Petersberger Klimadialog Klimarisiko-Schutzschirm kann Brücken bauen im Streit um Klimaschäden in Entwicklungsländern

Pressemitteilung vom 18. Juli 2022 | Berlin – Deutschland bringt mit dem Konzept eines neuen globalen Klimarisiko-Schutzschirms ein konkretes Angebot für den Umgang mit künftigen Klimaschäden in Entwicklungsländern in die internationalen Klimaverhandlungen ein.

Nachdem sich die Staats- und Regierungschefs der G7 Ende Juni hinter das Konzept gestellt hatten, stellt Entwicklungs-Staatssekretär Jochen Flasbarth das Angebot heute im Rahmen des Petersberger Klimadialogs den eingeladenen rund 40 Minister*innen vor.

Ziel ist, den Schutzschirm bei der Weltklimakonferenz in Ägypten im November gemeinsam mit den besonders verwundbaren Entwicklungsländern zu starten und dann schrittweise zu erweitern.

Jochen Flasbarth: "Der Klimawandel ist bereits heute dramatische Realität. Es ist nicht mehr die Frage, ob Klimaschäden auftreten, sondern nur noch wie oft, wie heftig und wie teuer sie werden – und vor allem, wen sie besonders treffen. Damit die Klimakrise nicht noch schlimmer wird, müssen wir erstens umso engagierter den globalen Klimaschutz vorantreiben. Wir müssen zweitens mehr für die Anpassung tun, um die Schäden zu begrenzen. Und es ist höchste Zeit, dass wir Industrieländer einen dritten Punkt ehrlich ansprechen: Wir müssen anerkennen, dass es Klimaschäden gibt und gerade die verwundbarsten Länder unsere Solidarität brauchen, um damit umzugehen. Hier wollen wir mit konkreten Problemlösungen Brücken bauen für die nächste Weltklimakonferenz in Ägypten. Wir werden nun weiter gemeinsam mit den besonders verwundbaren Entwicklungsländern an der Ausgestaltung des Klimarisiko-Schutzschirms arbeiten."

Beim G7-Gipfel Ende Juni war es unter deutscher Präsidentschaft gelungen, erstmals eine Öffnung der wichtigsten Industrieländer für das Thema Klimaschäden ("Loss and Damage") in der Abschlusserklärung zu verankern. Das gemeinsame G7-Angebot ist ein Klimarisiko-Schutzschirm schon bevor die Krise eintritt – etwa mit Frühwarn-Systemen in besonders anfälligen Ländern, mit Vorsorgeplänen der Entwicklungsländer und mit schnellen Finanzierungssystemen im Falle von Schadensereignissen. Dazu gehören Versicherungen oder soziale Sicherungssysteme. Wenn dann zum Beispiel die Dürre kommt, steht das Geld schon bereit. Angefangen bei den verwundbarsten und ärmsten Ländern, so das Konzept, geht es dann systematisch, Land für Land, um die Frage: Wo sind die größten Risiken und welche effizienten Sicherungs- und Vorsorgesysteme sind nötig, um diese abzufedern?

Beispiel: Ohne Absicherung kann eine Dürre dazu führen, dass eine Kleinbäuerin mit der Ernte auch ihre gesamte berufliche Existenz verliert, weil sie kein Geld für neues Saatgut hat. Wenn ein vorsorgendes Absicherungssystem im Krisenfall automatisch einspringt, ist sofort Geld für neues Saatgut da und der Schaden bleibt begrenzt. Das ist langfristig viel günstiger, als wenn sie in die Armut rutscht.

Das Thema "Schäden und Verluste" war bei der letzten Klimakonferenz eines der umstrittensten. Das BMZ, das hierfür in der Bundesregierung federführend ist, bemüht sich zusammen mit den anderen Ressorts darum, Brücken zu bauen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. 

Weitere Informationen finden Sie hier.