Hintergrund Fisch – begehrt, bedroht, benötigt

Männer und Frauen beim Fischhandel am Viktoriasee

Männer und Frauen beim Fischhandel am Viktoriasee

Männer und Frauen beim Fischhandel am Viktoriasee

Weltweit arbeiten 59,6 Millionen Menschen als Vollzeit-, Teilzeit- oder Gelegenheitstätige im Fischerei- (40,3 Millionen) beziehungsweise Aquakultursektor (19,3 Millionen). Zusammen mit nachgelagerten Tätigkeiten (Verarbeitung, Vermarktung) hängen 120 Millionen Menschen direkt von der Fischerei ab. Laut einer Studie der Weltbank leben 97 Prozent aller im Fischfang und in der Fischverarbeitung tätigen Menschen in Entwicklungsländern.

Doch die weltweiten Fischbestände sind stark bedroht. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schätzt, dass 33 Prozent aller erfassten Bestände überfischt sind und 60 Prozent an der maximalen Grenze zur Nachhaltigkeit befischt werden.

Gründe dafür sind das immense Wachstum und die inzwischen extrem hohe Technisierung des globalen Fischfangs sowie die illegale Fischerei.

Nachhaltiges Fischereimanagement und Aquakultur

Für den Erhalt der Fischbestände ist ein nachhaltiges Fischereimanagement notwendig. Wo Fischfang geregelt und kontrolliert stattfindet, kann illegales Abfischen eingedämmt werden, können sich Bestände erholen und legale Kleinfischer ihr Einkommen und ihre Ernährung besser absichern.

Auch die handwerkliche Aquakultur in kleinen und mittelständischen Betrieben kann einen Beitrag zur Ernährungssicherung der Bevölkerung, die vom Fischkonsum abhängig ist, leisten. Kontrollierte Zucht kann den Druck, den die Fischerei auf die wilden Fischbestände ausübt, reduzieren helfen – allerdings nur, wenn es gelingt, den Fischmehl- und Fischölverbrauch für Aquakulturfutter weiter zu senken. Aquakultur ist inzwischen der am schnellsten wachsende Sektor im Bereich der Produktion von tierischen Nahrungsmitteln.