Geflüchtete Kinder in den Blick nehmen Ministerin Schulze besucht UNICEF an der ru­mä­nisch-ukraini­schen Grenze

Pressemitteilung vom 14. März 2022 | Berlin/Baia Mare – Die Hälfte der bis­her aus der Ukraine vor dem russi­schen Angriff geflüch­teten Menschen sind Kinder. Sie leiden ganz besonders unter diesem Krieg und viele von ihnen sind durch die Erfah­rungen der letzten Wochen trauma­tisiert. Bundes­minis­terin Svenja Schulze reist heute auf Einla­dung des Kinder­hilfs­werks der Verein­ten Natio­nen, UNICEF, nach Sighet an der ru­mä­nisch-ukraini­schen Grenze, um sich dort ein Bild von der Lage der Geflüch­teten und den Unter­stüt­zungs­leistun­gen zu machen. 

Entwicklungsministerin Svenja Schulze am rumänisch-ukrainischen Grenzübergang Sighet am 14. März 2022. Sie besuchte dort einen Blue Dot Hub, eine Anlaufstelle von UNICEF für Frauen und Kinder, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen sind.

Entwicklungsministerin Svenja Schulze am rumänisch-ukrainischen Grenzübergang Sighet am 14. März 2022. Sie besuchte dort einen Blue Dot Hub, eine Anlaufstelle von UNICEF für Frauen und Kinder, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen sind.

Entwicklungsministerin Svenja Schulze am rumänisch-ukrainischen Grenzübergang Sighet am 14. März 2022. Sie besuchte dort einen Blue Dot Hub, eine Anlaufstelle von UNICEF für Frauen und Kinder, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen sind.
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Logo des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF)

Deutschland ist der zweit­größte Geber von UNICEF, allein das Bundes­ent­wick­lungs­mi­nis­terium (BMZ) hat UNICEF 2021 mit rund 621 Millio­nen Euro gefördert. Heute stellt das BMZ zwei Millio­nen Euro zusätz­lich bereit. Mit den zusätz­lichen Mitteln wird ins­besondere von Krieg und Vertrei­bung trauma­tisier­ten Kindern und Jugend­lichen Zugang zu psy­cho­sozialer Versor­gung ermöglicht.

Bundes­ent­wick­lungs­ministerin Svenja Schulze: "Putins Krieg gegen die Ukraine verur­sacht unermess­liches Leid für die Frauen, Männer und Kinder in der Ukraine. Kinder leiden ganz beson­ders unter diesem Krieg. Viele Kinder sind mit ihren Müttern auf der Flucht, sehr viele jedoch ohne ihre Eltern unter­wegs, allein oder in Beglei­tung von Ver­wandten, Nach­barn oder Bekann­ten. Für diese Kinder sind die Blue-Dot-Zentren von UNICEF ein wich­tiger Schutz­raum und eine erste Anlauf­stelle. Ich danke den ru­mä­ni­schen Behör­den, den Mit­arbeite­rin­nen und Mit­ar­beitern von UNICEF und den vielen Helfe­rin­nen und Helfern vor Ort für ihren uner­müd­lichen persön­lichen Einsatz. Gemein­sam können wir diese Heraus­forde­rung bewäl­tigen und die schutz­suchen­den Menschen unter­stützen."

Entwicklungsministerin Svenja Schulze spricht mit Helfern am rumänisch-ukrainischen Grenzübergang Sighet, die sich um Geflohene aus der Ukraine kümmern am 14. März 2022.

Entwicklungsministerin Svenja Schulze spricht mit Helferinnen und Helfern am rumänisch-ukrainischen Grenzübergang Sighet, die sich um Geflohene aus der Ukraine kümmern.

Entwicklungsministerin Svenja Schulze spricht mit Helferinnen und Helfern am rumänisch-ukrainischen Grenzübergang Sighet, die sich um Geflohene aus der Ukraine kümmern.

Ministerin wird an der Grenze einen soge­nann­ten Blue Dot Hub besu­chen. In diesen von UNICEF ein­gerich­teten Anlauf­stellen können geflüchtete Kinder und Familien vielfältige Unter­stützung erhalten: psycho­sozia­le Unter­stützung, sichere Räume für Mütter und Kinder (zum Beispiel zum Stillen, Wickeln), grund­legende Rechts­bera­tung, Spiel­zeug, Hinweise auf örtliche Sozial- und Gesund­heits­einrich­tun­gen (zum Beispiel für Impfun­gen), Unter­stützung und Regis­trie­rung (in Koope­ration mit UNHCR) für un­beglei­tete Kinder, Hilfs­güter wie Nahrung, Hygiene­artikel und Decken und vieles mehr. 26 solcher Blue Dots werden derzeit entlang der Flucht­routen ein­gerich­tet. Sie können pro Tag und Stand­ort 3.000 bis 5.000 Menschen unter­stützen. Das Zentrum in Sighet ist bereits offen für Hilfe­suchen­de.

Schulze: "Ich bin tief beein­druckt von der großen Solida­rität und Hilfs­bereit­schaft für die Menschen aus der Ukraine, hier in Rumänien, in Deutsch­land, in der ganzen Euro­päi­schen Union, und auch in der Repu­blik Moldau. Wir werden als Bundes­regie­rung unser Möglich­stes tun,  akutes Leid zu lindern und zugleich Pers­pek­tiven für die Menschen in und aus der Ukraine zu schaffen. Dabei ist UNICEF für uns ein wichtiger Partner, mit dem wir in der Ukraine seit Jahren in den Bereichen Wasser­versor­gung und Bildung zusammen­arbeiten."

Entwicklungsministerin Svenja Schulze spricht mit UNICEF-Helfern am rumänisch-ukrainischen Grenzübergang Sighet am 14. März 2022.

Entwicklungsministerin Svenja Schulze spricht mit UNICEF-Helferinnen und -Helfern am rumänisch-ukrainischen Grenzübergang Sighet am 14. März 2022.

Entwicklungsministerin Svenja Schulze spricht mit UNICEF-Helferinnen und -Helfern am rumänisch-ukrainischen Grenzübergang Sighet am 14. März 2022.

Angesichts des Kriegs hat das BMZ sofort reagiert und schichtet aus laufen­den Pro­gram­men Mittel in Höhe von bislang 38,5 Millionen Euro um, um schnelle und flexible Unter­stützung für die Menschen vor Ort zu leisten. Dazu zählen die Bereit­stellung dringend benötigter Aus­stattung für den Katas­trophen­schutz und die Feuer­wehr, die Unter­stützung der ukrainischen Kom­munen bei der Krisen­bewäl­tigung und Hilfs­maß­nahmen für Menschen auf der Flucht, ins­besondere auch für Frauen. In Zu­sammen­arbeit mit UNICEF wurde bereits vor Kriegs­aus­bruch die soziale und psycho­logi­sche Betreuung von Menschen in der Ukraine, die ihre Heimat verlassen mussten, ermög­licht. Diese gerade jetzt wichtige Arbeit wird das BMZ nun mit zusätz­lichen Mitteln in Höhe von rund zwei Millionen Euro fördern. Zudem sollen in Zu­sammen­arbeit mit der Inter­natio­nalen Organi­sation für Migration Unter­künfte für Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, gebaut werden. Weitere Unter­stützung ist in Vor­berei­tung.