+++ BMZ-Ticker +++ WHO-Bericht zum Ursprung von Covid-19: Minister Müller fordert Kon­sequenzen, um künftige Pan­demien zu ver­meiden

31. März 2021 | Minister Müller: „Die Pandemie und der Bericht der WHO zum Ursprung von Covid-19 zeigen: Wir brauchen ein neues Verständnis von globaler Gesundheit.“

Logo der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

„Das heißt vor allem ein besserer Austausch der Forschungsergebnisse von Wuhan bis Washington. Wir müssen wissen, was wann passiert und es nicht zufällig erfahren. Und wir müssen die richtigen Konsequenzen für die Zukunft ziehen, um neue Pandemien vorzubeugen: Das Virus hat seinen Ursprung bei Wildtieren und hat sich auf einem Wildtiermarkt verbreitet – deswegen müssen wir den Wildtierhandel verringern und die gefährlichsten Wildtiermärkte jetzt schließen. Deutschland hat dazu zusammen mit Umweltschutzorganisationen eine weltweite Wildtier-Allianz gegründet. Zweitens müssen wir die WHO zu einem Weltpandemiezentrum ausbauen – mit einem besseren Frühwarnsystem und schnelleren Gegenmaßnahmen bei der Ausbreitung von Infektionen. Wir brauchen außerdem weltweit bessere Lebensmittelkontrollen und Veterinärdienste und eine nachhaltige Landwirtschaft, um die Übertragung von Viren auf den Menschen einzudämmen. Drei Viertel aller beim Menschen neu auftretenden Infektionskrankheiten stammen ursprünglich von Tieren – darunter Covid-19, Ebola oder die Vogelgrippe. Jedes Jahr sterben an diesen sogenannten Zoonosen bereits 2,7 Millionen Menschen.“

Die deutsche Entwicklungspolitik geht voran und unterstützt weltweit 670 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche sechsmal so groß wie Deutschland – etwa das weltgrößte Schutzgebiet Kavango-Zambezi, das im südlichen Afrika 36 Nationalparks umfasst. In Indonesien fördert die deutsche Entwicklungszusammenarbeit den nachhaltigen Anbau von Palmöl, bei dem der Regenwald intakt bleibt.

Grafische Darstellung des One-Health-Ansatzes: One Health steht im Mittelpunkt und hat Wechselwirkungen mit gesunden Menschen, gesunden Tieren und gesunder Natur.

Um diese und weitere Maßnahmen zu bündeln, hat das Entwicklungsministerium eine Unterabteilung zu One Health aufgebaut. Das erste One-Health-Center wurde in Kenia zusammen mit dem Internationalen Tierforschungsinstitut eröffnet. Und mit der Weltbank arbeitet die deutsche Entwicklungspolitik weltweit an der Lebensmittelsicherheit, sodass Zoonosen nicht bei der Nahrungsproduktion verbreitet werden.