Grenzkonflikt
Friedensprozess mit Aserbaidschan
Seit dem Ende der Sowjetunion prägt der territoriale Konflikt um die Region Berg-Karabach das Verhältnis zwischen Armenien und Aserbaidschan. Nach blutigen Kriegen in den 1990er Jahren und 2020 ist die Region heute vollständig unter aserbaidschanischer Kontrolle, was zur Flucht fast aller mehrheitlich armenischen Bevölkerungsteile geführt hat und beide Seiten tief belastet. Dieser jahrzehntelange Konflikt zählt zu den am längsten ungelösten postsowjetischen Auseinandersetzungen und hat über eine Million Menschen vertrieben und zehntausende Opfer gefordert.
Im Jahr 2025 wurden bemerkenswerte Fortschritte im Friedensprozess erzielt. Am 8. August des Jahres paraphierten die Aussenminister beider Länder in den USA das Friedensabkommen, das eine dauerhafte Beendigung der Feindseligkeiten, die volle diplomatische Anerkennung und gegenseitige Respektierung der territorialen Integrität vorsieht. Auf dieser Grundlage haben beide Länder die Verhandlungen über noch ungelöste Fragestellungen intensiviert. Ebenfalls erfolgt eine schrittweise Normalisierung im Verhältnis zur Türkei.
Die internationale Gemeinschaft begrüßt diese Entwicklung, weist jedoch zugleich auf anstehende Herausforderungen hin: Die Unterzeichnung und offizielle Ratifizierung des Friedensvertrags stehen noch aus. Zudem fordert Aserbaidschan verfassungsrechtliche Änderungen in Armenien als Bedingung für den endgültigen Abschluss, was Armenien ablehnt. Auch ist die Normalisierung der Beziehungen im Alltag schwierig, da die Beziehungen der Bevölkerung beider Länder von Misstrauen geprägt sind. Auch lösen an den Grenzen lokale Verwerfungen und territoriale Verluste weiterhin Spannungen bei den Grenzanwohnern aus.
Stand: 10.02.2026