Deutsches Engagement Corona-Hilfspaket Tourismus

Als Folge der Corona-Pandemie ist in den Ländern des globalen Südens der wichtige Wirtschaftsfaktor Tourismus teilweise komplett weggebrochen. Das BMZ reagiert auf diese Herausforderung mit dem Corona-Hilfspaket "Tourismus für Krisenbewältigung, Wiederaufbau und Resilienz".

In Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit wie Kambodscha, Georgien oder Albanien entfielen vor der Corona-Pandemie weit über 20 Prozent der Wirtschaftsleistung auf Tourismus. Die Krise betrifft nicht nur die Reisebranche selbst, sondern auch die Wirtschaftsbereiche, die indirekt vom Tourismus profitieren.

Ohne die Ausgaben der Reisenden können die Löhne in Unterkunftsbetrieben, Restaurants, Freizeiteinrichtungen und anderen touristischen Einrichtungen nicht mehr gezahlt werden. Transportunternehmen, Landwirtschaftsbetriebe und Einzelhandel verlieren wichtige Absatzmärkte.

Menschen, die einen Großteil ihres Einkommens direkt durch Reisende erzielen, hatten oder haben durch die Pandemie fast keine Einnahmen mehr – beispielsweise Souvenir- und Schmuckhändlerinnen und -händler oder Eis- und Getränkeverkäuferinnen und -verkäufer. Und auch Naturschutzinitiativen und Kulturinstitutionen können ihren Aufgaben nur noch eingeschränkt nachkommen.

Geringqualifizierte Beschäftigte, informell angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder solche mit wenig Berufserfahrung leiden in besonderem Maße unter den Folgen der Pandemie. Mit einem Beschäftigungsanteil von 54 Prozent sind vor allem Frauen betroffen.

Ziele des Hilfspakets

Ziel des Corona-Hilfspakets ist nicht nur, touristische Strukturen zu erhalten und die Beteiligten in die Lage zu versetzen, wieder touristische Produkte und Dienstleistungen anbieten zu können, sondern auch bisherige Herangehensweisen zu hinterfragen, soziale und ökologische Aspekte des Tourismus zu verbessern und die Krisenfestigkeit des Sektors in Entwicklungs- und Schwellenländern zu erhöhen.

Das Corona-Hilfspaket Tourismus wird gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen, UN-Organisationen, Branchenverbänden, Unternehmen der deutschen Tourismuswirtschaft und Kooperationspartnern in über 20 Partnerländern des BMZ in die Praxis umgesetzt.

Dabei stehen folgende Ziele im Fokus:

  • Digitale Aus- und Weiterbildung für Beschäftigte in der Tourismusbranche
  • Gleichberechtigung aller Menschen und Empowerment (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) von Frauen
  • Stärkung der Widerstandskraft gegenüber Krisen durch risiko-informiertes Management
  • Stärkung des Kinderschutzes im Tourismus
  • Kompetenzausbau kleiner und mittelständischer Unternehmen
  • Schutz der Biodiversität und Erhalt von Kulturerbe

Beispiel eAcademy Tourismus- und Gastgewerbe

Während der Phase, in der der Krisenmodus überwunden wird, ist für viele Fachkräfte im Tourismus eine flexible, kostenlose und relevante Aus- und Weiterbildung wichtig. Die kostenlose Lernplattform des BMZ atingi.org (Externer Link) bietet hierfür die eAcademy für Tourismus und Gastgewerbe (Externer Link) an mit je 45 Kursen auf Englisch und Französisch.

Durch die Tourismuswirtschaft anerkannte Lernzertifikate, sogenannte "Open Badges" sorgen dafür, dass das im Selbststudium Erlernte nachvollziehbar ist und die Jobsuche erleichtert wird.

Stand: 25.05.2022