Statement Bundesentwicklungsministerin Alabali Radovan zur aktuellen Lage im Libanon
„Die aktuelle Lage im Nahen Osten ist dramatisch. Die Angriffe auf lebenswichtige Infrastruktur und zivile Einrichtungen sind inakzeptabel – es darf keine weitere militärische Eskalation geben. Die territoriale Integrität muss gewahrt werden. Der Krieg muss enden – schon jetzt sind die Auswirkungen fatal. Der Libanon steht jetzt schon am Rande seiner Belastungsgrenze, sowohl bei der Infrastruktur und den Versorgungssystemen, als auch bei der Beherbergung einer der größten Flüchtlingspopulationen weltweit. Die Krankenhäuser sind überlastet, über 70 Prozent der Bevölkerung leben in Armut oder sind auf Hilfe angewiesen. Eine Destabilisierung des Libanons wird sich auf die gesamte Region auswirken - von Israel bis Syrien und Jordanien. Hunderttausende wurden bereits vertrieben und die Zahlen steigen, viele müssen vor den Angriffen überstürtzt fliehen und finden keinerlei Schutzräume. Familien verbringen die Nächte in Autos oder unter freiem Himmel. Wie immer in Kriegen und Konflikten, trifft es die Zivilbevölkerung – vor allem Frauen, Kinder und besonders verletzliche Menschen – am härtesten. Dies ständige Angst, Vertreibung und Unsicherheit haben fatale Folgen für Gesellschaft, Entwicklung und Zukunft. Was in vielen Jahren gemeinsamer Entwicklungszusammenarbeit mit unseren Partnern aufgebaut wurde – Vertrauen, Infrastruktur und Zukunftsperspektiven – steht nun auf dem Spiel. Umso wichtiger ist es, die Menschen in den Konfliktgebieten zu schützen und lebenswichtige Infrastruktur zu sichern. Deshalb setze ich mich entschlossen für Frieden und Stabilität in der Region ein. Gemeinsam mit unseren Partnern reagieren wir mit der deutschen Entwicklungspolitik schnell und pragmatisch auf die neue Situation und passen unsere Projekte an, um den betroffenen Menschen möglichst effektiv zu helfen – insbesondere Frauen und Kinder.“