Statement Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan zur neuen Studie der Universität Göttingen zum Zusammenhang von Entwicklungszusammenarbeit und Exporten
„Wer bei Entwicklungspolitik nur sieht, was Deutschland ausgibt, übersieht, was Deutschland dadurch gewinnt. Die neue Studie der Universität Göttingen zeigt: Ein Euro Entwicklungszusammenarbeit geht mit 2,50 Euro zusätzlichen deutschen Exporten einher. Das stärkt unsere Unternehmen und sichert Arbeitsplätze bei uns. Ich habe gerade in Indonesien erlebt, wie groß das Interesse an deutscher Technologie und deutschen Investitionen ist. In einer Welt, in der der Wettbewerb um Märkte, Rohstoffe und Partner härter wird, können wir es uns nicht leisten, anderen das Feld zu überlassen. Gute Entwicklungspolitik hilft unseren Partnern – und sie liegt ganz klar im Interesse Deutschlands.“
Hintergrund zur Studie:
Eine aktuelle Analyse der Universität Göttingen, die von der KfW begleitet wurde, untersucht den Zusammenhang zwischen deutscher Entwicklungszusammenarbeit und deutschen Exporten in die jeweiligen Partnerländer. Betrachtet wurde der Zeitraum 2005 bis 2024; neben Waren wurden auch Dienstleistungen berücksichtigt.
Die zentralen Ergebnisse:
- 1 Euro Entwicklungszusammenarbeit geht mit 2,50 Euro zusätzlichen deutschen Exporten einher.
- Die dadurch ausgelösten zusätzlichen Exporte tragen laut KfW dazu bei, rund 380.000 Arbeitsplätze in Deutschland in produzierenden Unternehmen und im Dienstleistungssektor zu schaffen und zu sichern.
- Besonders starke Exporteffekte zeigen sich in den Bereichen Maschinenbau, Transport, Informationstechnologie sowie Chemie- und Elektroindustrie.
- Die Forschenden erklären den Effekt unter anderem damit, dass Entwicklungszusammenarbeit Einkommen und Nachfrage in den Partnerländern erhöht und damit zusätzliche Importe ermöglicht.
- Hinzu kommen langfristige Beziehungen und Netzwerke, von denen deutsche Unternehmen beim Zugang zu Märkten profitieren können.
Die Ergebnisse unterstreichen damit auch die wirtschaftliche Bedeutung langfristiger Partnerschaften mit Entwicklungs- und insbesondere aufstrebenden Schwellenländern für Deutschland als Exportnation.
Aktuelles Beispiel Indonesien: Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan war im August mit einer deutschen Wirtschaftsdelegation in Indonesien. Ziel der Reise war unter anderem, deutsche Unternehmen stärker mit lokalen Partnern zusammenzubringen und neue Investitions- und Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen. Indonesien gehört zu den Fokusländern, in denen das BMZ die Zusammenarbeit mit der deutschen Wirtschaft besonders stärken will.
Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier (Externer Link).
Die vollständige Studie finden Sie hier (Externer Link).