Gesundheit Deutschland unterstützt neuen globalen Pandemievorsorgefonds

Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Pressemitteilung vom 29. September 2022 | Ein neuer globaler Fonds soll bei künftigen Infektionsausbrüchen dafür sorgen, dass die Weltgemeinschaft schneller und effektiver reagieren kann und Pandemien gar nicht erst entstehen. Jetzt zahlt Deutschland 69 Millionen Euro in diesen Fonds für Pandemieprävention, -vorsorge und -reaktion bei der Weltbank ein. Der Fonds soll ärmere Länder und Regionen unterstützen, bessere Vorsorge zu treffen und schneller auf Infektionsausbrüche zu reagieren, die sich zu Pandemien entwickeln können.

Ein Mädchen in Pakistan wird gegen Masern geimpft.

Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze: „Bei der Covid-19-Pandemie hat es am Anfang zu lange gedauert, bis die Weltgemeinschaft genügend Geld mobilisiert hat und die weltweite Impfkampagne angelaufen ist. In vielen Entwicklungsländern waren zudem die Gesundheitssysteme überfordert. Jetzt gilt es, aus diesen Erfahrungen zu lernen. Bei der nächsten Pandemie wollen wir als Weltgemeinschaft besser vorbereitet sein. Deshalb brauchen wir einen Fonds, der sofort einspringt, wenn eine neue Pandemie droht. Genau das haben wir jetzt erreicht gemeinsam mit vielen Länder wie Indonesien, China und Südafrika, die zum ersten Mal mit größeren Beiträgen in einen internationalen Fonds einzahlen.“

Der Bundesminister für Gesundheit Prof. Karl Lauterbach: „Pandemien machen nicht vor Ländergrenzen halt. Daher ist es uns ein Kernanliegen, alle Menschen weltweit vor Pandemien zu schützen. Wir müssen sicherstellen, dass Gesundheitsbedrohungen früh erkannt werden und wir schnell und gezielt auf diese reagieren. Dazu müssen insbesondere Kapazitäten zur Früherkennung gestärkt und entsprechendes Personal ausgebildet werden. Nur so können wir neue Erreger und Virusvarianten rechtzeitig entdecken und bekämpfen. Der Fonds leistet hier einen wichtigen Beitrag.“

Mit den Geldern sollen in ärmeren Ländern insbesondere Labore besser ausgestattet, Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens aufgebaut und Personal ausgebildet werden. Zudem sollen Frühwarnsysteme ausgebaut sowie die bessere Vernetzung von Daten- und Auswertungssystemen ermöglicht werden. Diese Bereiche waren bis zum Ausbruch der Covid-Pandemie vor allem in Mittel- und Niedrigeinkommensländern wenig gefördert worden.

Insgesamt unterstützen bisher 22 staatliche und nichtstaatliche Geber den Fonds, der Ende Juni 2022 gegründet wurde. Neben Deutschland haben weitere Staaten und Organisationen Mittel versprochen. Alle Ankündigungen summieren sich auf insgesamt 1,4 Milliarden Euro. Die vom Fonds geförderten Maßnahmen sollen laufende Programme internationaler und regionaler Institutionen ergänzen und damit einen Mehrwert im Hinblick auf eine bessere Pandemievorsorge schaffen. Der Fonds setzt keine Maßnahmen selber um, sondern beauftragt leistungsfähige Partner. Dazu gehören UN-Organisationen, insbesondere die Weltgesundheitsorganisation WHO, die Weltbank und weitere Entwicklungsbanken sowie andere Fonds im Gesundheitsbereich.

Weitere Informationen zum Pandemievorsorgefonds finden Sie auf der Website der Weltbank: www.worldbank.org/pandemicfund (Externer Link)