Regionale Entwicklungsbanken (REBs)

Ziel der regionalen Entwicklungsbanken ist die Förderung von nachhaltiger Entwicklung im Sinne der Agenda 2030, Armutsminderung und die Förderung globaler und regionaler öffentlicher Güter (wie Klima, Umwelt, Frieden, Freiheit von Infektionskrankheiten etc.) in ihren jeweiligen Regionen.

Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Förderung von Investitionen im öffentlichen Sektor, einschließlich der Unterstützung von Politikreformen durch Policy based lending - Budgethilfe, die an die Erreichung zuvor vereinbarter Meilensteine geknüpft wird. Zunehmend werden jedoch auch Kredite für privatwirtschaftliche Vorhaben vergeben, die nicht durch staatliche Garantien abgesichert sind. Den ärmsten Ländern werden auf Basis einer Schuldentragfähigkeitsanalyse entweder besonders zinsgünstige Kredite oder Zuschüsse aus Sonderfonds („konzessionäre Fonds“) der Entwicklungsbanken gewährt.

Die regionalen Entwicklungsbanken sind nach dem Modell der Weltbank aufgebaut. Im Gegensatz zur Weltbank liegt jedoch die Mehrheit der Kapitalanteile bei den regionalen Mitgliedsstaaten. Dadurch sind sie in ihren jeweiligen Regionen besonders sichtbar und anerkannt.

Der Mehrwert der Entwicklungsbanken besteht erstens darin, dass sie das von ihren Mitgliedern eingezahlte Kapital um das ca. zwei- bis vierfache hebeln und sich über die Kreditrückzahlungen refinanzieren. Ihre Gewinne wiederum stärken die eigene Kapitalbasis und werden an die Länder wieder ausgeschüttet. Zweitens stellen sie auch in Krisenzeiten verlässliche und kostengünstige Entwicklungsfinanzierung bereit. Und schließlich: sie bringen fundiertes Wissen und regionale Expertise in die Vorhaben und Programme ein.

Für die Zusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland mit der Afrikanischen (AfDB), Inter-Amerikanischen (IDB), Asiatischen (ADB) und Karibischen Entwicklungsbank (CBD) ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) federführend und stellt den jeweiligen Gouverneur. Der Stellvertreter (alternate governor) wird jeweils vom BMF gestellt.

Auch der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, wird vom BMZ betreut. Obwohl IFAD keine Entwicklungsbank ist, hat es als Internationale Finanzinstitution ähnliche Strukturen und Instrumente und fördert damit Landwirtschaft und ländliche Entwicklung.