Statement Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan zu den weltweiten Folgen des Irankriegs

2. April 2026 | Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan zu den weltweiten Folgen des Irankriegs:

„Was heute in anderen Teilen der Welt eskaliert, wird morgen auch bei uns spürbar sein. Dieser Krieg ist kein fernes Ereignis – seine Folgen erreichen schon längst Millionen weitere Menschen auf der Welt, auch in Deutschland und Europa.

Während wir hier jetzt vor allem die steigende Preise im Alltag merken, kämpfen Millionen Menschen in Ländern wie dem Sudan oder Somalia ums Überleben. Eine ohnehin schon extrem unsichere Ernährungslage droht dort komplett zu kollabieren. Das Welternährungsprogramm warnt: Bis zu 45 Millionen zusätzliche Menschen könnten von Hunger bedroht sein. Denn die Preise steigen aufgrund der Knappheit. Grundnahrungsmittel wie Weizen, Reis und pflanzliche Öle werden für viele unbezahlbar.

Gleichzeitig geraten Hilfsorganisationen massiv unter Druck: Hohe Energie- und Transportkosten und unterbrochene Lieferketten erschweren ihre Arbeit vielerorts massiv. Besonders dramatisch ist der wachsende Mangel an Düngemitteln. Viele Länder in Ostafrika sind auf die Importe angewiesen. Wenn wir jetzt nicht handeln, drohen bei der nächsten Ernte massive Ausfälle.

Diese Krise bleibt nicht auf andere Weltregionen beschränkt. Instabilität, Hunger und Perspektivlosigkeit wirken zurück auf Europa – wirtschaftlich, politisch und humanitär.

Auch wenn das gesamte Ausmaß noch nicht absehbar ist, ist doch jetzt schon klar: Jeder weitere Tag Krieg hat dramatische Folgen. Deshalb gilt: Jetzt ist entschlossenes Handeln gefragt. Die internationale Gemeinschaft muss schnell und wirksam unterstützen, wo Hunger und Instabilität am größten sind. Genau dafür werde ich mich bei der Weltbank-Frühjahrstagung und beim G7-EntwicklungsministerInnen-Treffen im April mit Nachdruck einsetzen.“