merapi, Indonesien

Gemüsefelder am Fuße des Vulkans Merapi, Indonesien

Gemüsefelder am Fuße des Vulkans Merapi, Indonesien