Pressemitteilung OECD-Bilanz: Deutschland verfehlt 2025 erneut UN-Finanzierungsziel für Entwicklungszusammenarbeit
Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan: „Deutschland bleibt ein verlässlicher Partner in der Welt. Trotz schmerzhafter Einsparungen stehen wir zu unserer internationalen Verantwortung. Das ist angesichts der extremen globalen Herausforderungen, Krisen und Kriege für Millionen von Menschen existenziell. Gerade der Iran-Krieg und die enormen Folgen weltweit zeigen, wie wichtig stabile Regionen sind. Ein stabiler und sicherer Naher Osten, der den Menschen eine Zukunft und ein gutes, würdevolles Leben ermöglicht, liegt in unserem Interesse. Deshalb investieren wir gezielt in Bildung, Infrastruktur und Grundversorgung. Entwicklungszusammenarbeit und Investitionen stärkt nicht nur unsere Partnerländer, sondern auch unsere eigene Sicherheit. Ich werde die deutsche Entwicklungspolitik nicht nur strategisch, sondern auch fokussierter und partnerschaftlicher weiterentwickeln und ihren Einfluss international stärken.“
Im internationalen Vergleich lag Deutschland gemessen an seiner Wirtschaftskraft 2025 auf Platz sechs hinter Norwegen (1,03 Prozent), Luxemburg (0,99 Prozent), Schweden (0,85 Prozent), Dänemark (0,72 Prozent) und Niederlande (0,58 Prozent). In absoluten Zahlen war Deutschland 2025 jedoch der größte Geber – eine direkte Folge der massiven Kürzungen der USA, die in den vergangenen Jahrzehnten durchgehend am stärksten in weltweite Partnerschaften und Entwicklungsziele investierten. Als global vernetzte Volkswirtschaft sind für Deutschland stabile internationale Partnerschaften und verlässliche Kooperationen in friedlicher Zusammenarbeit von zentraler Bedeutung.
Von den rund 26 Milliarden Euro an Entwicklungsleistungen (Official Development Assistance/ODA) im Jahr 2025 kamen rund 39 Prozent aus dem Haushalt des Entwicklungsministeriums (BMZ). Die Mittel wurden in globale Zusammenarbeit zur Stabilisierung unserer Nachbarregionen, wirtschaftliche Chancen und zur Bekämpfung von Armut, Hunger oder Klimawandel investiert. Auch aus den Etats des Auswärtigen Amtes (9 Prozent, u. a. humanitäre Hilfe), des Bundeswirtschaftsministeriums (2,3 Prozent) und sonstiger Ministerien (3,4 Prozent) kamen im vergangenen Jahr relevante Anteile an der deutschen ODA. Etwa 15 Prozent der deutschen Leistungen fließen über den Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit der Europäischen Union.
Rund 17 Prozent der deutschen Entwicklungsleistungen entfielen 2025 auf die Versorgung und Unterbringung von Geflüchteten in Deutschland. Diese zählen gemäß der international vereinbarten Berechnungsmethoden im ersten Jahr nach Ankunft zu den Entwicklungsleistungen. Diese Kosten gingen im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,5 Milliarden Euro auf rund 4,3 Milliarden Euro zurück und trugen damit wesentlich zum Rückgang der Gesamtleistungen bei.
Zu den deutschen ODA-Leistungen zählen auch Kosten der Bundesländer für den Betrieb von Hochschulen: und zwar der Anteil, der auf Studierende aus Entwicklungsländern entfällt. Dieser lag 2025 voraussichtlich bei 2,2 Milliarden Euro (8,5 Prozent).
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