Pressemitteilung Entwicklungsministerin Alabali Radovan sagt Hilfe für den Nahen Osten zu

31. März 2026 | Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan hat heute in Jordanien weitere Unterstützung für den Nahen Osten zugesagt. Der Irankrieg trifft die Region besonders hart: Durch direkte Angriffe, Zerstörung und Flucht, aber auch durch eine Verschlechterung der Versorgungslage wegen steigender Preise und geschlossenen Grenzübergängen. Das Entwicklungsministerium (BMZ) stellt deshalb Mittel für Jordanien, Libanon und die Palästinensischen Gebiet bereit.

Bundesministerin Alabali Radovan: „Dieser Krieg ist nicht unser Krieg. Aber diese Krise ist auch unsere Krise – und sie betrifft auch uns bereits unmittelbar. Mit dramatischen Folgen, wenn wir nicht gemeinsam alles daransetzen, sie zu bekämpfen. Es geht jetzt um einen baldigen und nachhaltigen Frieden für die Region. Es geht darum, den Menschen Perspektiven vor Ort zu erhalten. Unsere Unterstützung ist deshalb zuallererst Ausdruck von Solidarität mit den Menschen in der Region. Und zugleich liegt sie auch im deutschen Interesse, sie ist sowohl humanitär als auch sicherheitspolitisch und wirtschaftspolitisch geboten.“

Das Unterstützungspaket umfasst Mittel von insgesamt 177 Millionen Euro. Ein Teil war bereits für die Region eingeplant, ein weiterer Teil ergibt sich durch Umschichtungen innerhalb des Haushalts.

  • 50 Millionen Euro aus dem Paket stehen für die Versorgung der syrischen Flüchtlinge in Jordanien zur Verfügung – ein Großteil davon für Lehrkraftgehälter, um den Schulbesuch syrischer Kinder zu ermöglichen. Ein weiterer Teil ist für Beschäftigungsvorhaben im Bereich Abfall- und Recyclingmanagement vorgesehen sowie für die Berufs- und Weiterbildung – gezielt auch in Hinblick auf eine Rückkehr nach Syrien und den dortigen Wiederaufbau.

  • Mit 22 Millionen Euro unterstützt das BMZ – über frühere Zusagen hinaus – die geplante Meerwasserentsalzungsanlage am Roten Meer.

  • 30 Millionen Euro aus dem Paket stellt das BMZ für die Menschen in Gaza und im Westjordanland bereit: Davon 10 Millionen Euro für weitere Unterkünfte, über die 1500 bereits finanzierten und teilweise auch schon in Gaza aufgebauten Behelfswohnungen hinaus. 10 Millionen Euro für die Beschäftigungsförderung im Westjordanland sowie weitere Mittel für die berufliche Bildung von Jugendlichen und das Ankurbeln der Lebensmittelproduktion vor Ort.

  • 75 Millionen Euro sind für den Libanon vorgesehen. Dort hat bisher nur ein Bruchteil der rund eine Million Binnenvertriebenen einen Platz in einer Notunterkunft gefunden, der Rest schläft teilweise unter freiem Himmel oder in Autos. Mit dem Geld werden „Cash for Work“-Maßnahmen finanziert, wie Jobs in den behelfsmäßigen Suppenküchen oder das Nähen von Schlafsäcken für die Menschen auf der Straße. Hinzu kommen Lernmaterialien, damit die Kinder am Fernunterricht teilnehmen können.

Alle drei Länder sind vom Irankrieg betroffen: Jordanien vor allem, weil die Preise steigen, gleichzeitig der Tourismus einbricht und der Staatshaushalt unter Druck gerät – was auch die Versorgung der Millionen Flüchtlinge in Jordanien gefährdet. Schätzungsweise ein Viertel bis ein Drittel der Bevölkerung sind Flüchtlinge, die meisten kommen aus den Palästinensischen Gebieten und Syrien. Die Palästinensischen Gebiete, weil über die Grenzübergänge weniger Hilfe nach Gaza hineingelassen wird, weil die Siedlergewalt im Westjordanland zunimmt, und weil Teile von Raketentrümmern getroffen werden. Und der Libanon als direktes Angriffsziel, mit bereits mehr als 1200 Toten, rund dreieinhalbtausend Verletzten und rund einer Million Binnenvertriebenen.