Pressemitteilung Entwicklungsministerin Alabali Radovan reist in den Libanon
Bundesentwicklungsministerin Alabali Radovan: „Deutschland steht an der Seite der Menschen im Libanon. Gemeinsam mit Partnern wie UNICEF (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und UNDP (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) leisten wir schnelle Hilfe für Menschen, die unter Krieg und Vertreibung im Land leiden müssen. Gleichzeitig unterstützen wir die Reformen der Regierung, die das Land langfristig stärken sollen. Klar ist aber: Die Menschen brauchen mehr als Soforthilfe – sie brauchen Frieden, Stabilität und eine Zukunftsperspektive. Vertriebene müssen in ihre Heimat zurückkehren können. Dafür braucht es einen verlässlichen Waffenstillstand und ein Ende des Krieges.“
Åsmund Grøver Aukrust, norwegischer Minister für internationale Entwicklung:
„Gemeinsam mit meiner deutschen Kollegin möchte ich heute ein klares Signal der Solidarität und Unterstützung senden. Im Libanon zu sein und hier vor Ort mit Vertriebenen zu sprechen, die ihre Heimat verlassen mussten, und mit weiteren Opfern des Konflikts zu sprechen, berührt mich sehr. Wie immer sind besonders gefährdete Gruppen am schwersten betroffen. Und ich bin überzeugt davon, dass der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah nicht mit militärischer Gewalt gelöst werden kann. Meine Hoffnung ist, dass die aktuellen Gespräche zu einem dauerhaften Waffenstillstand führen werden. Wir unterstützen die libanesische Regierung in diesen Bemühungen.“
Im Rahmen ihrer Reise plant die Ministerin, politische Gespräche mit Staatspräsidenten Joseph Aoun, Sozialministerin Haneen Sayed, die auch verantwortlich für die Krisenkoordination des Landes ist, und Bildungsministerin Rima Karami zu führen. Der Schwerpunkt der Gespräche liegt darauf, wie Europa in der akuten Krise weiterhin Unterstützung leisten kann – für Binnenflüchtlinge, Notunterstützung und psychosoziale Maßnahmen - ohne jedoch dabei die langfristigen Themen, wie die Reformbemühungen und den Aufbau staatlicher Strukturen, aus den Augen zu verlieren. Begleitet wird die Ministerin auch von der stellvertretenden UNICEF Exekutivdirektorin, Kitty van der Heijden. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen ist wichtiger Partner vor Ort zum Beispiel bei Bildungsprojekten, oder bei Maßnahmen in Notunterkünften für Binnenflüchtlinge.
Das Entwicklungsministerium (BMZ) arbeitet seit vielen Jahren eng mit dem Libanon in Bereichen wie dem Aufbau von staatlichen Institutionen oder der wirtschaftlichen Entwicklung zusammen. Nach mehr als drei Monaten Krieg ist die Lage im Libanon dramatisch - das Land steht an seiner Belastungsgrenze. Rund eine Million Menschen wurde vertrieben, Hunderttausende sind nach Syrien geflüchtet. Häuser und Infrastruktur wurden zerstört, Versorgungssysteme stehen vor dem Kollaps. Mit der größten pro-Kopf Flüchtlingspopulation weltweit ist die zusätzliche Versorgung der vielen Binnenvertriebenen eine Mammutaufgabe. Viele Menschen sind traumatisiert, in den überfüllten Unterkünfte verschärfen sich die Konflikte. Die verheerenden Folgen des Krieges treffen das Land in einer Phase der vorsichtigen Hoffnung auf politische Veränderungen. Mit dem Besuch unterstreicht Deutschland sein kontinuierliches Engagement für Frieden und Stabilität im Nahen Osten