Berliner Schutzkonferenz zum afrikanischen Regenwald Entwicklungs­minister Müller fordert "Fair Deal" für Waldschutz

Pressemitteilung vom 7. September 2021 | Ziel der Tropen­wald-Konferenz (Externer Link) ist ein besserer Schutz der Regen­wälder weltweit. Im Kongo­becken steht der zweitgrößte Regenwald der Erde. Gemeinsam mit Vertretern der zehn Anrainerstaaten hat Bundes­entwicklungs­minister Gerd Müller verstärkte Schutz­maß­nahmen vereinbart.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (links) und Jules Doret Ndongo, Forstminister von Kamerun und Präsident der zentralafrikanischen Forstkommission (COMIFAC) (rechts), nach der Unterzeichnung der Deklaration über den Schutz des Regenwaldes im Kongobecken am 7. September 2021 mit Moderatorin Katie Gallus 

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (links) und Jules Doret Ndongo, Forstminister von Kamerun und Präsident der zentralafrikanischen Forstkommission (COMIFAC) (rechts), nach der Unterzeichnung der Deklaration über den Schutz des Regenwaldes im Kongobecken am 7. September 2021 mit Moderatorin Katie Gallus 

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (links) und Jules Doret Ndongo, Forstminister von Kamerun und Präsident der zentralafrikanischen Forstkommission (COMIFAC) (rechts), nach der Unterzeichnung der Deklaration über den Schutz des Regenwaldes im Kongobecken am 7. September 2021 mit Moderatorin Katie Gallus 

Bundes­entwicklungs­minister Gerd Müller: "Das Klima und die Arten­vielfalt sind ohne die Tropen­wälder nicht zu retten. Sie speichern etwa 20 Prozent des Kohlenstoffs an Land. 75 Prozent der Tier- und Pflanzen­arten leben dort. Aber die 'Grünen Lungen' des Planeten sind in Gefahr. Alle vier Sekunden wird weltweit Wald von der Größe eines Fußball­feldes vernichtet. Die Zerstörung der Regen­wälder durch Brand­rodung etwa im Amazonas, in Indonesien oder im Kongo­becken macht elf Prozent der welt­weiten CO2-Emissionen aus!

Experten schätzen, dass im Kongo­becken bis 2100 kein Regenwald mehr übrig sein wird. Das hat drama­tische Konsequenzen für die gesamte Menschheit. Denn das Kongo­becken ist hinter dem Ama­zonas-Regen­wald der zweitgrößte Tropenwald und die größte CO2-Senke der Erde. Die afrikanischen Regen­wälder binden mehr CO2 als alle anderen Wälder."

"Wir müssen Brandrodung und Waldzerstörung sofort stoppen", so Müller weiter. "Wir brauchen einen 'Fair Deal' für den Wald­schutz. Auf der Berliner Tropen­wald-Kon­ferenz  haben sich heute alle zehn Anrainer­staaten des Kongo-Regen­waldes verpflichtet, den Wald­schutz und die nachhaltige Forst­wirtschaft zu verstärken. Die Dekla­ration wurde gemeinsam mit Wissen­schaftlern und der Zivil­gesellschaft der Anrainer­länder erarbeitet. Wir unterstützen diesen Prozess über die zentral­afrikanische Wald­initiative CAFI. Ziel ist es, 127 Millionen Hektar Wald bis 2030 zu schützen und wiederherzustellen – das ist die dreifache Größe Deutschlands. Zu den Schutz­maß­nahmen gehören trans­parente Liefer­ketten für Holz aus der Region, wirt­schaftliche Alternativen für die Menschen und eine enge Einbindung der indigenen Bevölkerung als den 'Hütern der Wälder'.

Darüber hinaus dürfen keine Regenwälder brennen, um neue Ackerflächen zu gewinnen für das weltweit boomende Geschäft mit Soja oder Palmöl. Wir brauchen endlich eine streng überwachte Zertifizierung. Ich bin für ein EU-Import­verbot für Palmöl und Soja, das auf gerodeten Wald­flächen angebaut wurde."

  • Das Entwicklungs­ministerium hatte bereits im Mai 2021 den Welt­natur­erbe-Fonds gegründet. Bis 2030 soll ein Kapitalstock von 1 Milliarde Dollar aufgebaut werden, um die Grund­finanzierung 30 der wichtigsten Naturschutz­gebiete zu ermöglichen. Der Fonds wird dann die weltgrößte Natur­schutz­stiftung sein. Deutschland hat eine Anschub­finanzierung von 100 Millionen Dollar bereitgestellt.
  • Insgesamt unter­stützt das Ent­wicklungs­ministerium 670 Schutz­gebiete weltweit mit einer Gesamt­fläche sechsmal so groß wie Deutsch­land und hat zum Schutz von über 130 Millionen Hektar Wald beigetragen – einer Fläche fast vier Mal so groß wie Deutschland.
  • Weltweit sind 420 Millionen Hektar Wald in den letzten 30 Jahren verloren gegangen – das entspricht fast der Fläche der EU. Aktuell verschwinden jährlich rund zehn Millionen Hektar Wald von der Erde – vor allem für riesige Soja- und Palmöl­plantagen.
Vertreterinnen und Vertreter der Kongobecken-Anrainerstaaten mit Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei der Unterzeichnung der Deklaration zum Schutz des Regenwaldes in Berlin

Vertreterinnen und Vertreter der Kongobecken-Anrainerstaaten mit Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei der Unterzeichnung der Deklaration zum Schutz des Regenwaldes in Berlin

Vertreterinnen und Vertreter der Kongobecken-Anrainerstaaten mit Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei der Unterzeichnung der Deklaration zum Schutz des Regenwaldes in Berlin

Das Bundes­ent­wicklungs­ministerium hält derzeit die rotierenden Präsident­schaften der Kongo­becken­wald-Partnerschaft (Congo Basin Forest Partnership (Externer Link)) der zentral­afrikanischen Wald­initiative (Central African Forest Initiative (Externer Link), CAFI). Aus diesem Anlass hat Bundes­entwicklungs­minister Gerd Müller Vertreter der zehn Anrainer­staaten des Kongo­beckens zu einem hybriden Tropen­wald­symposium eingeladen, in dessen Rahmen am Dienstag, den 7.9.2021 die Deklaration zum Schutz des Regenwaldes unterzeichnet wurde.

Kern der Dekla­ration sind mehr Anstrengungen der Anrainer­staaten bei nachhaltiger Wald­bewirt­schaftung und Wald­schutz. Im Gegen­zug verpflichten sich Staaten wie Deutschland zu verstärkter Unterstützung der Tropen­waldländer in Zentral­afrika.