Symbolfoto: Geldscheine werden durch ein Netz aufgefangen

Korruption Internationale Initiativen zur Korruptionsbekämpfung

Im Fol­gen­den fin­den Sie In­for­ma­tio­nen und wei­ter­füh­ren­de Links zu in­ter­na­tio­na­len In­itia­ti­ven und Ver­ein­ba­run­gen zur Kor­rup­ti­ons­be­kämp­fung.

UN-Konvention gegen Korruption

Im Ok­to­ber 2003 wur­de die UN-Kon­ven­ti­on ge­gen Kor­rup­ti­on (Externer Link) (United Na­tions Con­ven­tion against Cor­rup­tion, UN­CAC) ver­ab­schie­det, 2005 trat sie in Kraft. Bis De­zem­ber 2015 hat­ten 178 Län­der und die Eu­ro­päi­sche Uni­on die Kon­ven­ti­on ra­ti­fi­ziert.

Die UNCAC ist die ers­te um­fas­sen­de glo­ba­le Ver­ein­ba­rung zur Kor­rup­ti­ons­be­kämp­fung. Sie be­han­delt The­men wie Trans­pa­renz von Fi­nanz­trans­ak­tio­nen, Geld­wä­sche, Kor­rup­ti­on im Pri­vat­sek­tor, Par­tei­en­fi­nan­zie­rung und die Rol­le der Zi­vil­ge­sell­schaft. Mit der Ra­ti­fi­zie­rung ver­pflich­ten sich die Staa­ten, Kor­rup­ti­on vor­zu­beu­gen, sie in ih­ren ver­schie­de­nen Aus­prä­gun­gen straf­recht­lich zu ver­fol­gen so­wie in­ter­na­tio­nal bei der Er­mitt­lung und Rück­füh­rung il­le­gal er­wor­be­ner Ver­mö­gens­wer­te zu­sam­men­zu­ar­bei­ten.

Deutsch­land hat die Kon­ven­ti­on im De­zem­ber 2003 un­ter­zeich­net und im No­vem­ber 2014 ra­ti­fi­ziert.

OECD-Konvention zur Aus­lands­be­stechung

En­de 1997 un­ter­zeich­ne­ten die Mit­glieds­staa­ten der Or­ga­ni­sa­ti­on für wirt­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (OECD (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) das Über­ein­kom­men über die Be­kämp­fung der Be­stechung aus­län­di­scher Amts­trä­ger im in­ter­na­tio­na­len Ge­schäfts­ver­kehr (Externer Link). Es er­mög­licht, die Be­stechung aus­län­di­scher Amts­trä­ger als In­lands­tat zu ver­fol­gen und ist da­mit Grund­la­ge für Kor­rup­ti­ons­be­kämp­fung im glo­ba­len Kon­text. Ne­ben den 37 OECD-Staa­ten ha­ben sie­ben wei­te­re Län­der (Ar­gen­ti­ni­en, Bra­si­li­en, Bul­ga­ri­en, Ko­lum­bi­en, Lett­land, Russ­land und Süd­afri­ka) die Kon­ven­ti­on un­ter­zeich­net und ra­ti­fi­ziert.

Ver­pflich­tung zu Trans­­pa­­renz in den Er­­klä­­run­­gen von Pa­ris, Ac­cra und Busan

In der Er­klä­rung von Pa­ris (Externer Link) über die Wirk­sam­keit der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit ha­ben sich Ge­ber- und Neh­mer­län­der 2005 zu ei­nem trans­pa­ren­ten und re­chen­schafts­pflich­ti­gen Ver­hal­ten ver­pflich­tet. Die­se Ver­ein­ba­rung wur­de im Rah­men der Ac­cra Agenda for Ac­tion 2008 be­kräf­tigt und aus­ge­wei­tet.

In der Ab­schluss­erklä­rung zur Ent­wick­lungs­part­ner­schaft von Busan (Externer Link) for­der­ten die Teil­neh­mer 2011 ei­ne "Null-To­le­ranz-Kul­tur" in Be­zug auf al­le For­men der Kor­rup­ti­on (Ar­ti­kel 33). Um Trans­pa­renz in der staat­li­chen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit zu ge­währ­leis­ten, sol­len al­le In­for­ma­tio­nen zu Fi­nan­zie­rung, Ver­trags­be­din­gun­gen und Er­geb­nis­sen ver­öf­fent­licht wer­den (Ar­ti­kel 23a).

Stra­te­gie zur Kor­­rup­­ti­­ons­­be­­kämp­­fung der Welt­­bank

Die Welt­bank ver­ab­schie­de­te 2007 ei­ne Stra­te­gie zur Kor­rup­ti­ons­be­kämp­fung (Externer Link) (Gov­er­nance and Anti-Cor­rup­tion Strat­egy), 2012 wur­de sie ak­tua­li­siert.

Mit­hil­fe die­ser Stra­te­gie sol­len bei al­len Kre­dit­pro­gram­men und Pro­jek­ten der Welt­bank die Geld­flüs­se stär­ker über­wacht wer­den. Sie kön­nen auch ge­stoppt oder ver­zö­gert wer­den, wenn Re­gie­run­gen nicht hart ge­nug ge­gen das Ver­si­ckern von Mit­teln vor­ge­hen. Ei­ne ver­bes­ser­te Re­gie­rungs­füh­rung in den Kre­dit­neh­mer­län­dern soll au­ßer­dem die Wir­kung von ent­wick­lungs­po­li­ti­schen Maß­nah­men ver­bes­sern.

Gruppe der Sieben (G7) und Gruppe der Zwanzig (G20)

Die G7 zählt die Be­kämp­fung der Kor­rup­ti­on zu ih­ren wich­tigs­ten Auf­ga­ben. In der Ab­schluss­erklä­rung des G7-Gip­fels in El­mau (Externer Link) 2015 hei­ßt es: "Wir wis­sen um die Be­deu­tung von Trans­pa­renz in Be­zug auf wirt­schaft­li­che Ei­gen­tü­mer bei der Be­kämp­fung von Steu­er­hin­ter­zie­hung, Kor­rup­ti­on und an­de­ren Ak­ti­vi­tä­ten, die il­le­ga­le Fi­nanz­strö­me her­vor­brin­gen, und ver­pflich­ten uns, ak­tu­el­le Be­rich­te über die Um­set­zung un­se­rer Na­tio­na­len Ak­ti­ons­plä­ne zu lie­fern."

Auch die G20 be­fasst sich mit der Prä­ven­ti­on und Be­kämp­fung von Kor­rup­ti­on. Auf dem Gip­fel von To­ron­to 2010 wur­de ei­ne Er­klä­rung ver­ab­schie­det, die die zer­stö­re­ri­schen Aus­wir­kun­gen von Kor­rup­ti­on auf die Welt­wirt­schaft und die Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit be­tont. Zu­gleich wur­de ei­ne Ar­beits­grup­pe (Externer Link) zum The­ma ge­grün­det. Ih­re Ar­beit ori­en­tiert sich am G20-Ak­ti­ons­plan zur Kor­rup­ti­ons­be­kämp­fung (Externer Link), der al­le zwei Jah­re über­ar­bei­tet wird.

Initiativen in Europa

Die Be­kämp­fung der Kor­rup­ti­on wird im Ver­trag über die Eu­ro­päi­sche Uni­on als wich­ti­ges Mit­tel zur Schaf­fung ei­nes eu­ro­päi­schen Raums der Frei­heit, der Si­cher­heit und des Rechts be­nannt.

Die EU hat ei­ne Rei­he von Über­ein­kom­men und Pro­to­kol­len zum The­ma Kor­rup­ti­ons­be­kämp­fung ver­ab­schie­det. Das Eu­ro­päi­sche Amt für Be­trugs­be­kämp­fung (Externer Link) (OLAF) be­schäf­tigt sich im Rah­men von Wirt­schafts­kri­mi­na­li­tät auch mit Kor­rup­ti­on.

Der Eu­ro­pa­rat grün­de­te 1999 die Staa­ten­grup­pe ge­gen Kor­rup­ti­on (Group of States against Cor­rup­tion (Externer Link), GRE­CO). Über ei­nen Pro­zess der ge­gen­sei­ti­gen Be­ur­tei­lung wird be­wer­tet, in­wie­weit die Mit­glieds­län­der die An­ti­kor­rup­ti­ons­stan­dards des Eu­ro­pa­rats re­spek­tie­ren und ein­hal­ten.

U4 An­ti-Cor­rup­ti­on Re­sour­ce Cent­re

Das U4 Anti-Cor­rup­tion Re­source Cen­tre (Externer Link) un­ter­stützt die Or­ga­ni­sa­tio­nen der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit von zur­zeit neun Ge­ber­län­dern da­bei, Kor­rup­ti­ons­prä­ven­ti­on und -be­kämp­fung in ih­re prak­ti­sche Ar­beit ein­zu­bin­den und ent­spre­chen­de Stra­te­gi­en in den Part­ner­län­dern zu för­dern. U4 be­treibt ei­ge­ne pra­xis­ori­en­tier­te For­schung so­wie ei­ne Dia­log- und Wis­sens­platt­form im In­ter­net und bie­tet Be­ra­tung und Fort­bil­dun­gen für Mit­ar­bei­ter der Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit an.  

Deutsch­land war 2002 Mit­grün­der des Kom­pe­tenz­zen­trums. Das BMZ ist in der Steue­rungs­grup­pe der Ge­ber ver­tre­ten.

Kor­rup­ti­ons­­be­­kämp­­fung als Grund­­satz des Glo­bal Com­pact

1999 hat der da­ma­li­ge Ge­ne­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Na­tio­nen, Ko­fi Annan, ei­ne welt­wei­te Al­li­anz zwi­schen den Ver­ein­ten Na­tio­nen und der Pri­vat­wirt­schaft ins Le­ben ge­ru­fen.

Der so­ge­nann­te Global Com­pact (Externer Link) soll dem Glo­ba­li­sie­rungs­pro­zess ein "so­zia­le­res Ge­sicht" ge­ben. Ein Grund­satz for­dert "die Selbst­ver­pflich­tung, Kor­rup­ti­on in al­len For­men, ein­schlie­ß­lich Er­pres­sung und Be­stech­lich­keit, zu be­geg­nen".

Allianz für Integrität

Die Al­li­anz für In­te­gri­tät (Externer Link) (AfIn) wur­de ge­grün­det, um re­gel­kon­for­mes Ver­hal­ten in der Pri­vat­wirt­schaft zu för­dern. Als ei­ne so­ge­nann­te "Col­lec­tive-Ac­tion-Ini­tia­tive" bringt sie Gleich­ge­sinn­te zu­sam­men, um Kor­rup­ti­on zu ver­hin­dern und Trans­pa­renz und In­te­gri­tät in der Wirt­schaft zu stär­ken.

Die Al­li­anz wird von na­tio­na­len und mul­ti­na­tio­na­len Un­ter­neh­men, Wirt­schafts­ver­bän­den, staat­li­chen und zi­vil­ge­sell­schaft­li­chen In­sti­tu­tio­nen so­wie von in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen un­ter­stützt.

Sie för­dert den Aus­tausch zwi­schen Wirt­schafts­un­ter­neh­men und zwi­schen öf­fent­li­chem und pri­va­tem Sek­tor, un­ter­stützt Maß­nah­men, um das Be­wusst­sein für das The­ma In­te­gri­tät zu schär­fen und führt Com­pli­an­ce- und An­ti­kor­rup­ti­ons­trai­nings in Part­ner­län­dern durch. Da­durch leis­tet die AfIn ei­nen wich­ti­gen Bei­trag zu ei­ner kor­rup­ti­ons­frei­en Ge­schäfts­welt.

Weitere Initiativen

Bü­ro für Dro­gen- und Ver­bre­chens­be­kämp­fung der Ver­ein­ten Na­tio­nen (UN­ODC) (Externer Link)
Ge­mein­sam mit dem UNODC un­ter­stützt Deutsch­land sei­ne Part­ner­län­der bei der Um­set­zung der UN-Kon­ven­ti­on ge­gen Kor­rup­ti­on.

Stolen As­set Re­cov­ery Ini­tia­tive (Externer Link)
Die In­itia­ti­ve ist ei­ne Part­ner­schaft zwi­schen der Welt­bank und der UNODC. Sie tritt ge­gen Kor­rup­ti­on und Geld­wä­sche ein und un­ter­stützt Ent­wick­lungs­län­der da­bei, durch Kor­rup­ti­on ent­gan­ge­ne Ver­mö­gens­wer­te zu­rück­zu­ho­len.

Ju­di­cial In­tegrity Group (JIG): Ban­ga­lore Prin­ci­ples of Ju­di­cial Con­duct (Externer Link)
Die JIG setzt sich aus Prä­si­den­ten der Obers­ten Ge­richts­hö­fe welt­weit zu­sam­men. Die Ar­beits­grup­pe hat mit Un­ter­stüt­zung der GIZ In­te­gri­täts­stan­dards für die Jus­tiz er­ar­bei­tet so­wie ei­nen Kom­men­tar ver­fasst, der die­se Prin­zi­pi­en er­läu­tert und in­ter­es­sier­ten Staa­ten da­bei hilft sie um­zu­set­zen.

Anti-Cor­rup­tion Task Team (OECD/DAC)
In die­ser Ar­beits­grup­pe dis­ku­tie­ren bi­la­te­ra­le und mul­ti­la­te­ra­le Ge­ber dar­über, wie die Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit in der Kor­rup­ti­ons­be­kämp­fung sinn­voll ko­or­di­niert wer­den kann. Der Ent­wick­lungs­aus­schuss der OECD hat Vor­ga­ben aus­ge­ar­bei­tet, um An­ti­kor­rup­ti­ons­stra­te­gi­en der Part­ner­län­der zu un­ter­stüt­zen.

OECD-Leit­sät­ze für mul­ti­na­tio­na­le Un­ter­neh­men (Externer Link)
Die OECD-Leit­sät­ze stel­len Emp­feh­lun­gen für ein ver­ant­wor­tungs­vol­les und recht­mä­ßi­ges un­ter­neh­me­ri­sches Ver­hal­ten bei Aus­lands­ak­ti­vi­tä­ten dar. Sie ha­ben kei­nen recht­lich zwin­gen­den Cha­rak­ter.

In­itia­ti­ve für mehr Trans­pa­renz in der Roh­stoff­in­dus­trie (EI­TI (Externer Link))
EITI hat das Ziel, dass Roh­stoff ab­bau­en­de Fir­men ih­re Zah­lun­gen an Ent­wick­lungs­län­der of­fen­le­gen, um so ei­nen Miss­brauch der Mit­tel zu ver­hin­dern.

Wa­ter In­tegrity Net­work (Externer Link)
Das Wa­ter In­tegrity Net­work wur­de 2006 mit dem Ziel ge­grün­det, Kor­rup­ti­on im Was­ser­sek­tor zu be­kämp­fen. Das Netz­werk will Re­gie­run­gen, Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen und Pri­vat­wirt­schaft zu­sam­men­brin­gen, um im Be­reich Was­ser­ver­sor­gung und Ab­was­ser­ent­sor­gung spe­zi­fi­sche An­ti­kor­rup­ti­ons­in­stru­men­te zu ent­wi­ckeln.

Global Fi­nan­cial In­tegrity (Externer Link) (GFI)
Das Netz­werk hat sich dem Kampf ge­gen il­le­ga­le Fi­nanz­strö­me ver­schrie­ben. Vie­le Gel­der aus Kor­rup­ti­ons­fäl­len wer­den aus Ent­wick­lungs­län­dern her­aus­ge­schafft und im glo­ba­len Fi­nanz­kreis­lauf ver­steckt und rein­ge­wa­schen. GFI ar­bei­tet an Stu­di­en zu die­sem The­ma und ent­wi­ckelt dar­aus Emp­feh­lun­gen für die in­ter­na­tio­na­le Fi­nanz­po­li­tik.