Schwarze Letschwe - eine Antilopenart - im Bangweulu Wetlands National Park, Sambia

Naturerbe-Fonds Der Legacy Landscapes Fund: Biologische Vielfalt für die Menschheit bewahren

Logo: Legacy Landscapes Fund
Logo: Legacy Landscapes Fund

In den vergangenen Jahr­zehnten hat sich der Verlust von Arten und Lebens­räumen dramatisch beschleunigt. Drei Viertel der arten­reichsten Gebiete der Erde befinden sich in Entwicklungs- und Schwellen­ländern. Ihren Schutz können viele Staaten nicht aus eigenen Mitteln finanzieren.

Diese Finan­zierungs­lücke will der Legacy Landscapes Fund (Externer Link) (LLF) schließen. Deutschland hat bisher insgesamt 182,5 Millionen Euro für den Weltnaturerbefonds zugesagt (Stand: Mai 2022).

Kanuku Mountains Schutzgebiet, Guyana

Aufzeichnung Pressekonferenz zum Legacy Landscapes Fund am 17. Mai 2022

Bundesministerin Svenja Schulze stellt die weitere deutsche Unterstützung für den Weltnaturerbefonds vor.

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Svenja Schulze, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Mit dem Welt­natur­erbe­fonds unter­stützen wir heraus­ragende Natur­räume welt­weit. Die Schutz­gebiete in Ent­wick­lungs­ländern brauchen eine ver­läss­liche lang­fristige Finan­zierung und Ver­waltung, für Natur- und Klima­schutz, aber auch als Lebens­unterhalt für die Menschen vor Ort.
Svenja Schulze Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Der Naturerbe-Fonds bringt als unabhängige Stiftung öffentliche und private Geber zusammen.

Ziele des LLF:

  • den Schutz von bis zu 30 Gebieten mit außergewöhnlichem Artenreichtum in Entwicklungsländern dauerhaft finanzieren und so den weltweiten Verlust der Biodiversität stoppen,
  • insgesamt eine Fläche von mehr als 60.000 Quadratkilometern schützen, was der doppelten Größe Belgiens entspricht,
  • bis 2030 einen Kapitalstock von rund einer Milliarde US-Dollar aufbauen, um die langfristige Grundfinanzierung der Schutzgebiete zu sichern.

Der LLF wurde im Dezember 2020 gegründet und hat im Frühjahr 2021 seine Arbeit aufgenommen.

An dem Naturerbe-Fonds beteiligen sich Deutschland, Frankreich, private Stiftungen, Unternehmen und internationale Naturschutzorganisationen. Außerdem wird der LLF von der EU-Kommission, dem UNESCO World Heritage Center und der Weltnaturschutzunion IUCN unterstützt.

Hintergrundinformationen

Arbeitsweise des Fonds

Wie wird der Fonds finanziert?

Finanzierung des Legacy Landscapes Fund
Finanzierung des Legacy Landscapes Fund

Der Legacy Landscapes Fund ist eine unabhängige Stiftung nach deutschem Recht.

Er bündelt öffentliche und private Beiträge. Die Einlagen fließen in das Kapital der Stiftung. 

Für eine dauerhafte Grundfinanzierung von 30 Schutzgebieten wird ein Kapitalstock von rund einer Milliarde US-Dollar bis 2030 angestrebt.

Dafür müssten bis 2030 jährlich mindestens 100 Millionen US-Dollar aufgebracht werden.

  • Deutschland hat bisher insgesamt 182,5 Millionen Euro zugesagt (Stand: Mai 2022).
  • Frankreich hat im März 2022 einen Beitrag in Höhe von 15 Millionen Euro bewilligt.
  • Die Zusagen von privaten Gebern (Ko-Finanzierungen und direkte Beiträge) belaufen sich auf rund 35,4 Millionen Euro (Stand: Mai 2022)

Vom Legacy Landscapes Fund geförderte Schutzgebiete

Karte der Pilotprojekte des Legacy Landscapes Fund
Karte der Pilotprojekte des Legacy Landscapes Fund

Der Legacy Landscapes Fund unterstützt zurzeit fünf Standorte (Stand: Mai 2022): Den Nord-Luangwa-Natio­nal­park in Sambia und den National­park Madidi in Bolivien, den Odzala-Ko­koua-National­park in der Republik Kongo, den Gona­rezhou-National­park in Simbabwe und den Gunung Leuser Nationalpark in Indonesien.

Zwei weitere Schutzgebiete sollen 2022 folgen. Im Rahmen von Sozial- und Umwelt­verträg­lich­keits­studien wird geprüft, ob sie für eine Förderung durch den LLF in Frage kommen.

Weitere Informationen darüber finden Sie hier (Externer Link).

Malachitnektarvogel
Fluss im Nationalpark Madidi in Bolivien

Bolivien Madidi-Nationalpark

Waldelefant im Odzala-Kokoua-Nationalpark in der Republik Kongo

Republik Kongo Odzala-Kokoua-Natio­nal­park

Antilope im Gonarezhou-Nationalpark in Simbabwe

Simbabwe Gonarezhou-Nationalpark

Orang-Utan im Gunung Leuser Nationalpark

Indonesien Gunung Leuser National­park 

Pressemitteilung vom 17. Mai 2022
Kaieteur-Wasserfälle in Guyana

Ministerin Schulze sagt 100 Millionen Euro für die wert­vollsten Natur­schutz­gebiete der Welt zu Interner Link

Der vom BMZ gegründete Welt­natur­erbe­fonds soll die wert­vollsten Natur­schutz­gebiete der Welt dauer­haft schützen. Das BMZ fördert den internationalen Fonds mit weiteren 100 Millionen Euro. Damit leistet Deutschland einen wich­tigen Beitrag zum Erhalt über­lebens­wichtiger Öko­systeme in Ent­wick­lungs­ländern.

Pressemitteilung vom 16. Dezember 2021
Waldelefant im Gonarezhou-Nationalpark in Simbabwe

Weltnaturerbe­fonds verstärkt Unter­stützung für zwei arten­reiche Schutz­gebiete in Afrika Interner Link

Das Kuratorium des Welt­naturerbe­fonds hat die Finanzierung von zwei global bedeutsamen Schutz­gebieten be­schlos­sen: Der Odzala-Kokoua-Natio­nal­park in der Republik Kongo und der Gonarezhou-Natio­nal­park in Simbabwe werden für mindestens 15 Jahre mit jährlich einer Million US-Dollar pro Park gefördert.

Das deutsche Engagement für den Erhalt der Biodiversität

Deutschland stellt als einer der größten Geber jährlich mehr als 500 Millionen Euro für den Erhalt der Biodiversität in Entwicklungsländern bereit, davon über 400 Millionen Euro aus dem Haushalt des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ). 

2021 ist ein wichtiges Jahr für Biodiversität, das BMZ will seine Investitionen in den Biodiversitätserhalt in diesem Jahr auf 600 Millionen Euro erhöhen.

Insgesamt unterstützt Deutschland damit 668 Schutzgebiete mit einer Gesamtfläche von über zwei Millionen Quadratkilometern. Das ist eine Fläche sechsmal so groß wie Deutschland.
 

Beispiele

Rangerinnen im namibischen Khaudum-Nationalpark, der Teil des grenzübergreifenden KAZA-Projekts ist

Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area Interner Link

Im südlichen Afrika ist eines der weltweit größten Naturschutzgebiete der Welt entstanden. Das BMZ fördert den Aufbau des Schutzgebiets mit mehr als 35 Millionen Euro.

Weißspitzen-Hochseehai in Begleitung einiger Pilotfische

Blue Action Fund Interner Link

Das BMZ hat bereits 2016 mit dem Blue Action Fund einen der weltweit größten Fonds für die Unterstützung von marinen Schutzgebieten gegründet.