Gemeinsame Pressemitteilung BMZ und BMWE Wirtschaftstag mit Kenia: Bundesregierung und deutsche Wirtschaft gemeinsam mit kenianischen Partnern für nachhaltige Entwicklung und Wachstumschanen in afrikanischen Märkten
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan: „Mit dem Wirtschaftstag Kenia bereiten wir als Bundesregierung gemeinsam den Boden für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und faire Partnerschaften. Wir wollen, dass mehr deutsche Unternehmen den Schritt nach Kenia machen – gerade in Zukunftsbranchen wie erneuerbare Energien oder der Digitalwirtschaft. Mit der deutschen Entwicklungspolitik setze ich mich dafür ein, dass aus guten Ideen konkrete Investitionen und gute Arbeitsplätze entstehen. Davon profitieren Deutschland und Kenia. “
Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Stefan Rouenhoff: „Mit dem heutigen Wirtschaftstag greifen wir das auf, was die Regierungsparteien im Koalitionsvertrag verankert haben: eine engere Verzahnung von Außenwirtschaftsförderung und Entwicklungszusammenarbeit sowie eine stärkere strategische Ausrichtung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Die Ergebnisse des Wirtschaftstages werden auch in die morgen startenden Regierungsverhandlungen mit Kenia einfließen. So greifen wir die Anliegen der Wirtschaft auf und richten unsere Zusammenarbeit stärker an den praktischen Bedarfen der Unternehmen aus.“
Der Wirtschaftstag richtet sich sowohl an deutsche Unternehmen, die in Kenia investieren oder ihr Engagement ausbauen möchten, als auch an kenianische Unternehmen, die an Kooperationen mit dem deutschen Privatsektor interessiert sind. Im Fokus des Austauschs stehen vier Bereiche, die besonderes Potential für Wirtschaftswachstum und nachhaltige Entwicklung bieten: Erneuerbare Energien, digitale Wirtschaft, Agribusiness und Fachkräfteausbildung und -migration. In diesen Bereichen arbeitet die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit der kenianischen Regierung bereits intensiv zusammen.
Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter etwa 40 deutsche Unternehmen und eine Delegation des kenianischen Privatsektors sowie der kenianische Minister für Handel und Investitionen, Lee Kinyanjui, nehmen an dem Wirtschaftstag teil.
Im Rahmen des Wirtschaftstags werden eine Reihe von konkreten Kooperationsvereinbarungen abgeschlossen. Folgende Projekte stehen beispielhaft für die Potentiale, die aus dem intensivierten Austausch für nachhaltiges Wachstum und wirtschaftliche Zusammenarbeit entstehen:
Entwicklungspolitisch geförderte Public-Private Partnerhsip Projekte (develoPPP):
- Der deutsche Kunststoffhersteller Ensinger und das kenianische Unternehmen Indevo Limited vereinbaren den Aufbau eines Ausbildungs- und Demonstrationszentrums in Kenia. In den kommenden drei Jahren werden so über 100 Fachkräfte und Ausbilder für moderne Verarbeitungstechnologien qualifiziert.
- Zur Förderung und Vermittlung kenianischer IT-Fachkräfte vereinbaren die deutschen IT‑Unternehmen Heinlein Support und netspice mit dem kenianischen Techunternehmen CCI Kenya und der afrikanischen Talentplattform Global Careers Afric eine zukunftsfähige Kooperation. Deutsche Firmen erhalten Zugang zu qualifizierten Talenten, die aus Kenia arbeiten und diese wiederum eine Perspektive auf gute Jobs im globalen Digitalsektor.
Erneuerbare Energielösungen:
- Um gemeinsam ungenutzte Niedrigtemperatur‑Geothermie in Kenia zu erschließen, die Effizienz bestehender Anlagen zu erhöhen und zusätzliche erneuerbare Energie zu gewinnen, treffen das Rostocker Unternehmen IntecGMK und die kenianische Geothermal Development Company (GDC) eine Kooperationsvereinbarung.
Kenia ist Deutschlands wichtigster Absatzmarkt in Ostafrika und ein regionales Drehkreuz für die Ostafrikanische Gemeinschaft. Bereits heute sind rund 120 deutsche Unternehmen in Kenia präsent. Das bilaterale Handelsvolumen stieg 2025 um 23 Prozent auf 590 Millionen Euro. Diese zeigt die großen Chancen, die mit einer weiteren Vertiefung der Handels- und Investitionsbeziehungen einhergehen.
Organisiert wird der Wirtschaftstag vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), der Delegation der Deutschen Wirtschaft für Ostafrika (AHK) sowie dem Afrikaverein der deutschen Wirtschaft in enger Abstimmung mit kenianischen Partnerinstitutionen.