Pressemitteilung Entwicklungsministerin Alabali Radovan reist nach Jordanien
Bundesministerin Alabali Radovan: „Die ganze Region steht in Flammen. Viele unserer Partnerländer wurden durch die iranische Eskalation mit in den Krieg hineingezogen. Der Krieg muss sofort beendet werden. Die humanitären – und auch die wirtschaftlichen und politischen – Folgen sind dramatisch. Ganz besonders betroffen sind die Länder im Nahen Osten, wo der Krieg die bereits existierenden Krisen verschlimmert und zerstört, was in Jahrzehnten – auch gemeinsam mit der deutschen Entwicklungspolitik – aufgebaut wurde. Ich reise heute in die Region als Zeichen meiner Solidarität und biete konkrete Unterstützung an. Das ist nicht nur ein Gebot der Menschlichkeit: Stabilität, Sicherheit und Perspektiven für die Menschen im Nahen Osten liegen auch im unmittelbaren Interesse Deutschlands.“
Das Entwicklungsministerium (BMZ) arbeitet seit Jahrzehnten eng mit Jordanien zusammen. Das Land spielt in der von Konflikten und Instabilität geprägten Region eine Vermittlerrolle. Gleichzeitig stößt Jordanien an die Grenzen seiner Belastbarkeit, da es trotz eigener Probleme wie der gravierenden Wasserknappheit eines der Hauptaufnahmeländer für Flüchtlinge aus der Region ist. Allein 2,3 Millionen vertriebene Menschen aus den palästinensischen Gebieten haben in den Jahrzehnten des Nahostkonflikts in dem Land Zuflucht gefunden, hinzu kommen mehr als eine Million Syrerinnen und Syrer.
Die Ministerin plant in Amman politische Gespräche mit mehreren Mitgliedern der jordanischen Regierung, unter anderem Außenminister Ayman Safadi und Planungsministerin Zeina Toukan. In den Gesprächen wird es auch um die Lage in Gaza und im Westjordanland gehen. Mehr als die Hälfte der Menschen, die in Jordanien leben, haben palästinensische Wurzeln. Die beiden Gebiete sind in mehrfacher Hinsicht vom Irankrieg betroffen: Der Gazastreifen, weil Grenzübergänge geschlossen und dadurch Hilfslieferungen erschwert werden – und weil seine prekäre Lage in den Hintergrund rückt. Das Westjordanland, weil Raketentrümmer Menschen töten, aber auch, weil der Bau illegaler Siedlungen im Schatten des Krieges mit großen Schritten voranschreitet und die Gewalt gegen die palästinensischen Bewohner zunimmt.
Der Krieg trifft Jordanien in einer Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs. Er beeinträchtigt Tourismus und Handel, treibt Energiepreise nach oben und gefährdet die Konsolidierung der Staatsfinanzen. Auch die weiterhin notwendige Versorgung der Flüchtlinge gerät unter Druck. Die Ministerin wird deshalb auch ein „Makani-Zentrum“ besuchen – einen Schutzraum für benachteiligte Kinder und Jugendliche aus syrischen Flüchtlingsfamilien und aus Jordanien.