Pressemitteilung Weltgesundheitsgipfel startet in Berlin

9. Oktober 2026 | Deutschland wird die lokale Produktion von Impfstoffen und Medikamenten in Afrika weiter stärken. Zum Auftakt des Weltgesundheitsgipfels in Berlin sagt das Entwicklungsministerium (BMZ) weitere Unterstützung zu für einen Fonds, der in afrikanische Pharmaunternehmen investiert. Weitere zentrale Themen sind die Reform des Globalen Gesundheitssystems, die Unterstützung des Rechts auf Familienplanung sowie die Bewältigung des aktuellen Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo.

Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan: „Die aktuelle Weltlage prägt auch den Weltgesundheitsgipfel: Bewaffnete Konflikte bedrohen die Gesundheitsversorgung in vielen Teilen der Welt, etwa in der Ukraine, im Nahen Osten oder in der Demokratischen Republik Kongo. Zudem gerät das Recht auf körperliche Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen weltweit zunehmend unter Druck – eine gefähliche Entwicklung, der wir uns kraftvoll entgegenstellen. Wir dürfen die Betroffenen nicht im Stich lassen. Deshalb investiert Deutschland trotz schwieriger Haushaltslage auch weiterhin verlässlich in die Bekämpfung von Infektionskrankheiten, in die Impfung von Kindern, in Aufklärung über Schwangerschaft und Verhütung sowie in die Sicherstellung der Selbstversorgung mit Medikamenten auf dem afrikanischen Kontinent. Das ist auch in unserem deutschen Interesse.“

Der Weltgesundheitsgipfel (World Health Summit, WHS), eine der größten Gesundheitskonferenzen der Welt, findet jährlich im Oktober in Berlin statt. In diesem Jahr werden rund 4000 Teilnehmende aus 130 Ländern erwartet. Gesundheits- und Entwicklungsministerinnen und -minister, internationale Organisationen, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutieren ab Sonntag darüber, wie gerechte und zukunftsfähige Gesundheitssysteme auf- und ausgebaut werden können.

Ein Schwerpunkt wird in diesem Jahr der Austausch über Gesundheitssicherheit vor dem Hintergrund des Ebola-Ausbruchs sein. Die Bundesregierung hat zur Unterstützung der Ebola-Bekämpfung in der Demokratischen Republik Kongo bereits zusätzliche Mittel in Höhe von 27 Millionen Euro bereitgestellt.

Zudem übergibt Bundesministerin Alabali Radovan den diesjährigen Virchow-Preis an Jean-Jacques Muyembe und Peter Piot, die für ihre wegweisenden Beiträge zur Entdeckung und Erforschung des Ebola-Virus geehrt werden.

Auch die verstärkte Zusammenarbeit mit der Gesundheitswirtschaft spielt eine wichtige Rolle auf dem Gipfel: Die Gesundheitswirtschaft wird künftig systematisch eingebunden, damit deutsche, europäische und afrikanische Unternehmen gemeinsam investieren und produzieren können – etwa bei der Anpassung eines Medikaments gegen die Tropenkrankheit Bilharziose an die Körpermaße und Bedürfnisse von Kindern. Deutschland stärkt dabei weiter die lokale Produktion von Impfstoffen und Medikamenten in Afrika: Bei einem Steuerungstreffen der Gesundheitspartnerschaft zwischen Europäischer und Afrikanischer Union im Vorfeld des WHS hat das BMZ 20 Mio. Euro für einen Fonds zugesagt, der in afrikanische Pharmaunternehmen investiert.

Mit dem „Internationalen Dialog für Bevölkerung und nachhaltige Entwicklung“ unter Teilnahme von Entwicklungsministerin Alabali Radovan legt der diesjährige Gipfel auch einen Schwerpunkt auf die Stärkung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte. Bundesministerin Alabali Radovan ist seit einem Jahr deutscher „Champion“ der „She Decides“–Bewegung, die sich weltweit für die körperliche Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen stark macht.