Kernthema „Klima und Energie, Just Transition Erneuerbare Energien stärken

Ein erheblicher Teil der Treibhausgas-Emissionen Indonesiens stammen aus dem Energiesektor. Da das Land über große Kohle- und Gasvorkommen verfügt, wird dieser kostengünstige, aber klimaschädliche Energieträger weiterhin genutzt. Um das Klima als globales öffentliches Gut zu schützen, unterstützt Deutschland die indonesische Regierung dabei, die politischen, gesetzlichen und technischen Voraussetzungen für die Nutzung von Erdwärme, Wasserkraft und Solarenergie zu schaffen.

Ein Arbeiter am Geothermiestandort Lahendong auf der Insel Sulawesi, Indonesien. Der hier produzierte heiße Wasserdampf wird in einem nahegelegenen Kraftwerk zur Stromerzeugung genutzt.

Ein Arbeiter am Geothermiestandort Lahendong auf der Insel Sulawesi, Indonesien. Der hier produzierte heiße Wasserdampf wird in einem nahegelegenen Kraftwerk zur Stromerzeugung genutzt.

Ein Arbeiter am Geothermiestandort Lahendong auf der Insel Sulawesi, Indonesien. Der hier produzierte heiße Wasserdampf wird in einem nahegelegenen Kraftwerk zur Stromerzeugung genutzt.

Das BMZ fördert beispielsweise den Bau von Wasserkraftwerken, den Ausbau der Übertragungs- und Versorgungsnetze und die Elektrifizierung ländlicher Gebiete und abgelegener Inseln durch Kleinwasserkraftwerke.


Partnerschaft für eine sozial gerechte Energiewende

Siehe auch
Windräder in Südafrika

Just Energy Transition Partnership (JETP) mit Indonesien

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 03/2025 | Dateigröße 379 KB, Seiten 2 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei

Am Rande des 2022 von Indonesien ausgerichteten G20-Gipfels, parallel zur Weltklimakonferenz (COP27), verkündeten Indonesien und die G7-Staaten sowie die Europäische Union, Dänemark und Norwegen die Vereinbarung einer ambitionierten Just Energy Transition Partnership (JETP).

Konkret wurde unter anderem vereinbart, Netto-Null-Emissionen im Stromsektor bis 2050 zu erreichen (zehn Jahre früher als zuvor geplant), den Höchststand der Emissionen des Stromsektors bis 2030 mit maximal 290 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid zu erreichen (circa sieben Jahre früher als bisher geplant) und den Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix bis 2030 auf 34 Prozent zu steigern (das entspricht mehr als einer Verdopplung gegenüber dem aktuellen Stand). Deutschland hat Anfang 2025 den Ko-Vorsitz der Partnerschaft übernommen.

Darüber hinaus sollen keine neuen netzgebundenen Kohlekraftwerke mehr in Betrieb genommen werden, die nicht schon in Planung oder Umsetzung sind. Und für geplante netzungebundene Kohlekraftwerke der Industrie sollen Alternativen mit erneuerbaren Energien gefunden und umgesetzt werden.

Um die Energiewende sozial gerecht zu gestalten, nimmt die JETP insbesondere Frauen, Jugendliche und die vom Kohleausstieg am meisten betroffenen Bevölkerungsgruppen in den Blick. Der deutsche Beitrag an der Umsetzung des JETP liegt bei bis zu 1,5 Milliarden Euro, davon rund 90 Prozent in Form von Krediten.

Kreislaufwirtschaft, Abfallmanagement

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Müll am Strand von Co­lom­bo, Sri Lan­ka

Durch die umweltschonende Entsorgung von Abfällen könnte in Indonesien die Freisetzung von erheblichen Treibhausgasmengen vermieden werden: Laut Schätzungen entfallen zurzeit rund sechs Prozent des gesamten Ausstoßes von klimaschädlichen Gasen auf den Abfallsektor.

Indonesien gehört zudem weltweit zu den größten Verursachern von Meeresmüll. Vor allem die Verschmutzung durch Plastik schädigt die Meeresökosysteme, gefährdet den Küstentourismus und die Existenzgrundlage der Fischerei und führt dazu, dass Mikroplastik in die Nahrungskette gelangt.

Die indonesische Regierung hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Der angestrebte, tiefgreifende Wandel benötigt Zeit. Das Bundesentwicklungsministerium hat darum das Thema Kreislaufwirtschaft und Abfallmanagement als wichtiges Handlungsfeld in die indonesisch-deutsche Zusammenarbeit aufgenommen.

Das BMZ setzt sich außerdem dafür ein, die städtische Infrastruktur in ausgewählten Provinzen moderner und klimafreundlicher zu gestalten. Dazu gehören der öffentliche Personennahverkehr sowie das Wasser- und Abwassermanagement.

Stand: 12.08.2025