Kri­sen­prä­ven­ti­on De­mo­kra­tie und Rechts­staat­lich­keit

In fra­gi­len Staa­ten funk­tio­nie­ren die staat­li­chen In­sti­tu­tio­nen meis­tens nur ein­ge­schränkt oder gar nicht. Po­li­ti­sche Ak­teu­re so­wie Jus­tiz, Po­li­zei und Mi­li­tär han­deln dort in vie­len Fäl­len nicht neu­tral und am Ge­mein­wohl ori­en­tiert. Statt­des­sen sind sie in ers­ter Li­nie an der Durch­set­zung ei­ge­ner In­ter­es­sen und am Macht­er­halt in­ter­es­siert. Günst­lings­wirt­schaft, Kor­rup­ti­on, feh­len­de Rechts­si­cher­heit und die Ver­let­zung grund­le­gen­der Men­schen­rech­te zer­stö­ren das Ver­trau­en in den Staat und sei­ne Or­ga­ne und ver­hin­dern, dass die Be­völ­ke­rung ih­re Fä­hig­kei­ten zur Selbst­hil­fe ent­fal­ten kann.

Menschen warten in einer Schlange vor einem Wahllokal in Watumu, Kenia.

Men­schen war­ten in ei­ner Schlan­ge vor ei­nem Wahl­lo­kal in Wa­tu­mu, Ke­nia.

Men­schen war­ten in ei­ner Schlan­ge vor ei­nem Wahl­lo­kal in Wa­tu­mu, Ke­nia.

Die Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit för­dert dar­um die Ein­füh­rung von de­mo­kra­ti­schen Prin­zi­pi­en wie freie Wah­len, trans­pa­ren­te Re­gie­rungs­füh­rung und ei­ne un­ab­hän­gi­ge Jus­tiz. Im Rah­men der Zu­sam­men­ar­beit er­hal­ten staat­li­che Ein­rich­tun­gen An­ge­bo­te zu Po­li­tik­be­ra­tung und Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men. Es wer­den Re­for­men un­ter­stützt, die zum Bei­spiel auf ei­ne de­mo­kra­ti­sche Kon­trol­le der Si­cher­heits­kräf­te oder die Ein­füh­rung ei­ner trans­pa­ren­ten Haus­halts­füh­rung hin­wir­ken.

Ist die Zu­sam­men­ar­beit mit ei­ner Re­gie­rung ak­tu­ell nicht mög­lich, kon­zen­triert sich die Ko­ope­ra­ti­on auf lang­fris­ti­ge Maß­nah­men wie die För­de­rung zi­vil­ge­sell­schaft­li­cher Grup­pen, die ge­sell­schaft­li­che Ver­än­de­rungs- und De­mo­kra­ti­sie­rungs­pro­zes­se an­sto­ßen und tra­gen kön­nen.

Auch auf re­gio­na­ler Ebe­ne för­dert das BMZ den Auf­bau von Struk­tu­ren, die es er­mög­li­chen, Kri­sen vor­zu­beu­gen und Kon­flik­te ge­walt­frei zu lö­sen. Ein Bei­spiel ist die Afri­ka­ni­sche Frie­dens- und Si­cher­heits­ar­chi­tek­tur (African Peace and Se­cu­rity Ar­chi­tec­ture, AP­SA) der Afri­ka­ni­schen Uni­on, die von der deut­schen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit ma­ß­geb­lich un­ter­stützt wird.