Männer mit sogenannten Chukudus (Lastenroller) in Goma, DR Kongo

Wirtschaftliche Situation Reiche Rohstoffvorkommen, schlechtes Geschäftsklima

Nach Jahrzehnten der Misswirtschaft und der Kriege liegt die Wirtschaft der Demokratischen Republik Kongo am Boden.

Die Wachstumsraten schwankten in den vergangenen Jahren zwischen 2,4 und 6,9 Prozent – basierend auf sehr niedrigen Ausgangswerten. 2020 wuchs die Wirtschaft infolge der Corona-Pandemie nur um 0,8 Prozent. 2021 rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) mit einer deutlichen Erholung der Wirtschaft. Angesichts eines Bevölkerungswachstums von über drei Prozent reichen allerdings selbst gute wirtschaftliche Werte nicht aus, um die Lebensverhältnisse der breiten Bevölkerung spürbar zu verbessern.

Die meisten Menschen in der DR Kongo müssen um das tägliche Überleben kämpfen. Weniger als zehn Prozent der Bevölkerung arbeiten in einem regulären Beschäftigungsverhältnis, etwa 90 Prozent der Wirtschaftsleistung werden im Bereich der Schattenwirtschaft erbracht. Im Doing Business Report 2020 (Externer Link) der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), der das Geschäftsklima weltweit analysiert, steht die DR Kongo auf Platz 183 von 190 Ländern. Unternehmer werden durch die politische Instabilität und die fehlende Rechtssicherheit, durch bürokratische Willkür und Korruption, den Fachkräftemangel und die desolate Infrastruktur abgeschreckt.

Schale mit einer kleinen Menge Coltan. Dieses Erz wird in der Demokratischen Republik Kongo gefördert und ist ein wichtiger Rohstoff – unter anderem für die Produktion von Mobiltelefonen.

Schale mit einer kleinen Menge Coltan. Dieses Erz wird in der Demokratischen Republik Kongo gefördert und ist ein wichtiger Rohstoff – unter anderem für die Produktion von Mobiltelefonen.

Schale mit einer kleinen Menge Coltan. Dieses Erz wird in der Demokratischen Republik Kongo gefördert und ist ein wichtiger Rohstoff – unter anderem für die Produktion von Mobiltelefonen.

Rohstoffe umkämpft

Wichtigste Wirtschaftszweige sind die Landwirtschaft und der Bergbau. Das Land verfügt über reichhaltige Vorkommen mineralischer Rohstoffe. Dazu zählen unter anderem Kobalt, Kupfer, Zink, Silber, Diamanten, Germanium, Uran sowie die sogenannten Konfliktminerale Zinn, Tantal/Coltan, Wolfram und Gold. Insbesondere Coltan und Kobalt sind international stark nachgefragt, da sie für die Herstellung von Mobiltelefonen, Laptops und Elektroautos benötigt werden. Ein Teil der Bodenschätze befindet sich jedoch im umkämpften Osten der Republik. Sowohl Rebellengruppen und Milizen als auch Armeeeinheiten haben illegale Minen unter ihrer Kontrolle.

Um einen legalen Rohstoffhandel und eine transparente Verwendung der Einnahmen zu gewährleisten, ist die kongolesische Regierung der Initiative für Transparenz in der Rohstoffwirtschaft (Extractive Industries Transparency Initiative, EITI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) beigetreten. Im Juli 2014 wurde die DR Kongo in die Liste der „konformen Länder“ (compliant countries) aufgenommen. Nach einer Überprüfung wurde dem Land 2019 bescheinigt, bedeutende Fortschritte bei der Umsetzung der EITI-Standards erzielt zu haben.