Schwerpunkt Dezentralisierung und Kommunalentwicklung Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen fördern

Die Förderung der Demokratie und der Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen an der Entwicklung von Burkina Faso ist das wichtigste Ziel des Schwerpunktbereichs "Dezentralisierung und Kommunalentwicklung" der burkinisch-deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Eine Frau in Burkina Faso arbeitet an einem Laptop.

Eine Frau in Burkina Faso arbeitet an einem Laptop.

Eine Frau in Burkina Faso arbeitet an einem Laptop.

In Burkina Fasos Verfassung von 1991 ist Dezentralisierung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) als Teil des demokratischen Reformprozesses verankert. Im Jahr 2006 wurde ein umfassender Dezentralisierungsprozess des zuvor stark zentralistisch organisierten Landes in Gang gesetzt. Das gesamte Land wurde in Gemeinden eingeteilt, die seit 2009 die Verantwortung für die Versorgung der Bevölkerung in den Bereichen Wasser und Sanitär, Gesundheit, Grundbildung sowie Jugend, Sport und Freizeit tragen. Auch in der burkinischen Strategie zur Armutsbekämpfung wird die Bedeutung leistungsfähiger Verwaltungsstrukturen für die Armutsbekämpfung hervorgehoben. Ein wichtiger Erfolg: Durch die Unterstützung der Gemeindereformen werden Kommunalverwaltungen in die Lage versetzt, effizienter und bürgernah zu arbeiten. Die Zufriedenheit der Bevölkerung mit der Verwaltung konnte dadurch von 2009 bis 2015 von 37 Prozent auf 75 Prozent steigen.

Die Bundesrepublik unterstützt den Aufbau von demokratisch legitimierten dezentralen Selbstverwaltungsstrukturen. Für die Zielgruppe der armen Bevölkerung soll dadurch eine Verbesserung der Lebensqualität und eine Verminderung ihrer Armut erreicht werden. Schlüsselbereiche der Zusammenarbeit in diesem Sektor sind die Präzisierung und die Abgrenzung kommunaler und zentralstaatlicher Aufgabenbereiche, die Qualifizierung des Personals und die Beratung bei der Erstellung und Umsetzung der lokalen Entwicklungspläne.

Mit einem Fonds zur Verbesserung der kommunalen Infrastruktur sollen die finanziellen Möglichkeiten der kommunalen Gebietskörperschaften verbessert werden. Von 2013–2017 wurden insgesamt rund 400 kommunale Infrastrukturprojekte fertiggestellt (zum Beispiel Schulen, Ausbildungs- und Gesundheitszentren, Märkte). Zwischen 2013 und 2016 wurden mehr als 4.000 kommunale Bedienstete in den staatlichen Verwaltungsschulen ausgebildet.