Historischer Hintergrund Kolonialherrschaft, Diktatur, Bürgerkrieg

1885 wurde das Gebiet der heutigen Demokratischen Republik Kongo zum Privatbesitz des belgischen Königs Leopold II. erklärt, 1908 ging es als Kolonie in den Besitz des belgischen Staates über. Die Kolonialzeit war durch eine rücksichtslose Ausbeutung von Mensch und Natur geprägt. Millionen Menschen kamen infolge von Sklaverei und Zwangsarbeit, Krankheit und Hungersnöten ums Leben.

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Wandbild am Bahnhof von Kinshasa, der Hauptstadt der DR Kongo.

Zwar baute die Kolonialmacht die Infrastruktur, etwa das Straßennetz und das Gesundheitswesen, aus. Doch der Zugang zu Bildung und Verwaltung blieb der einheimischen Bevölkerung ebenso verwehrt wie die Teilhabe an den Erträgen aus den reichhaltigen Rohstoffressourcen. Angesichts zunehmender Proteste gegen seine autoritäre Kolonialpolitik zog sich Belgien Ende der 1950er Jahre zurück und entließ die Demokratische Republik Kongo 1960 in die Unabhängigkeit. Zu diesem Zeitpunkt verfügte das Land weder über ein funktionierendes politisches System noch über das notwendige Fach- und Führungspersonal für eine handlungsfähige Verwaltung.

Im Jahr 1965 kam Joseph Mobutu an die Macht. Er benannte das Land in Zaire um. Sein besonders korruptes Regime währte 32 Jahre.



Staat und Wirtschaft

1994 griff der ethnische Konflikt zwischen Hutu und Tutsi in Ruanda und Burundi auf das Nachbarland über. Im damaligen Zaire entbrannte ein Bürgerkrieg, in den auch Uganda, Angola, Namibia, Simbabwe und der Tschad eingriffen („Afrikanischer Weltkrieg“).

1997 wurde Mobuto gestürzt, neuer Präsident wurde der Rebellenchef Laurent-Désiré Kabila. Das Land erhielt wieder seinen alten Namen „Demokratische Republik Kongo“. Nach der Ermordung seines Vaters übernahm Joseph Kabila 2001 das Präsidentenamt. 2006 wurde er offiziell im Amt bestätigt.

2003 schlossen die Kriegsparteien, unter anderem die Regierung der DR Kongo, die Rebellenbewegungen RCD (Rassemblement Congolais pour la Démocratie) und MLC (Mouvement de Libération du Congo), ein Friedensabkommen. Die staatlichen Strukturen und die Wirtschaft des Landes waren zu diesem Zeitpunkt in desolatem Zustand, die Infrastruktur war weitgehend zerstört. Der Krieg soll geschätzt mehr als fünf Millionen Opfer gefordert haben.

Stand: 26.11.2025