Schulmädchen in Dhaka, Bangladesch

Corona-Krise Deutschland unterstützt globale Bildungs­partner­schaft gemeinsam mit Stiftung der Friedens­nobel­preis­trägerin Malala

Pressemitteilung vom 19. Mai 2021 | Berlin – Deutschland verstärkt sein Engagement für Schulbildung weltweit: Das Bundesentwicklungsministerium startet die Initiative "SHE – Support Her Education“, um eine Million Mädchen in Entwicklungsländern zu fördern, die durch die Corona-Krise den Zugang zu Bildung verloren haben.

Dazu investiert das Ministerium in den nächsten vier Jahren rund 100 Millionen Euro. Gesamtziel der damit geförderten Initiative der Globalen Bildungspartnerschaft (GPE) ist es, den Schulbesuch von 46 Millionen Mädchen zu ermöglichen.

Zum Start der Ini­tia­tive erklärt Bundes­entwicklungs­minister Gerd Müller:

"Wir sind weit entfernt, das UN-Entwicklungsziel 5 zur Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen. Frauen leisten weltweit den Haupt­teil der Arbeit, verdienen aber nur drei Viertel des Einkommens von Männern. Durch die Corona-Krise hat sich die Situation für Mädchen und Frauen verschlechtert. Sie haben häufig als erste ihre Arbeit verloren. Weltweit können 130 Millionen Mädchen nicht zur Schule gehen. Die dramatische weltweite Hunger- und Wirtschaftskrise führt dazu, dass 13 Millionen Mädchen zu Zwangsheiraten gedrängt werden und oft die Schule abbrechen müssen. Das ist nicht hinnehmbar!

Wir müssen alles tun, dass es nicht zu einer verlorenen Generation kommt. Denn Bildung von Mädchen ist die klügste Investition: Jeder investierte Euro ist doppelt wirksam. Er schafft neue Arbeits- und Lebenschancen, schützt vor ungewollten Schwangerschaften – und verbessert so die beruflichen Chancen der Frauen. Von dem Treffen der Globalen Bildungspartnerschaft muss daher das Signal ausgehen, dass die reichsten Staaten ihrer Verantwortung gerecht werden. Deutschland leistet bereits einen großen Beitrag: Wir haben die Investitionen in Bildung und Ausbildung verdoppelt und stellen jetzt weitere 100 Millionen Euro bereit, damit eine Million Mädchen nach der Pandemie in die Schulen zurückkehren können. Das ist eine wichtige Investition in die Zukunft einer ganzen Generation."

Parlamen­tarische Staats­sekretärin Maria Flachsbarth:

"Die Corona-Krise hat die Situation vieler Mädchen verschlechtert. Viele werden nicht zurückkehren, weil sie zwangsverheiratet werden oder arbeiten müssen. Diese Mädchen werden wir nicht zurücklassen. Durch die Mädchenbildungsinitiative 'SHE' werden bis 2024 rund eine Million Mädchen in Entwicklungsländern unterstützt, damit diese in die Schule gehen, nach pandemiebedingten Schulschließungen in die Schulen zurückkehren und ihre Abschlüsse machen können. Dazu werden beispielsweise Lehrerinnen gefördert, Curricula zur Bekämpfung von Genderstereotypen eingeführt und auch Maßnahmen zur Prävention von Frühverheiratung und Frühschwangerschaften von Mädchen unterstützt."

Das Bundesentwicklungsministerium gab die Förderung der Mädchenbildung bei einer virtuellen Veranstaltung der Globalen Bildungspartnerschaft (GPE) bekannt, an der auch Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai und die Vorsitzende der Globalen Bildungspartnerschaft und ehemalige australische Ministerpräsidentin Julia Gillard teilnahmen.

Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai, Mitgründerin des Malala Fund:

"Corona führt zu einer weltweiten Bildungskrise. Um dagegen anzugehen, müssen wir erhebliche Mittel zugunsten der Bildung umschichten. Das trägt wiederum zu besseren lokalen und gesellschaftlichen Bedingungen bei, denn Bildung insbesondere für Mädchen führt zu höherem Wirtschaftswachstum, einer besseren öffentlichen Gesundheit, weniger Konflikten und verbesserter ökologischer Nachhaltigkeit, um nur einige der zahllosen positiven Wirkungen aufzuzählen. Mit dem Girls' Education Accelerator können wir dafür sorgen, dass in den nächsten zwei Jahren 46 Millionen Mädchen den Schulbesuch aufnehmen."

Julia Gillard, Vorsitzende der Globalen Bildungspartnerschaft:

"Der heutige Tag ist ein großer Erfolg für die Mädchenbildung. Es besteht große Hoffnung, dass die ärmsten Länder der Welt ihre Bildungssysteme stärken können, um eine dynamische Zukunft zu schaffen, in der alle Mädchen und Jungen etwas bewegen können. Die Bildung trägt zur Gleichberechtigung der Geschlechter bei, die ihrerseits von entscheidender Bedeutung für eine friedlichere, gesündere und nachhaltigere Welt mit größerem Wohlstand ist. Heute kommt es mehr denn je darauf an, die Kinder wieder in die Schule zu holen, um ihnen für eine Zukunft als 'Game Changers' den Weg zu ebnen."

Siehe auch

Mit der SHE-Initiative unterstützt Deutschland den neuen Finanzierungsmechanismus der Globalen Bildungspartnerschaft (GPE), den Girls' Education Accelerator (GEA). Irland kündigte eine Zusage von 60 Millionen Euro an.

Die deutsche Entwicklungspolitik hat die Mittel für Bildung und Ausbildung seit 2014 verdoppelt – auf eine Milliarde Euro pro Jahr. Wir streben an, dass 25 Prozent der Mittel für Entwicklungszusammenarbeit in Bildung fließen.

Schon heute erreichen wir:

  • Die Stärkung von Bildungssystemen in 90 Partnerländern und die Förderung der Grundbildung in den ärmsten Ländern der Welt
  • Bessere Bildungsmöglichkeiten für fast vier Millionen von Flucht und Krisen betroffenen Kindern und Jugendlichen
  • Eine bessere schulische Bildung für fast 12 Millionen Schülerinnen und Schüler durch bessere nationale Bildungspolitiken, Lehrpläne und Lehrerausbildung
  • Bessere digitale Kompetenzen von über 50.000 Mädchen und Frauen durch die G20-Initiative #eSkills4Girls