Fischer am Strand von Colombo, Sri Lanka

Ernährungssicherung Nachhaltige Fischerei und Aquakultur

In den vergangenen 50 Jahren hat sich der Fischkonsum weltweit mehr als verdoppelt. Für viele Menschen, insbesondere in Entwicklungsländern, gehören Fischereiprodukte zu den wichtigsten Protein- und Mikronährstoffquellen. Fisch spielt daher bei der Ernährungssicherung und der Bekämpfung von Mangelernährung eine Schlüsselrolle. 

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert deshalb in seinen Partnerländern die handwerkliche Fischerei und Fischzucht (Aquakultur), das nachhaltige Management der Fischbestände und Fischfarmen, einen nachhaltigen Fischkonsum und die Bekämpfung der illegalen Fischerei.

Männer und Frauen beim Fischhandel am Viktoriasee

Hintergrund Fisch – begehrt, bedroht, benötigt Interner Link

Weltweit arbeiten 59,6 Millionen Menschen als Vollzeit-, Teilzeit- oder Gelegenheitstätige im Fischerei- (40,3 Millionen) beziehungsweise Aquakultursektor (19,3 Millionen). Zusammen mit nachgelagerten Tätigkeiten (Verarbeitung, Vermarktung) hängen 120 Millionen Menschen direkt von der Fischerei ab. Laut einer Studie der Weltbank leben 97 Prozent aller im Fischfang und in der Fischverarbeitung tätigen Menschen in Entwicklungsländern. Doch die weltweiten Fischbestände sind stark bedroht.

Deutsches Engagement Nachhaltige Fischerei und Aquakultur fördern

Eine Fischverkäuferin in Kenia

Eine Fischverkäuferin in Kenia

Eine Fischverkäuferin in Kenia

Der 10-Punkte-Aktionsplan Meeresschutz und Nachhaltige Fischerei des Bundesentwicklungsministerium (BMZ) legt drei zentrale Punkte bezüglich seines Engagements fest: 

  • nachhaltige handwerkliche Fischerei und Aquakultur fördern, 
  • nachhaltige und sozialverantwortliche Verarbeitung und Vermarktung von Fisch fördern und 
  • Partnerländer bei der Bekämpfung illegaler, ungemeldeter und unregulierter Fischerei unterstützen. 

Mit seiner Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" trägt das BMZ dazu bei, Fisch für Menschen, die unter Ernährungsunsicherheit leiden, besser verfügbar zu machen. Insbesondere die Bevölkerung in Regionen mit eigenen Fischvorkommen in ihren Meeresgebieten und Binnengewässern soll gesundheitlich und finanziell besser von Fischerei und Aquakultur profitieren. Nachhaltig wirtschaftende Kleinfischer und Aquakulturbauern werden dazu gezielt gestärkt.

Auf internationaler Ebene und in verschiedenen Partnerländern in Asien und Afrika unterstützt das BMZ Bemühungen zum nachhaltigen Management der Kleinfischerei, zur Zertifizierung von Fischereiprodukten und zur Bekämpfung von illegaler, ungemeldeter und unregulierter Fischerei. Die Freiwilligen Leitlinien der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (Externer Link) (FAO) für nachhaltige Kleinfischerei und der Verhaltenskodex der FAO für verantwortungsvolle Fischerei (Externer Link) gelten bei allen Projekten als Richtlinien. 

Mehr über das deutsche Engagement zu Fischerei und Aquakultur lesen Sie hier

Konkrete Erfolge  Fischereiüberwachung vor der afrikanischen Küste

Fischerboote liegen an einer Anlandestelle des Fischmarktes Nouakchott, Mauretanien

Fischerboote liegen an einer Anlandestelle des Fischmarktes Nouakchott, Mauretanien

Fischerboote liegen an einer Anlandestelle des Fischmarktes Nouakchott, Mauretanien

Das Gebiet vor der mauretanischen Küste zählt zu den fischreichsten Meeresarealen der Welt. Der Fischereisektor in Mauretanien liefert nicht nur Nahrung für die Bevölkerung Westafrikas, er ist auch einer der größten Arbeitgeber und Devisenbringer. Doch durch die steigende Zahl an Fängen drohte die Überfischung – mit negativen Folgen für die mauretanische Wirtschaft, das Ökosystem, die Fischbestände und die Nahrungsmittelversorgung der Nachbarländer.

Um die Fischbestände zu schützen, hat Mauretanien Pläne zu ihrer nachhaltigen Bewirtschaftung entwickelt und setzt diese mit deutscher Unterstützung um. Die Pläne regeln, wo, wann und wie viel gefangen werden darf. Um diese Regeln durchzusetzen, hat das Land eine moderne und effiziente Fischereiüberwachung für seine 200-Seemeilen-Bewirtschaftungszone aufgebaut. 

Eine eigene hochseetaugliche Fregatte kontrolliert im Verbund mit kleineren Fischereischutzbooten die Gewässer, zudem wird der Schiffsverkehr mit Radar, Transpondern und per Satellit überwacht. Gefördert wurde auch der Aufbau einer Behörde zur Fischereiüberwachung, die Strafgelder für illegale Fischerei festlegen und einziehen kann. Mauretanien ist neben Südafrika das einzige afrikanische Land, das ein solches Fischereiüberwachungssystem eingerichtet hat.