Weltreligionen: Judentum, Islam, Buddhismus, Christentum, Hinduismus

Kräfte bündeln – mehr bewirken Religiöse Akteure als Partner der deutschen Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit

Auf der ganzen Welt sind Re­ligions­gemein­chaf­ten starke zivil­gesell­schaft­liche Kräfte. Sie enga­gieren sich auf viel­fältige Weise für die Verbes­serung der Lebens­bedingun­gen und eine nach­haltige Ent­wick­lung. Die deutsche Ent­wick­lungs­politik ist welt­an­schaulich neutral – sie vertritt aber klar formulierte politische, gesell­schaftliche und ethische Werte. Auf dieser Basis betrachtet das Bundes­ent­wick­lungs­ministerium (BMZ) Re­ligions­gemein­schaften als wichtige Partner bei der Erreichung der globalen Ent­wicklungs­ziele der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Mül­ler
Eine werte­basierte Ent­wick­lungs­politik nimmt den Beitrag der Religionen ernst, bezieht sie ein und findet gemein­same Wege, Hunger, Elend und Un­gerech­tig­keit zu über­winden.
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller
Standbild aus dem Video "Tom Wlaschiha: Religion und Entwicklungszusammenarbeit"

Video: Religion und Entwicklung

Religiöse Werte und Über­zeugun­gen beein­flussen das Denken und Handeln von Milliarden Menschen: Für vier von fünf Menschen welt­weit ist Religion wichtig. Re­li­gions­ge­mein­schaf­ten und ihre geistlichen Führe­rinnen und Führer genießen das Ver­trauen der Menschen und geben ihren Ge­mein­schaften Orien­tierung.

In vielen Part­ner­ländern der deutschen Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit werden Ge­sund­heits­ver­sor­gung, Bil­dungs­an­ge­bote und andere soziale Dienste zu großen Teilen von Re­li­gions­ge­mein­schaften ge­tragen – in Kenia und Uganda bei­spiels­weise zu über 40 Prozent. Das Engage­ment der Religions­gemein­schaf­ten ist lang­fristig, lokal und zuverlässig. Sie sind auch in weit abgele­genen Gebieten präsent, in Not- und Kon­flikt­situa­tionen und überall dort, wo die staat­lichen Institutionen zu schwach sind, um eine Versor­gung der Bevölkerung zu gewährleisten.

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Religion kann allerdings auch zur Aus­grenzung von Bevöl­kerungs­gruppen missbraucht werden. Sie trägt dann zu Into­leranz und Radikali­sierung und zur Verschärfung von Konflikten bei.

Doch wo Religion Teil des Problems ist, kann und muss sie auch Teil der Lösung sein. Deutschland stärkt daher Vertre­terinnen und Vertreter von Religions­gemein­schaften, die sich dem Missbrauch von Religion ent­gegen­stellen und sich für eine inter­natio­nale und re­ligions­über­greifen­de Zu­sammen­arbeit zur Erreichung der Ziele der Agenda 2030 einsetzen.


Deutsches Engagement

Siehe auch

Deutschland hat das große ent­wicklungs­politi­sche Potenzial der Religions­gemein­schaften in der Vergangen­heit zu wenig genutzt. Doch seit 2015 arbeitet das BMZ auf Basis seiner Strategie "Religionen als Partner in der Ent­wicklungs­zusammen­arbeit" verstärkt mit religiösen Akteuren zusammen.

Das Ministerium tritt dabei aus­drücklich nicht in Kon­kurrenz zur kirch­lichen Ent­wicklungs­zusammen­arbeit. Ziel ist, auch die religiö­sen Akteure zu erreichen, die nicht Partner der evange­lischen oder katho­lischen Kirche sind. Unter anderem arbeitet das BMZ mit Muslimen, Buddhisten, Hindus, Bahai und Sikhs zusammen.

Das BMZ hat ein Themen­team Religion ins Leben gerufen, um sich regel­mäßig mit der Zivil­gesell­schaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) auszu­tauschen. Darin sind unter­schiedliche Religions­gemein­schaften, Nicht­regierungs­organi­sationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), glaubens­basierte Organi­sationen, Durch­führungs­organi­sationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der Ent­wicklungs­zusammen­arbeit und die Wissen­schaft vertreten. Das Themen­team gibt wechsel­seitig Impulse für die konzep­tionelle und strate­gische Arbeit der Mitglieder und trägt die Debatte um Religion und Entwicklung in die Politik und Gesellschaft.

In seinen Partner­ländern fördert das BMZ Pilot­vorhaben, um gemeinsam mit den Religions­gemein­schaften vor Ort auf die Erreichung der nachhaltigen Entwicklungs­ziele (Sustainable Development Goals, SDGs) der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) hinzuwirken. Mit diesem Ansatz nimmt das BMZ global eine Vor­reiter­rolle ein: Für die meisten Geber ist die Zusammen­arbeit mit religiösen Akteuren ent­wicklungs­politisches Neuland.
 

Ei­ni­ge der glo­ba­len Ent­wick­lungs­zie­le als Sitz­kis­sen bei ei­ner Kon­fe­renz

Gemeinsam globale Entwicklungsziele erreichen Interner Link

Die Zusammenarbeit mit religiösen Akteuren kann eine hohe Wirksamkeit erzielen. Hier finden Sie einige Beispiele.

Frau­en beim Mit­tags­ge­bet in der Se­hit­lik Mo­schee in Ber­lin-Neu­kölln

International Partnership on Religion and Sustainable Development (PaRD) Interner Link

Als Gründungs­mitglied ist das BMZ seit 2016 maßgeblich am Erfolg der International Partnership on Religion and Sustainable Development (PaRD)  beteiligt.

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Religionen als Partner in der Entwicklungszusammenarbeit

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 01/2016 | Dateigröße 5 MB, Seiten 27 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei
Die Rolle von Religion in der deutschen Entwicklungspolitik

Die Rolle von Religion in der deutschen Entwicklungspolitik

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 03/2015 | Dateigröße 2 MB, Seiten 24 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei
Religionen und nachhaltige Entwicklung

Partner für den Wandel | Religionen und nachhaltige Entwicklung 

Auszug

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 11/2016 | Dateigröße 1000 KB, Seiten 24 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei