Gemeinsame Pressemitteilung BMUKN und BMZ Weltnaturkonferenz: Deutschland mobilisiert private Mittel für weltweiten Schutz natürlicher Lebensgrundlagen
Bundesumweltminister Carsten Schneider: „Naturschutz ist eine Menschheitsaufgabe. Wir in Deutschland tragen dafür eine doppelte
Verantwortung, national und international. Die Länder mit der größten biologischen Vielfalt liegen im Globalen Süden. Diese Länder erwarten zu Recht, dass wir sie auch in Zukunft mit dieser Aufgabe nicht alleinlassen, weil wir auf eine intakte Natur angewiesen sind. Mit unseren Finanzierungszusagen können wir unsere globalen Partnerländer für ihre Naturschutzprioritäten konkret unterstützen, in Politik, Planung, Forschung und Umsetzung.“
Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan: „Die artenreichsten Regionen der Welt liegen im Globalen Süden – in den Partnerländern des Entwicklungsministeriums. Gemeinsam mit ihnen setzen wir uns für den Erhalt der Artenvielfalt und natürlicher Lebensgrundlagen wie sauberes Wasser und fruchtbare Böden ein. Dabei steht für uns der Mensch im Mittelpunkt. Dazu gehört, dass wir Indigene Völker und lokale Gemeinschaften in ihren Rechten und ihrer Teilhabe stärken. Nur so wird es uns langfristig gelingen, weltweit Natur als Grundlage für Ernährung, Wohlstand und Sicherheit zu erhalten.“
Zur Weltnaturschutzkonferenz kündigt die Bundesregierung folgende konkrete Beiträge Deutschlands an:
Zusammen mit Zusagen privater Stiftungen hat Deutschland ein öffentlich-privates Finanzierungspaket von 300 Millionen Dollar für den Weltnaturerbefonds „Legacy Landscapes Fund“ geschnürt. Der öffentliche Beitrag liegt bei 100 Millionen US-Dollar, aus Mitteln der Internationalen Klimaschutzinitiative des BMUKN, des BMZ und der KfW. Die Stiftungen verdreifachen diesen Beitrag. Mit dem Geld fördert der LLF den langfristigen Erhalt global bedeutender Schutzgebiete in Afrika.
Deutschland zahlt weitere 50 Millionen Euro aus Mitteln der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesumweltministeriums in den Global Biodiversity Framework Fund (GBFF) ein. Der GBFF wurde in Rekordzeit als Unterfonds der Globalen Umweltfazilität (GEF) aufgesetzt, um die Umsetzung des GBF zu unterstützen. Bislang wurden beispielsweise neben der Wiederherstellung von Ökosystemen und der Integration von Biodiversität in Wirtschaftsbereichen wie Landwirtschaft, Fischerei und Infrastruktur, Schutzgebiete mit mehr Fläche als das gesamte Bundesgebiet gefördert und CO2-Emissionen vermiedenen, die 67 Millionen Autos mit Verbrennungsmotor entsprechen. Die dritte Einzahlung der Bundesregierung in den GBFF ermöglicht die Auswahl neuer Förderprojekte und setzt damit ein starkes Bekenntnis Deutschlands zu multilateralen Finanzierungsabsprachen.
Mit einer Einzahlung von 20 Millionen Euro aus IKI-Mitteln in das Entwicklungsprogramm der vereinten Nationen unterstützt das Bundesumweltministerium Partnerländer dabei, ihre nationalen Biodiversitätsstrategien und Aktionspläne (National Biodiversity Strategies and Action Plans, NBSAP) umzusetzen – und zwar genau dort, wo sie Unterstützung anfragen. Mit den Mitteln werden besonders ambitionierte Länderanfragen im Rahmen der NBSAP Accelerator Partnerschaft gefördert.
Über die IKI unterstützt Deutschland zudem die Investitionsfazilität des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) für die Natur mit 15 Millionen Euro. Sie soll private Investitionen für den Schutz wertvoller Naturlandschaften mobilisieren, unter anderem für wertvolle Landschaften in Asien und den Aufbau neuer Projektpipelines in Lateinamerika und Afrika. Ziel ist es, mehr privates Kapital für den Naturschutz zu gewinnen und so dessen Finanzierung langfristig zu stärken.
Ebenfalls über die IKI setzt sich Deutschland für den Aufbau eines Naturschutzfonds in der Ukraine als Beitrag zu Schutz und Erhalt der europäischen Urwälder ein. Dafür werden 10 Millionen Euro bereitgestellt. Dies soll die dauerhafte Sicherung von Schutzgebieten und wichtigen Pufferzonen in den Karpaten unterstützen, u.a. das UNESCO-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder Europas“.
Zudem unterstützt das BMZ das International Centre of Insect Physiology and Ecology (icipe) für Forschung zur Förderung von Bestäuber-Insekten. Da neben Wildpflanzen auch viele Kulturpflanzen auf diese Insekten angewiesen sind, sind sie wichtig für den Erhalt der Biodiversität und Ernährungssicherheit, aber auch für die Landwirtschaft und somit die Einkommenssicherheit von Kleinbauern und -bäuerinnen.
Das Bundesumweltministerium unterstützt zudem die Teilnahme von Delegierten aus Entwicklungsländern sowie Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, vor allem indigener Völker und lokaler Gemeinschaften, Frauen und jungen Menschen zu den CBD-Verhandlungen sowie zu den vorbereitenden relevanten Sitzungen und Veranstaltungen.
Deutschland setzt sich dafür ein, die internationale Zusammenarbeit zum Erhalt der biologischen Vielfalt weiter zu stärken. Die aktuell stattfindende COP17 bietet die Chance, gemeinsame Verantwortung in konkretes Handeln zu übersetzen.
Weitere Informationen
https://www.bundesumweltministerium.de/weltnaturkonferenz (Externer Link)