Schwerpunkt „Energie, Just Transition Erneuerbare Energien stärken

Ein erheblicher Teil der Treibhausgas-Emissionen Indonesiens stammen aus dem Energiesektor. Da das Land über große Kohle- und Gasvorkommen verfügt, wird dieser kostengünstige, aber klimaschädliche Energieträger weiterhin überwiegend genutzt. Um das Klima als globales öffentliches Gut zu schützen, unterstützt Deutschland die indonesische Regierung dabei, die politischen, gesetzlichen und technischen Voraussetzungen für die Nutzung von Erdwärme, Wasserkraft und Solarenergie zu schaffen.

Ein Arbeiter am Geothermiestandort Lahendong auf der Insel Sulawesi, Indonesien. Der hier produzierte heiße Wasserdampf wird in einem nahegelegenen Kraftwerk zur Stromerzeugung genutzt.

Ein Arbeiter am Geothermiestandort Lahendong auf der Insel Sulawesi, Indonesien. Der hier produzierte heiße Wasserdampf wird in einem nahegelegenen Kraftwerk zur Stromerzeugung genutzt.

Ein Arbeiter am Geothermiestandort Lahendong auf der Insel Sulawesi, Indonesien. Der hier produzierte heiße Wasserdampf wird in einem nahegelegenen Kraftwerk zur Stromerzeugung genutzt.

Das Potential und das politische Momentum für den Ausbau erneuerbarer Energien ist hoch. Präsident Prabowo hat 2025 das Ziel der Netto-Null-Emissionen bis 2060 oder früher verkündet und im August 2025 die 100-Giga Watt-Solar-Initiative. Auch im nationalen Stromversorgungsplan (2025 bis 2035, RUPTL) bekräftigt die indonesische Regierung ihre Ambitionen für den Ausbau erneuerbarer Energien (insbesondere Wind, Wasserkraft inklusive Pumpspeicher, Solar, Geothermie und Bioenergie).

Deutschland und Indonesien arbeiten eng beim Schutz globaler öffentlicher Güter zusammen. Im Energiesektor arbeiten die deutsche Entwicklungszusammenarbeit und Indonesien seit rund 30 Jahren zusammen. Der Fokus der Zusammenarbeit liegt auf dem Ausbau erneuerbarer Energien, von Stromnetzen und bei der Unterstützung der Gestaltung des regulatorischen Rahmens für eine erfolgreiche Energiewende. Schwerpunkte deutscher Zusagen liegen auf dem Ausbau von Stromnetzen, der Finanzierung erneuerbarer Energien (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und einer sozialgerechten Energiewende.


Partnerschaft für eine sozial gerechte Energiewende

Siehe auch
Windräder in Südafrika

Just Energy Transition Partnership (JETP) mit Indonesien

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 03/2025 | Dateigröße 379 KB, Seiten 2 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei

Am Rande des 2022 von Indonesien ausgerichteten G20-Gipfels, parallel zur Weltklimakonferenz (COP27), verkündeten Indonesien und die G7-Staaten sowie die Europäische Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Dänemark und Norwegen die Vereinbarung einer ambitionierten Just Energy Transition Partnership (JETP).

Anfang 2025 übernahm Deutschland die Co-Leitung (zusammen mit Japan) der Just Energy Transition Partnership (JETP) mit Indonesien. Die JETP mit Indonesien ist eine mulilaterale Allianz bestehend aus der indonesischen Regierung, der Internationalen Partnergruppe und der Glasgow Financial Alliance for Net Zero, einem Zusammenschluss privater Banken. Ziel der JETP ist eine beschleunigte und gerechte Energiewende in Indonesien, durch unter anderem den Ausbau erneuerbarer Energien, der Begrenzung von Emissionen im netzgebundenen Stromsektor sowie der Reduzierung von Kohleverstromung. Insgesamt werden im Rahmen der JETP rund 20 Milliarden Euro in Aussicht gestellt, die eine Hälfte davon über öffentliche Mittel und die andere über Privatinvestitionen.

Die JETP verfolgt ambitionierte Ziele: Netto-Null-Emissionen im Stromsektor bis 2050, Anteil erneuerbarer Energien von 44 Prozent bis 2030 sowie Begrenzung der Emissionen im netzgebundenen Stromsektor auf 250 Millionen Tonnen CO₂ bis 2030. Darüber hinaus soll der Ausbau neuer netzgebundener Kohlekraftwerke weitgehend unterbunden werden (Kohlemoratorium).

Der deutsche Beitrag an der Umsetzung des JETP liegt bei bis zu 1,8 Milliarden Euro, davon rund 90 Prozent in Form von Krediten.

Kreislaufwirtschaft, Abfallmanagement

Siehe auch
Müll am Strand von Co­lom­bo, Sri Lan­ka

Durch die umweltschonende Entsorgung von Abfällen könnte in Indonesien die Freisetzung von erheblichen Treibhausgasmengen vermieden werden: Laut Schätzungen entfallen zurzeit rund sechs Prozent des gesamten Ausstoßes von klimaschädlichen Gasen auf den Abfallsektor.

Indonesien gehört zudem weltweit zu den größten Verursachern von Meeresmüll. Vor allem die Verschmutzung durch Plastik schädigt die Meeresökosysteme, gefährdet den Küstentourismus und die Existenzgrundlage der Fischerei und führt dazu, dass Mikroplastik in die Nahrungskette gelangt.

Die indonesische Regierung hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Der angestrebte, tiefgreifende Wandel benötigt Zeit. Das Bundesentwicklungsministerium hat darum das Thema Kreislaufwirtschaft und Abfallmanagement als wichtiges Handlungsfeld in die indonesisch-deutsche Zusammenarbeit aufgenommen.

Das BMZ setzt sich außerdem dafür ein, die städtische Infrastruktur in ausgewählten Provinzen moderner und klimafreundlicher zu gestalten. Dazu gehören der öffentliche Personennahverkehr sowie das Wasser- und Abwassermanagement.

Stand: 14.08.2026