Zusage Deutschland unter­stützt welt­wei­ten Einsatz gegen Corona-Pan­de­mie 2022 mit 1,5 Milliar­den US-Dollar

Pressemitteilung vom 1. März 2022 | Berlin – Die Bundesregierung wird sich in diesem Jahr mit insgesamt 1,5 Millarden US-Dollar, das heißt mehr als 1,3 Milliarden Euro, am weltweiten Einsatz gegen die Corona-Pandemie beteiligen. Das gab Bundesfinanzminister Christian Lindner heute beim virtuellen Treffen der G7-Finanzminister bekannt.

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Impfung gegen Covid-19: Detailaufnahme von der Injektion des Impfstoffes in den Oberarm einer Frau.

Davon gehen 1,1 Milliarden Euro an die multilaterale Initiative ACT-A, zu der auch die Impfstoffsäule COVAX gehört. Damit ist Deutschland als G7-Präsidentschaft der erste große Geber, der seinen „fairen Anteil“ an der weltweiten Finanzierung von ACT-A im Jahr 2022 zusagt. Den „fairen Anteil“ für die einzelnen Geber hatte die Weltgesundheitsorganisation nach Kriterien wie Bevölkerungsgröße und Wirtschaftskraft berechnet. Daneben investiert Deutschland mehr als 200 Millionen Euro in bilateral vereinbarte Projekte, um die Partnerländer vor Ort bei Impfkampagnen und Logistik zu unterstützen.

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze: „Impfgerechtigkeit ist der Ausweg aus dieser Pandemie. Multilaterale Initiativen wie COVAX sind der Schlüssel dafür, die massiven Ungleichheiten beim Zugang zu Impfstoffen beenden. Auch Tests, Sauerstoff und Medikamente werden gebraucht, um Leben zu retten. Die wohlhabenden Staaten stehen in der Pflicht, ihren Beitrag zu leisten. Die Zusage der Bundesregierung ist ein wichtiges Signal der Solidarität, dem in den nächsten Wochen und Monaten hoffentlich viele weitere Geber folgen werden. Denn die Weltgemeinschaft wird diese Pandemie nur gemeinsam beenden können. Wir sind erst sicher, wenn alle sicher sind.“

Die multilaterale Initiative „Access to COVID-19 Tools Accelerator“ (ACT-A) ist die Antwort der internationalen Gemeinschaft auf die Covid-19-Pandemie. Sie wird von den wichtigsten internationalen Organisationen der globalen Gesundheit getragen, etwa der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Impfallianz Gavi oder dem Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM). Mit der heute gemachten Zusage erfüllt Deutschland seinen von der WHO errechneten fairen Anteil am Gesamtfinanzierungsbedarf von ACT-A für dieses Jahr.

Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) beteiligt sich vorbehaltlich der Zustimmung des Deutschen Bundestags mit gut der Hälfte der Mittel an dieser Zusage und wird den ACT-A vor allem in der Beschaffung und Verteilung von Impfstoffen, Behandlungsmitteln, Tests sowie medizinischer Schutzausrüstung unterstützen. Flankierend hierzu plant das BMZ, die Impfstoff-Logistik auf Länderebene vor allem in Afrika über die deutsche Entwicklungszusammenarbeit zu finanzieren – zum Beispiel für die Unterstützung nationaler Impfkampagnen oder für den Ausbau von Kühlkettenausrüstung, um Impfstoffe sicher in entlegene Regionen zu bringen.

Mit den von Deutschland zur Verfügung gestellten Mitteln könnte ACT-A je nach Bedarf zum Beispiel fast 200 Millionen Impfdosen erwerben, etwa 70 Millionen Patienten mit Medikamenten behandeln oder rund 600.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitssysteme in den Partnerländern mit Schutzausrüstung ausstatten.

Schulze: „Mit dieser Zusage trägt die Bundesregierung zum global gerechten Zugang zu Tests, Medikamenten und Impfstoffen bei. Dabei legen wir einen besonderen Schwerpunkt auf die Impflogistik. Denn die gute Nachricht ist, dass der Impfstoff heute nicht mehr knapp ist. Der Engpass ist inzwischen die Logistik, von den Kühlketten bis zur Schutzausrüstung beim Gesundheitspersonal. Die Herausforderung ist, den Impfstoff in die Oberarme zu bekommen, auch in entlegenen Dörfern. Aber auch Medikamente und Sauerstoff müssen die Gesundheitsstationen und Krankenhäuser erreichen.“

Die Finanzierung von ACT-A ist der erste von vier wesentlichen Bausteinen des globalen Engagements Deutschlands gegen die Pandemie. Der zweite ist die flankierende Unterstützung von Impfkampagnen und Logistik in den Partnerländern; der dritte sind multi- oder bilaterale Impfstoffspenden; der vierte ist das Engagement für eine global gerechtere Verteilung der Impfstoffproduktion, etwa die Unterstützung von Technologietransfer, Fachkräfteausbildung oder Regulierungsbehörden in Afrika.

Die Bundesregierung beteiligt sich an der Finanzierung von ACT-A bereits seit dessen Gründung im Frühjahr 2020. Im vergangenen Jahr war Deutschland mit insgesamt 2,2 Milliarden Euro zweitgrößter Geber des ACT-A. Damit wurden Diagnostik, Forschung, medizinischer Sauerstoff und auch Schutzkleidung für medizinisches Personal finanziert. Zudem wurden über das globale Impfprogramm „COVAX“ Impfstoffe gekauft und somit bisher über eine Milliarde Impfdosen verteilt – davon der Großteil an die ärmsten Länder der Welt.

Die Arbeit von ACT-A ist entscheidend, um das Ziel der WHO zu erreichen, 70 Prozent der Bevölkerung in den 91 ärmsten Ländern gegen Covid-19 zu impfen. Um die Pandemie erfolgreich zu bekämpfen, sollen zudem 120 Millionen Covid-19-Erkrankungen mit Medikamenten und Sauerstoff behandelt sowie 2,7 Millionen Gesundheitsfachkräfte mit medizinischer Schutzausrüstung ausgestattet werden.

Weitere Informationen zum Finanzbedarf von ACT-A finden Sie hier (Externer Link).