Welt-Tuberkulose-Tag Ent­wicklungs­ministerin Schulze warnt vor Rück­schlägen im Schatten der Corona-Pan­demie

Pressemitteilung vom 23. März 2022 |  Berlin – Die Coro­na-Pan­demie führt durch die Überlastung von Gesund­heits­systemen weltweit zu Rückschlägen bei der Bekämpfung anderer Infektions­krank­heiten. Anlässlich des morgigen Welt-Tuberkulose-Tages warnt Bundes­entwicklungs­ministerin Svenja Schulze vor einem Wieder­aufflam­men der tödlichen Lungen­krankheit.

Bundesentwicklungsministerin Schulze: "Wir dürfen nicht zulassen, dass bisherige Erfolge im Kampf gegen Tuberkulose durch die Co­rona-Pan­demie verloren gehen. Tuberkulose kann mit Hilfe von Antibiotika geheilt werden und man kann durch Impfungen vorbeugen. So konnte die Zahl der Infektionen zum Beispiel in Südafrika oder Botswana in Relation zur Bevölkerung im vergangenen Jahrzehnt halbiert werden.

Tuberkulose (TB) bleibt aber weiterhin eine Gefahr für die Menschheit, aktuell ist sie nach dem Coronavirus die Infektionskrankheit, die weltweit die meisten Todesopfer fordert. Die Krankheit trifft Mädchen und Frauen besonders häufig. Eine feministische Entwicklungspolitik muss es sich deshalb zur Aufgabe machen, die Tuberkulose-Epidemie zu beenden. Es ist wichtig, dass die international finanzierten Gesund­heits­program­me wieder uneingeschränkt arbeiten können, damit Tuberkulose bis zum Jahr 2030 besiegt werden kann."

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Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme des für Tuberkulose verantwortlichen Mycobacterium tuberculosis.

Durch die Corona-Pandemie sind weltweit viele Tuber­kulose-Program­me unterbrochen. Zahlreiche Be­hand­lungs­einrichtungen wurden umfunktioniert, um auf Covid-19 zu testen und zu behandeln. Den Tuber­kulose­zentren fehlt es häufig an medizinischem Personal, Schutz­kleidung, sowie Tests und Arzneimitteln für die Diagnose und Behandlung. Viele Menschen mei­den zudem Kranken­häuser aus Sorge, sich mit Covid-19 anzustecken.

In der Folge ist die Zahl der Tuberkulose­todesfälle erst­mals seit 20 Jahren wieder deutlich gestiegen. Die WHO hat zwischen 2019 und 2020 einen Anstieg um 100.000 TB-Todes­fälle registriert. Insgesamt starben in diesem Zeitraum 1,5 Millionen Menschen weltweit an dieser Krankheit und zehn Millionen Menschen steckten sich neu an. Hinzu kommt der Krieg in der Ukraine, die mit die höchsten Tuber­kulose-Inzidenzen in Europa hat und wo Vorbeugung und Behandlung der Krankheit durch die Kampf­handlungen eingeschränkt sind.

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Deutschland unterstützt den weltweiten Kampf gegen Tuberkulose vor allem über Beiträge zum Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM). Als viertgrößter Geber stellt Deutschland dem GFATM für die Jahre 2020 bis 2022 eine Milliarde Euro bereit. Außerdem unterstützt Deutschland den Covid-19-Reaktions­mechanismus des GFATM bisher mit 290 Millionen Euro, um die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Bekämpfung anderer Infektions­krank­heiten einzudämmen. Auch in diesem Jahr wird die Bundes­regierung den GFATM vor­behalt­lich der Zu­stimmung des Deut­schen Bundes­tags mit weiteren 175 Millionen Euro bei der Covid-19-Pandemie­bekämpfung im Rahmen des Access to COVID-19 Tools Accelerator (ACT-A) unterstützen.

Mit dem Covid-19-Reaktions­mechanis­mus hat der GFATM einen Sonderfonds aufgesetzt, um gezielt die pandemiebedingte Zunahme von Aids, Malaria und Tuber­kulose-Erkran­kun­gen zu stoppen. Der Sonderfonds finanziert unter anderem kombinierte Testungen von Covid-19 und Tuber­kulose, Labor­kapazi­täten und Schutz­aus­rüs­tung für Gesund­heits­personal und die Beratung von Betroffenen.

Für die Ukraine wird der GFATM insgesamt 15 Millionen US-Dollar aus seinem Notfall­fonds bereitstellen, um die Versor­gung von Menschen mit Tuber­kulose-Medi­kamenten auf­recht­zuerhalten.