Soziale Situation Armut und fehlende Perspektiven

Die Armut in Albanien ist in den vergangenen beiden Jahrzehnten deutlich gesunken. Doch noch immer gilt etwa ein Zehntel  der Albanerinnen und Albaner als arm. Vor allem alte Menschen und Angehörige von Minderheiten sind von Armut betroffen. Laut Welthunger-Index 2021 sind mehr als sechs Prozent der Bevölkerung unterernährt. 

Straßenhändlerinnen in Tirana, Albanien

Straßenhändlerinnen in Tirana, Albanien

Straßenhändlerinnen in Tirana, Albanien

Migration

Das Wirtschaftswachstum konzentriert sich auf die städtischen Regionen Tirana und Durrës. 2011 lebten rund 54 Prozent der Bevölkerung in Städten, bis 2050 sollen es nach UN-Schätzungen 78 Prozent werden. In den ländlichen Gebieten haben die Menschen kaum wirtschaftliche Perspektiven, es mangelt an Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten. Die Versorgung mit grundlegender Infrastruktur ist unzureichend. Deshalb ziehen viele Menschen in die Städte oder emigrieren ins Ausland. Rücküberweisungen von Emigranten machen rund neun Prozent des Bruttosozialprodukts aus.

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) unterstützt albanische Migrantinnen und Migranten in Deutschland dabei, freiwillig in ihr Heimatland zurückzukehren und sich dort eine Existenz aufzubauen. 

Menschenrechte

Albanien hat die meisten internationalen Konventionen zum Schutz der Grundrechte ratifiziert, bei der Umsetzung besteht jedoch noch Handlungsbedarf. Zu den Herausforderungen zählen die weit verbreitete Gewalt gegen Frauen und Kinderarbeit. Ethnische Minderheiten, insbesondere Roma, werden gesellschaftlich ausgegrenzt und haben häufig einen schlechteren Zugang zu staatlichen Dienstleistungen, Wohnraum, Bildung und Beschäftigung.

Zwei alte rote Sitzbänke im Garten eines Wohnhauses in Pogradec, Albanien

Zwei alte rote Sitzbänke im Garten eines Wohnhauses in Pogradec, Albanien

Zwei alte rote Sitzbänke im Garten eines Wohnhauses in Pogradec, Albanien


Stand: 22.06.2022