Ausgetrockneter Ackerboden in Tunesien

Globale Initiative Katastrophen­risiko­management (GIKRM) Entwicklungserfolge besser absichern

2013 beschloss die Bundes­regierung, den deutschen Beitrag zur Verbesserung des welt­weiten Katastrophen­risiko­manage­ments auszuweiten. Dafür rief das BMZ die Globale Initiative Katastrophen­risiko­manage­ment (GIKRM) (Externer Link) ins Leben.

Phase 1: Passgenaue Lösungen entwickeln

In ihrer ersten Phase (2013 bis 2018) förderte die GIKRM verschiedene Netz­werke aus Politik, Privat­wirt­schaft und Wissen­schaft. Ziel war, pass­genaue Lösungen für spezifische Heraus­forderungen im Katastrophen­risiko­manage­ment zu entwickeln. Die Partner­länder wurden dabei unter­stützt, sich auf extreme Natur- und Wetter­ereignisse vorzubereiten und Entwick­lungs­fort­schritte abzusichern.

Phase 2: Mehr Wirksamkeit durch mehr Abstimmung

In ihrer zweiten Phase (2018 bis 2020) konzentrierte sich die GIKRM auf das Thema Kohärenz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Alle ab 2015 verabschiedeten wichtigen inter­nationalen Abkommen, insbesondere die Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), das Pariser Klima­abkommen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), die Neue Urbane Agenda und das Sendai-Rahmen­werk für Katastrophen­vorsorge (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), haben das gemeinsame Ziel, schäd­liche Aus­wirkungen von Extrem­ereignissen auf Gesell­schaft, Öko­systeme und Infra­struktur zu verringern. Die sich daraus ergebenen Verpflichtungen für die Mitglieds­staaten wurden jedoch nicht aufeinander abgestimmt.

Um die verschiedenen Ziele zu erreichen, die Wirk­sam­keit der einzelnen Maß­nahmen zu gewähr­leisten und dabei die nationale Leistungs­fähig­keit insbesondere der Ent­wick­lungs­länder nicht zu über­fordern, ist ein abgestimmter Ansatz der Planung, Umsetzung und Bericht­erstattung zu den genannten Abkommen notwendig. Die GIKRM förderte im Auftrag des BMZ ausgewählte inter­nationale und nationale, staatliche und nicht staatliche Akteure in ihren Kohärenz­bestrebungen.

Um einen Erfahrungs­austausch "von unten" zu ermöglichen, bringt das BMZ nationale und lokale Beispiele für gelungene Agenda-Kohärenz in regionale und inter­nationale Gremien ein.

Phase 3: Risikomanagement als Querschnittsthema verankern

Die dritte Phase der GIKRM startete im November 2020. Gestützt auf die Lern­erfahrungen aus den beiden voran­gegangenen Phasen soll die Initiative das Leit­prinzip der risiko­informierten Entwicklung und den Ansatz des umfassenden Risiko­manage­ments in regionale, nationale und lokale Strukturen im südlichen Afrika, Asien und Latein­amerika einbringen. 

Risiken haben das Potenzial, durch Rück­kopplungs­effekte Schäden in mehreren Lebens- und Wirtschaftsbereichen anzurichten. Sie stellen damit eine besondere Heraus­forderung für etablierte Risiko­management­institutionen dar, die sich bislang auf einzelne Gefahren konzentrieren. Risiko­informierte Entwicklung bezeichnet ein Entwick­lungs­verständnis, das Risiken aus mehreren Bereichen, etwa Klima­wandel, fragile Staat­lich­keit oder Bevölke­rungs­wachstum, berücksichtigt.

Das Vorhaben knüpft an bilaterale und regionale Ent­wick­lungs­vorhaben an und trägt dazu bei, Kata­stro­phen­risiko­manage­ment als Quer­schnitts­thema in verschiedenen Arbeits­feldern der Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit zu verankern. So können Ent­wick­lungs­erfolge besser abgesichert werden.