Weltreligionen: Judentum, Islam, Buddhismus, Christentum, Hinduismus

Religion und Entwicklung

Ei­ne Ent­wick­lungs­po­li­tik, die den ein­zel­nen Men­schen in den Blick nimmt, muss des­sen Kul­tur, Re­li­gi­on und Welt­an­schau­ung ernst neh­men. Re­li­giö­se und kul­tu­rel­le Über­lie­fe­run­gen sind fes­ter Be­stand­teil je­der Ge­sell­schaft. Sie kön­nen ver­bin­dend oder spal­tend wir­ken. Sie kön­nen ge­sell­schaft­li­che Ent­wick­lungs­pro­zes­se vor­an­trei­ben oder blo­ckie­ren und sie kön­nen Frie­den för­dern oder be­hin­dern. Oh­ne kul­tu­rel­le Ver­än­de­rungs­pro­zes­se und die Un­ter­stüt­zung durch Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten wird es kaum ge­lin­gen, welt­weit ei­ne aus­rei­chen­de ge­sell­schaft­li­che Ba­sis für nach­hal­ti­ge Le­bens­sti­le zu ge­win­nen.

Re­li­giö­se und kul­tu­rel­le In­sti­tu­tio­nen stel­len über­dies seit je­her wich­ti­ge so­zia­le Grund­diens­te be­reit. Nach Schät­zun­gen der Welt­bank wird bei­spiels­wei­se in Afri­ka süd­lich der Sa­ha­ra rund die Hälf­te al­ler Leis­tun­gen in den Be­rei­chen Bil­dung und Ge­sund­heit von re­li­giö­sen oder re­li­gi­ös mo­ti­vier­ten Or­ga­ni­sa­tio­nen er­bracht. Al­ler­dings wird mit Hil­fe re­li­giö­ser Ar­gu­men­te auch zahl­rei­chen Men­schen der Zu­gang zu die­sen Leis­tun­gen ver­wehrt.

Re­li­giö­se Ak­teu­re ge­hö­ren in Ent­wick­lungs­län­dern oft zu den wich­tigs­ten zi­vil­ge­sell­schaft­li­chen Kräf­ten. Sie un­ter­hal­ten Netz­wer­ke, die Ein­fluss auf ge­sell­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen auf lo­ka­ler, na­tio­na­ler und glo­ba­ler Ebe­ne neh­men. Re­li­gi­on und Kul­tur kön­nen so­mit so­wohl ent­wick­lungs­hem­mend als auch ent­wick­lungs­för­dernd wir­ken. Sie sind da­mit zen­tra­le Fak­to­ren für ei­ne nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung.

Das BMZ möch­te das Po­ten­zi­al der Re­li­gio­nen für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung und Frie­den bes­ser ein­be­zie­hen. Das hei­ßt:

  • Wir müs­sen mehr über die re­li­giö­sen Zu­sam­men­hän­ge in un­se­ren Part­ner­län­dern ler­nen und die­ses Wis­sen bes­ser in un­se­ren Län­der­stra­te­gi­en und Pro­jek­ten be­rück­sich­ti­gen.
  • Wir wer­den die Pro­jek­te in un­se­ren Part­ner­län­dern in Zu­kunft stär­ker dar­auf aus­rich­ten, zum Ab­bau von re­li­gi­ös be­grün­de­tem Hass und Vor­ur­tei­len bei­zu­tra­gen.
  • Wir wer­den über­all, wo wir ge­mein­sam mehr er­rei­chen kön­nen, neue na­tio­na­le und in­ter­na­tio­na­le Ko­ope­ra­tio­nen mit Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten auf­bau­en.
  • Wir wer­den Platt­for­men für den in­ter­re­li­giö­sen Dia­log för­dern – in un­se­ren Part­ner­län­dern, in Deutsch­land und in in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen.

Ge­mein­sam mit an­de­ren Ge­bern möch­ten wir das The­ma auf der in­ter­na­tio­na­len Agen­da ver­an­kern. In­ter­na­tio­na­le Pro­zes­se wie die Er­ar­bei­tung und Um­set­zung der Agen­da 2030 müs­sen re­li­giö­se Ak­teu­re ein­be­zie­hen.

Unser Engagement im Bereich Religion und Entwicklung

Wand­fries in ei­nem bud­dhis­ti­schen Tem­pel in Sri Lan­ka

Task Force "Wer­te, Re­li­gi­on und Ent­wick­lung" des BMZ Interner Link

Um ei­ne grund­sätz­li­che Dis­kus­si­on über glo­ba­le Wer­te, Re­li­gi­on und Ent­wick­lung in Gang zu set­zen, hat Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Mül­ler im Früh­jahr 2014 die Task Force "Wer­te, Re­li­gi­on und Ent­wick­lung" ins Le­ben ge­ru­fen. Ziel der Ar­beits­grup­pe ist es, Fach­wis­sen aus den un­ter­schied­li­chen Ab­tei­lun­gen des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für wirt­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (BMZ) zu bün­deln.

Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel und Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Mül­ler mit Teil­neh­mern des Zu­kunfts­fo­rums bei der Über­ga­be der Zu­kunfts­char­ta im November 2014 in Ber­lin

Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft Interner Link

Weil uns der Aus­tausch mit Zi­vil­ge­sell­schaft und den Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten wich­tig ist, ha­ben wir ihm ei­nen fes­ten Rah­men ge­ge­ben. Im De­zem­ber 2014 traf sich zum ers­ten Mal das na­tio­na­le The­men­team "Re­li­gi­on und Ent­wick­lung". Dort sind Re­prä­sen­tan­ten aus un­ter­schied­li­chen Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten, sä­ku­la­ren (nicht­re­li­giö­sen) Or­ga­ni­sa­tio­nen und der Wis­sen­schaft ver­tre­ten. Auf Ein­la­dung des BMZ trifft sich das The­men­team al­le drei Mo­na­te.

Bundes­ent­wick­lungs­mi­nister Gerd Mül­ler und der Prä­si­dent der Welt­bank­gruppe, Jim Yong Kim, im Ge­spräch mit füh­ren­den Ver­treter­innen und Ver­tretern der Re­li­gio­nen und religions­naher Ent­wick­lungs­or­ga­ni­sa­tio­nen

Internationale Allianzen Interner Link

Beim The­ma Re­li­gi­on und Ent­wick­lung ko­ope­riert das BMZ nicht nur mit Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten, son­dern auch mit in­ter­na­tio­na­len Ent­wick­lungs­or­ga­ni­sa­tio­nen und an­de­ren Ge­ber­län­dern. Lang­fris­ti­ges Ziel ist der Auf­bau ei­nes in­ter­na­tio­na­len Netz­werks, um ge­gen­sei­tig von den Er­fah­run­gen der an­de­ren zu ler­nen und mög­li­che Ko­ope­ra­ti­ons­fel­der zu er­schlie­ßen.

Deutsche Bischöfe in Fulda

Zu­sam­men­ar­beit mit den Kir­chen und an­de­ren Re­li­gi­ons­ge­mein­schaf­ten Interner Link

Die Kir­chen spie­len ei­ne her­aus­ra­gen­de Rol­le für die deut­sche Ent­wick­lungs­po­li­tik. Ge­mein­sam mit ih­ren Part­nern in den Ent­wick­lungs­län­dern en­ga­gie­ren sie sich seit mehr als 50 Jah­ren in der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit der Bun­des­re­pu­blik. Kirch­li­che Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit er­folgt un­ter­halb der staat­li­chen Ebe­ne. Sie ist durch ih­re be­son­de­re Nä­he zu den Ar­men ge­kenn­zeich­net. Oft sind die Kir­chen mit ih­ren welt­wei­ten Ver­bin­dun­gen und Fach­kräf­ten di­rekt vor Ort die ein­zi­ge Mög­lich­keit, auf die Ba­sis be­zo­ge­ne, den Grund­be­dürf­nis­sen der Men­schen die­nen­de Ent­wick­lungs­an­sät­ze zu för­dern.