Flaggen von Deutschland und Indien

Globaler Entwicklungspartner Staatssekretär Jochen Flasbarth reist nach Indien – Energie, Klima und nachhaltige Entwicklung im Mittelpunkt der Gespräche

Pressemitteilung vom 21. April 2022 | Berlin/Neu-Delhi – Staatssekretär Jochen Flasbarth trifft heute in Neu-Delhi hochrangige Gesprächspartner zu Themen der Entwicklungs­zusammenarbeit. Eine besondere Rolle kommt dabei der Kooperation zwischen Deutschland und Indien im Bereich des Klima­schutzes, der Energie­transformation sowie der UN-Nachhaltig­keitsziele zu. Seine Gespräche bereiten die 6. deutsch-indischen Regierungs­konsultationen am 2. Mai in Berlin vor. Indien besetzt eine Schlüsselrolle bei der Lösung weltweiter Heraus­forderungen wie dem Klimaschutz und der Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele und ist einer der globalen Partner der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit.

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Solarflächen eines Solarkraftwerks in Quarzazate, Marokko

Staatssekretär Flasbarth: "Indien ist unser wichtigster Partner in der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit. Ein besonderer Schwerpunkt liegt bereits jetzt im Bereich des Klimaschutzes und der Energietransformation. Das möchten wir noch weiter ausbauen und stärken. Der Umgang mit Energie ist entscheidend für wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung, für den Klimaschutz und auch für die globale Sicherheit – das wird vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine noch deutlicher. Indien braucht mit seinen 1,3 Milliarden Menschen sehr viel Energie, um wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Entscheidend ist, dass die Energie verlässlich und nachhaltig ist. Hier setzt unsere Unterstützung an. Als Alternative zu fossilen Energien fördert das Bundesentwicklungsministerium mit Indien den Ausbau von Solarenergie, Energie­effizienz und den Ausbau der Netzinfrastruktur, damit der Strom überall ankommt, wo er gebraucht wird. Unser Ziel ist es, Indien bei einer sozialverträglichen Energiewende zu unterstützen, weg von der Kohle hin zu erneuerbaren Energien. Eng mit der Energiewende verbunden ist auch die Förderung einer umwelt- und klimaverträglichen Mobilität. Auch damit ermöglichen wir gesellschaftliche Teilhabe und zudem kann damit auch ein Beitrag zur Senkung der Luftverschmutzung insbesondere in den großen Städten geleistet werden. Schließlich wollen wir die Zusammenarbeit im Bereich der nachhaltigen umweltverträglichen Landwirtschaft und Agrarpolitik ausbauen. Wie wichtig eine nachhaltige Ernährungssicherung mit weniger Importabhängigkeiten ist, zeigt auch hier der Krieg Russlands gegen die Ukraine mit seinen dramatischen Auswirkungen auf die internationalen Agrarmärkte."

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) unterstützt Indien mit mehr als einer Milliarde Euro pro Jahr. Dabei steht die Energiewende im Mittelpunkt. Weitere Schwer­punkte der deutschen Ent­wicklungs­zusammen­arbeit mit Indien sind die grüne urbane Mobilität sowie die Anpas­sung an den Klimawandel sowohl in den Megacities als auch auf dem Land bei den Kleinbauern. Über 90 Prozent der BMZ-Vorhaben in Indien helfen Treibhaus­gas­emis­sionen einzusparen oder bei der Anpassung an den Klimawandel.

Das hat die deutsch-indische Ent­wicklungs­zusammen­arbeit bislang erreicht:

  • Unterstützung der Installation von 3,4 Gigawatt erneuerbaren Energien in Indien und 7.770 Kilometer grüne Energiekorridore mit 38 Gigawatt Kapazität für erneuerbaren Strom für insgesamt 40 Millionen Menschen.
  • Durch Beratung und Investitionen trägt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit jährlich zu einer Einsparung von bis zu 100 Millionen Tonnen CO2 bei – ein Großteil davon durch das Energieeffizienz-Handelssystem industrieller Großverbraucher "Perform Achieve and Trade" (PAT).
  • Rund zwei Millionen Hektar Land- und Waldflächen werden nachhaltig und klimaangepasst bewirtschaftet.
  • Rund zwei Millionen Menschen profitieren von verbesserten Lebensgrundlagen und gesteigertem Einkommen aufgrund nachhaltiger Ressourcenbewirtschaftung.