Pressemitteilung Globale Allianzen in Krisenzeiten stärken: Bundesministerin Alabali Radovan reist zur Weltbank-Jahrestagung nach Bangkok

14. Oktober 2026 | Bei der Weltbank-Jahrestagung, die in diesem Jahr in der thailändischen Hauptstadt Bangkok stattfindet, steht für Entwicklungsministerin Alabali Radovan neben dem Umgang mit globalen Krisen und Schocks sowie der Finanzierung nachhaltiger Entwicklung auch das Thema Wasser auf der Agenda. Außerdem trifft sich Alabali Radovan mit den neu berufenen Mitgliedern der Entwicklungspolitischen Nord-Süd-Kommission und nimmt an einer Sitzung zur Einrichtung des Weltungleichheitsrats (IPI) teil.

Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan: „Der anhaltende russische Angriffskrieg auf die Ukraine, die Schließung der Straße von Hormus, die katastrophale Lage in Gaza, die Auswirkungen von El Niño – überall sind Menschen direkt betroffen. Akute Krisen entstehen immer häufiger. Sie verstärken sich gegenseitig immer mehr. Und ihre Folgen sind immer öfter weltweit spürbar: Hunger und extreme Armut nehmen zu, die Energiepreise steigen, die Klimakrise spitzt sich weiter zu. Gleichzeitig sind unsere Mittel begrenzt. Um uns trotzdem gut gegen globale Krisen zu wappnen, müssen wir international noch stärker zusammenarbeiten. Die Weltbank ist eine der Institutionen, die die Welt zusammenhält. Als deutsche Weltbank-Gouverneurin erwarte ich von der Jahrestagung klare Fortschritte – für weniger Armut, mehr Klimaschutz und mehr globale Gerechtigkeit.“

Weltbank-Jahrestagung: Globale Krisen und Schocks

Die Weltbank ist der weltweit größte Finanzierer nachhaltiger Entwicklung. Sie spielt damit eine tragende Rolle bei der Bewältigung globaler Herausforderungen und aktueller Krisen und Konflikte im Nahen Osten, der Ukraine, infolge der Schließung der Straße oder des Klimaphänomens El Niño. In einer von Deutschland, Großbritannien und der Weltbank ausgerichteten Veranstaltungen wird Entwicklungsministerin Alabali Radovan darüber beraten, wie die am stärksten betroffenen Länder gegen Krisen und Schocks gestärkt werden können.

Nachhaltige Entwicklungsfinanzierung und Rolle des Privatsektors

Ein weiterer Schwerpunkt der Beratungen bei der Weltbank liegt auf der Finanzierung nachhaltiger Entwicklung. Angesichts unter Druck stehender öffentlicher Haushalte treibt Deutschland die Zusammenarbeit mit dem Privatsektor als Partner für Entwicklung voran. Außerdem sagt sie die deutsche Unterstützung in Höhe von rund 8 Millionen Euro für einen Fonds zu, den Weltbank und Internationalen Währungsfonds gemeinsam eingerichtet haben, um das Schuldenmanagement in Partnerländern zu stärken.

Wasser

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) schätzt, dass aufgrund aktueller Krisen und Schocks rund 45 Millionen Menschen zusätzlich in akute Ernährungsunsicherheit geraten könnten. In einer von Deutschland ausgerichteten Veranstaltung am Rande der Weltbank-Tagung wird Ministerin Alabali Radovan für eine stärkere Verknüpfung der Themen städtische Infrastruktur, Ernährungssicherung und Klimarisiken werben. In Städten verfügen weltweit nur rund 83 % der Bevölkerung über sicher verwaltetes Trinkwasser, in der Sanitärversorgung sind es lediglich rund 66 %. Gemeinsam mit der Weltbank, Entwicklungsbanken und Partnern aus dem Globalen Süden wird Alabali Radovan beraten, wie nachhaltige Wasserinfrastruktur aussehen kann und welche guten Ansätze ausgebaut werden können.

Bilaterale Treffen, Weltungleichheitsrat, Entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission und G7

Neben zahlreichen bilateralen Gesprächen, unter anderem mit Weltbank-Präsident Ajay Banga, wird Ministerin Alabali Radovan sich auch in Bangkok für die Einrichtung eines Weltungleichheitsrats (International Panel on Inequality, IPI) einsetzen. Sie hatte bereits am Rande der UN-Generalversammlung in New York die Unterstützung der Bundesregierung für dieses Gremium erklärt.

Außerdem wird Ministerin Alabali Radovan mit den kürzlich bekanntgegebenen Mitgliedern der Entwicklungspolitischen Nord-Süd-Kommission (ENSK) unter dem Ko-Vorsitz von Bundeskanzler a.D. Olaf Scholz und Laura Chinchilla zusammentreffen. Die ENSK kommt am Rande der Weltbank-Tagung zu ihrer ersten Arbeitssitzung zusammen. Sie wird Reformvorschläge erarbeiten, wie das Verhältnis zwischen globalem Süden und Norden auf eine neue, partnerschaftliche Grundlage gestellt, die Beziehungen zu den Ländern des Globalen Südens intensiviert und zu einem globalen Netzwerk ausgebaut werden können.

Und schließlich steht ein Treffen der G7-Entwicklungsminister*innen auf dem Programm von Ministerin Alabali Radovan, zu dem die diesjährige französische G7 Präsidentschaft am Rande der Weltbank-Tagung einlädt.