Ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Mül­ler be­sich­tigt die Milch­pro­duk­ti­ons­an­la­ge im Grü­nen In­no­va­ti­ons­zen­trum am Bu­ku­ra Agri­cul­tu­ral Col­le­ge in Ke­nia.

Hintergrund Grüne Innovationszentren: Einkommen von Kleinbauern steigern

Noch nie wurden weltweit so viele Nahrungsmittel produziert wie heute – dennoch sind zwei Milliarden Menschen chronisch mangelernährt, etwa 815 Millionen von ihnen hungern. Am schlimmsten betroffen sind die ländlichen Gebiete und dort besonders die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern.

Um die Nahrungsmittelversorgung für die wachsende Weltbevölkerung nachhaltig zu sichern, muss die Produktivität der kleinbäuerlichen Landwirtschaft gesteigert werden. Die Kleinbauern brauchen Zugang zu Wissen, Märkten, Kapital und Betriebsmitteln. Produktion, Weiterverarbeitung und Vermarktung müssen eng miteinander verknüpft werden.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert deshalb eine lokal angepasste und nachhaltige Entwicklung der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Im Rahmen seiner Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" hat das BMZ in 15 Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit Grüne Innovationszentren ins Leben gerufen. Bis März 2024 stellt das Ministerium dafür 415 Millionen Euro bereit. In diesem Zeitraum sollen die Lebensbedingungen von elf Millionen Menschen verbessert werden.

Innovation konkret

Kernaufgabe der Grünen Innovationszentren ist die Weiterentwicklung der Agrar- und Ernährungswirtschaft durch innovative Methoden, Techniken und Organisationsformen. Dabei handelt es sich zum einen um den Einsatz von hochwertigem Saatgut und Dünger oder um technische Neuerungen – etwa um moderne Anbau- und Erntemethoden. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist auch die Einführung effizienter Trocknungsmethoden und der Aufbau von Kühlsystemen für die Lagerung von landwirtschaftlichen Produkten. 

Zum anderen sind aber auch neue Formen der Zusammenarbeit wichtige Arbeitsfelder der Grünen Innovationszentren – zum Beispiel der Aufbau von Erzeugergemeinschaften und bäuerlichen Interessenvertretungen. Die Zentren fördern zudem begleitende Dienstleistungen für Kleinbäuerinnen und -bauern wie Beratungen, Schulungen und Fortbildungen sowie den Zugang zu Krediten und anderen Finanzprodukten. Besonders im Fokus stehen die Belange von Jugendlichen und von Frauen. Sie werden unter anderem durch spezielle Ausbildungs- und Beratungsangebote unterstützt.

In den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit kooperieren die Innovationszentren eng mit den Regierungen, mit privaten und öffentlichen Organisationen der Agrar- und Ernährungswirtschaft, mit Forschungseinrichtungen, Unternehmen sowie mit Nichtregierungsorganisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Ebenso binden sie deutsches und internationales Know-how aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Wirtschaft aktiv für die Ernährungssicherung ein und können so auf viele bereits gesammelte Erfahrungen zurückgreifen.