Tischflaggen von Deutschland und Senegal stehen nebeneinander auf einer Tischplatte vor einer Wand

Klimaschutz, soziale Sicherung, Pandemiebekämpfung Deutsche Unterstützung stärkt Senegals Widerstandsfähigkeit gegenüber Krisen

Pressemitteilung vom 28. Oktober 2022 | Bei den in dieser Woche zu Ende gegangenen Regierungsverhandlungen über die Entwicklungszusammenarbeit mit Senegal sagte das Entwicklungsministerium dem westafrikanischen Staat rund 130 Millionen Euro für Beschäftigungsförderung, die Modernisierung des Gesundheitssystems und den Ausbau erneuerbarer Energien zu. Mit der Unterstützung wird die Krisenfestigkeit Senegals gestärkt und das Land kann die Folgen des Klimawandels, Preisschocks infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und Pandemien besser bewältigen.

Flugzeug auf dem Leopold-Sedar-Senghor Flughafen in Dakar, Senegal. Im Hintergrund das African Renaissance Monument.

Entwicklungsministerin Svenja Schulze: „Die Auswirkungen des Klimawandels, Einschränkungen durch die Pandemie und Folgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine belasten den Senegal schwer und haben massive Auswirkungen für weite Teile der Bevölkerung. Gleichzeitig ist der Senegal ein wichtiger Stabilitätsanker in der von Klimawandel und Konflikten besonders betroffenen Sahel-Region. Damit das Land die Vielzahl an Krisen gut bewältigen und sich für künftige Schocks besser wappen kann, unterstützen wir die Schaffung von Jobs mit Zukunft, besonders für junge Menschen, die Stärkung gut funktionierender sozialer Sicherung und ein Gesundheitssystem, das Pandemien vorbeugen kann.“

In Senegal gefährden Preissteigerungen, infolge des russischen Angriffskriegs, brüchige Lieferketten und die die daraus resultierende vermehrte Verschuldung privater Haushalte die Ernährungssicherheit der rund 17 Millionen Einwohner*innen des Landes. Ohnehin ist der Anteil des Einkommens, der für Lebensmittel aufgewandt werden muss, in Senegal – wie in vielen anderen Staaten Afrikas – deutlich höher als in Europa.

Das Entwicklungsministerium hat Senegal bei den diesjährigen Regierungsverhandlungen zur Bewältigung der Herausforderungen insbesondere Unterstützung in drei zentralen Bereichen zugesagt:

Beschäftigungsförderung und soziale Sicherung für Jugendliche: Jugendarbeitslosigkeit und – damit eng verbunden – Jugendarmut sind in Senegal ein großes gesellschaftliches Problem. Jährlich kommen rund 300.000 Jugendliche auf den Arbeitsmarkt. Mit kurz- und langfristigen Ausbildungsmaßnahmen vor allem in zukunftsträchtigen Branchen, die beim Ausbau der erneuerbaren Energien in Senegal gebraucht werden, oder in der lebendigen afrikanischen Kreativwirtschaft unterstützt Deutschland den Einstieg junger Menschen in den Arbeitsmarkt. Dies wird flankiert durch den Aufbau sozialer Sicherungssysteme. So wird zum Beispiel die Einführung einer Krankenversicherung gefördert, die auch für Beschäftigte des großen informellen Sektors zugänglich ist. 98 Prozent der senegalesischen Unternehmen gehören zum informellen Sektor, in dem es kaum soziale Absicherung gibt.

Modernisierung des Gesundheitswesens: Zudem baut Deutschland die Unterstützung für die ambitionierten Pläne Senegals zum Aufbau einer heimischen Impfstoffproduktion weiter aus. Die Covid-19-Pandemie hat deutlich gemacht, wie abhängig viele afrikanische Staaten – auch Senegal – von Impfstoff- und Arzneimittelimporten aus dem Ausland sind. Die Impfstoffproduktion in Senegal soll dem Schutz der eigenen Bevölkerung dienen, schließt aber auch die regionale Versorgung mit Impfstoffen ein.

Förderung der Energiewende in Dakar: Deutschland unterstützt Senegal beim Ausbau eines sauberen öffentlichen Transportsystems in der Metropole Dakar. Dazu gehören die Förderung emissionsarmer lokaler Verkehrsmittel sowie die Förderung klimafreundlicherer Fahrzeuge im öffentlichen Nahverkehr.

Senegal, das zurzeit den AU-Vorsitz innehat, ist seit 60 Jahren ein wichtiger Partner Deutschlands in Westafrika. Das Land hat in der UN-Generalversammlung am 12. Oktober 2022 gegen die Annexion der ostukrainischen Gebiete durch Russland gestimmt.

Schulze: „Es ist gut, dass der Senegal die Annexion der ukrainischen Gebiete durch Russland ablehnt. Wir stehen Seite an Seite in dieser Frage und setzen uns gemeinsam für die Einhaltung des Völkerrechts und für eine regelbasierte Weltordnung ein, die auf Freiheit und Gerechtigkeit beruht.“