Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine Über 2.000 Teilnehmende aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Kommunen in Berlin erwartet

Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und des Auswärtigen Amts vom 7. Juni 2024 | Am 11. und 12. Juni ist Deutschland gemeinsam mit der Ukraine Gastgeber der diesjährigen Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine (Ukraine Recovery Conference) in Berlin. Mehr als 2.000 Teilnehmende aus über 60 Ländern beraten darüber, wie die Ukraine noch besser beim Wiederaufbau ihres Landes unterstützt werden kann.

Logo: Ukraine Recovery Conference 2024
cover co-chairs statement

Co-ChairsStatement by the Governments of Ukraine and the Federal Republic of Germany

Auf der Berliner Ukraine-Wiederaufbaukonferenz haben über 3.000 Teilnehmende der Ukraine den Rücken gestärkt und mehr als 110 Vereinbarungen geschlossen. Das Ergebnis sind viele neue Kontakte, Allianzen und konkrete Fortschritte: für Kriegszeiten und die Zukunft einer freien, europäischen Ukraine.

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 06/2024 | Dateigröße 50 KB, Seiten 4 Seiten

Außenministerin Annalena Baerbock: „Jeden Tag verteidigen ukrainische Männer und Frauen ihr Land gegen brutale russische Angriffe, die sich gezielt gegen die Lebensadern des Landes richten. Ob in den Schützengräben und Kasernen, im Parlament, am Arbeitsplatz oder im Fußballverein: der Mut und die Widerstandskraft der Ukrainerinnen und Ukrainer sind beeindruckend. Stein für Stein bauen sie ihr Land trotz des permanenten russischen Raketenbeschusses wieder auf. Die Ukraine verteidigt mit großer Entschlossenheit auch unsere freiheitliche europäische Lebensweise. Wir unterstützen die Ukraine dabei umfassend: wirtschaftlich, humanitär, politisch und mit der Lieferung von dringend benötigten Waffen. Und wir setzen alle Hebel in Bewegung, damit die Ukraine schon bald mit uns am Tisch unserer Europäischen Union sitzt. Denn neben unserer militärischen Unterstützung ist das der beste Schutz. Mit der Wiederaufbaukonferenz wollen wir der Ukraine gemeinsam mit vielen Partnern aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Kommunen auf ihrem Weg der Reform und des Wiederaufbaus mit aller Kraft unter die Arme greifen. Unsere gemeinsame Botschaft ist klar: Wir stehen fest zusammen und unterstützen die Ukraine mit aller Kraft – so lange sie uns braucht. Für eine Ukraine in Frieden und Freiheit, innerhalb unserer Europäischen Union.“

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Entwicklungsministerin Svenja Schulze: „Schon jetzt in Kriegszeiten muss die Ukraine Häuser, Wasserleitungen, Kliniken und die Stromversorgung immer wieder aufbauen. Aufgeben ist keine Option. Denn die Menschen wollen weiter in ihrer Heimat leben und brauchen dafür Strom, Wasser und ein Dach über dem Kopf. Von der Wiederaufbaukonferenz in Berlin soll ein starkes Signal der Solidarität ausgehen: Partner auf der ganzen Welt tun sich zusammen, um die Ukraine bei ihrem Wiederaufbau zu unterstützen. Diese Aufgabe ist so groß, dass Regierungen allein sie nicht werden stemmen können. Darum laden wir auf diese Konferenz ausdrücklich auch Unternehmen, Zivilgesellschaft und Kommunen ein. Bei der Konferenz geht es darum, dieses breite Engagement zu bündeln und gezielt auf die kurz- und langfristigen Wiederaufbau-Bedarfe der Ukraine auszurichten.“


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Durch die Vernetzung der mehr als 2000 Teilnehmenden aus Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Kommunen sollen langfristige Vereinbarungen und internationale Initiativen in Bereichen wie der Unternehmensförderung und Fachkräfteausbildung entstehen. Die Konferenz bildet zum Beispiel den Startschuss für eine neue Fachkräfte-Allianz, die „Skills Alliance for Ukraine“, oder eine Allianz für kleine und mittlere Unternehmen. Viele weitere Kooperationsvereinbarungen sollen unterzeichnet werden.

Eine besonders wichtige Rolle beim Wiederaufbau spielt der Privatsektor. Über 600 ukrainische, deutsche und internationale Unternehmensvertreter*innen aus Sektoren wie Energie, Gesundheit, Logistik und Rüstung sowie Vertreter*innen aus Kommunen und Zivilgesellschaft werden ihre Arbeit während der Veranstaltung auf dem „Recovery Forum“ präsentieren.

Erstmals stehen auch der der soziale und gesellschaftliche Wiederaufbau – also Themen wie Ausbildung, Gesundheit und Teilhabe – sowie der Wiederaufbau von Gemeinden und Regionen im Fokus einer Ukraine-Wiederaufbaukonferenz. Damit setzt Deutschland als Co-Ausrichter bewusst neue Akzente. Damit der EU-Beitritt der Ukraine bald gelingt, liegt ein weiterer Schwerpunkt auf den damit verbundenen notwendigen Reformen in der Ukraine. In rund 30 Panels werden die Teilnehmenden zu diesen vielfältigen Themen unter dem Motto „United in Defence. United in Recovery. Stronger together“ gemeinsam diskutieren.

Die Berliner Wiederaufbaukonferenz ist die dritte Wiederaufbaukonferenz seit Beginn des vollumfänglichen russischen Angriffskriegs auf die Ukraine 2022. Im Juli 2022 einigten sich die Teilnehmenden in Lugano auf die Grundprinzipien für den Wiederaufbau. Diese legen fest, dass der Wiederaufbau reformorientiert, transparent, demokratisch und nachhaltig gestaltet werden soll. Auf der Ukraine Recovery Conference in London 2023 lag der Fokus auf der Mobilisierung der Privatwirtschaft. 2025 wird Italien die Konferenz gemeinsam mit der Ukraine ausrichten.

Unter den mehr als 2.000 Teilnehmenden sind ungefähr zu je einem Drittel Regierungen und internationale Organisationen, Wirtschaft sowie die Zivilgesellschaft, Kommunen und Regionen vertreten. Die Ukraine und Deutschland richten die Konferenz gemeinsam aus.

Die Konferenz kann hier online verfolgt werden: www.urc-international.com (Externer Link).