Flaggen vieler Länder und der Vereinten Nationen wehen im Wind.

Die entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission Ein Netzwerk für globale Herausforderungen

Mit der entwicklungspolitischen Nord-Süd-Kommission stärkt die Bundesregierung internationale Partnerschaften und entwickelt Antworten auf drängende Fragen unserer Zeit.

Die entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission hat das Ziel, die Beziehungen zu den Ländern des Globalen Südens zu intensivieren und zu einem globalen Netzwerk auszubauen. Sie bringt Akteure aus allen Weltregionen zusammen, um gemeinsame Lösungen für globale Herausforderungen zu entwickeln und Polarisierung zu überwinden.

Es geht darum, internationales Vertrauen zu stärken, Impulse für neue globale Partnerschaften zu setzen, den Multilateralismus zu stärken und neue Formen internationaler Zusammenarbeit zu fördern. Die Ergebnisse sollen in internationale Reformprozesse einfließen und Orientierung für die künftige Ausrichtung der deutschen Entwicklungspolitik geben.

Damit trägt sie auch zur Gestaltung einer globalen Entwicklungsagenda nach 2030 bei. Die Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der Vereinten Nationen bildet mit ihren 17 Zielen den zentralen Rahmen für nachhaltige Entwicklung und ist eine Leitplanke der deutschen Entwicklungspolitik. Da die Agenda im Jahr 2030 ausläuft, soll die entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission Impulse für neue globale Ziele liefern.

In ihrer Arbeit knüpft die Kommission an das Erbe der 1977 gegründeten und von Willy Brandt geleiteten Nord-Süd-Kommission an (mehr dazu unten (Externer Link)).

Aufbau und Struktur

Die Kommission arbeitet unabhängig und ist ausgewogen besetzt – mit etwa 20 hochrangigen Vertreter*innen aus dem Globalen Süden und Norden; aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, internationalen Organisationen und Zivilgesellschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Sie werden von zwei Co-Vorsitzenden benannt.

Die Kommission wird nach folgenden Grundsätzen arbeiten:

  1. Gleichberechtigt: Vertreter aus dem Globalen Süden und dem Norden legen gemeinsam die Agenda fest und wirken gemeinsam an der Entscheidungsfindung.
  2. Breite Beteiligung: Die Mitglieder setzen sich aus Vertretern internationaler Organisationen, nationaler und regionaler Institutionen, der Wissenschaft, der Privatwirtschaft sowie der Zivilgesellschaft zusammen. Think Tanks und Forschungseinrichtungen werden eingeladen, begleitende Studien und Analysen zu erarbeiten.
  3. Offener und transparenter Diskurs: Die Co-Vorsitzenden sorgen für eine offene und evidenzbasierte Debatte, die der Vielfalt der vorhandenen Positionen und Interessen Rechnung trägt.

Um dies zu gewährleisten, werden parallel zu den regulären Sitzungen auch regionale Konsultationen in Afrika, Europa, Lateinamerika und Asien organisiert.

Co-Vorsitzende

Portaitfoto eines Mannes.

Olaf Scholz

Olaf Scholz (* 14. Juni 1958) ist ein deutscher Jurist und Politiker. Der Sozialdemokrat war von 2021 bis 2025 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Zuvor war er von 2018 bis 2021 Vizekanzler und Bundesfinanzminister. Von 2011 bis 2018 war er Erster Bürgermeister von Hamburg, von 2009 bis 2019 stellvertretender Vorsitzender der SPD und von 2007 bis 2009 Bundesminister für Arbeit und Soziales. Von 1998 bis 2001 sowie von 2002 bis 2011 war er direkt gewähltes Mitglied des Deutschen Bundestages. Seit 2021 vertritt er dort den Wahlkreis Potsdam.

Portaitfoto einer Frau.

Laura Chinchilla

Laura Chinchilla (* 28. März 1959) ist Politikwissenschaftlerin mit einem Abschluss in Public Policy. An der politikwissenschaftlichen Fakultät der Universität von Costa Rica erwarb sie einen Bachelorgrad; an der Georgetown University hat sie ein Masterprogramm in Public Policy absolviert. Von 2010 bis 2014 war sie Präsidentin von Costa Rica. Zuvor war sie Vizepräsidentin (2006-2008), Justizministerin (2006-2008), Ministerin für Öffentliche Sicherheit (1996-1998) und Kongressabgeordnete. Im Kongress war sie Vorsitzende der Sonderkommission zu Drogenschmuggel und Sicherheit (2002-2006).

Screenshot des Einsetzungsbeschlusses

Einsetzungsbeschluss entwicklungspolitische Nord-Süd-Komission

Dateityp PDF | Dateigröße 137 KB, Seiten 2 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei

(Externer Link)Die Kommission nimmt Mitte 2026 ihre Arbeit auf. In den folgenden zwei Jahren werden regelmäßige Sitzungen und regionale Konsultationen stattfinden. Außerdem wird die Kommission an wichtigen internationalen Veranstaltungen teilnehmen, darunter die Hamburg Sustainability Conference und der UN-SDG-Gipfel.

Erste Zwischenergebnisse werden für 2027 erwartet – unter anderem anlässlich des fünfzigjährigen Jubiläums der ersten Nord-Süd-Kommission und im Umfeld des Gipfels zu den Nachhaltigkeitszielen.

Ende 2028 wird die Kommission einen ausführlichen Abschlussbericht vorlegen.

Historischer Hintergrund Erbe der „Brandt-Kommission“ (1977-1983)

Robert McNamara und Willy Brandt geben sich die Hand.

Die von Willy Brandt geleitete und weltweit bis heute anerkannte Nord-Süd-Kommission nahm 1977 ihre Arbeit auf. Ziel der Kommission war es, die zunehmenden wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten zwischen den Ländern des Globalen Nordens und Südens zu analysieren und neue Impulse für die internationale Zusammenarbeit zu geben.

Die Kommission erarbeitete zwei wegweisende Berichte. 1980 erschien „Das Überleben sichern. Gemeinsame Interessen der Industrie- und Entwicklungsländer“. 1983 folgte „Hilfe in der Weltkrise. Ein Programm für internationale Zusammenarbeit“.

Die Arbeit der Brandt-Kommission prägt die internationale Entwicklungspolitik bis heute. An dieses Erbe knüpft die neue Nord-Süd-Kommission bewusst an, auch wenn sich die globalen Rahmenbedingungen inzwischen grundlegend verändert haben.