Pressemitteilung Hamburger Nachhaltigkeitskonferenz: Neue Allianzen für eine nachhaltige und krisenfeste Welt

30. Juni 2026 | Mit neuen Partnerschaften, konkreten Initiativen und dem offiziellen Start der Entwicklungspolitischen Nord-Süd-Kommission (ENSK) ist heute die dritte Hamburg Sustainability Conference (HSC) zu Ende gegangen. Mehr als 1.600 Vertreter*innen aus über 110 Ländern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft vereinbarten in mehr als 60 Veranstaltungen konkrete Schritte zur Bewältigung globaler Herausforderungen – von der Mobilisierung privater Investitionen über Ernährungssicherung bis hin zu gemeinsamen Antworten auf aktuelle globale Krisen wie die Blockade der Straße von Hormus, den Wiederaufbau Syriens und die Bekämpfung von Ebola. Damit unterstreicht die HSC ihre Rolle als zentrale Plattform für internationale Zusammenarbeit mit dem Globalen Süden, internationalen Organisationen und der Privatwirtschaft.

Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan: „Erfolgreiche Antworten auf globale Herausforderungen entstehen durch internationale Zusammenarbeit. Kein Staat kann Frieden sichern, Hunger bekämpfen oder wirtschaftliche Stabilität allein bewältigen. Die Hamburg Sustainability Conference zeigt, dass aus Partnerschaften konkretes Handeln entsteht. Mit der deutschen Entwicklungspolitik schaffen wir Stabilität, eröffnen wirtschaftliche Perspektiven und stärken unsere gemeinsame Sicherheit. Deshalb investieren wir zusammen mit unseren Partnern in nachhaltige Entwicklung - zum Beispiel über smarte Investitionsmodelle mit dem Privatsektor in Afrika – oder, indem wir bei der Bewältigung der Folgen der Blockade der Straße von Hormus die Kräfte aller Akteure bündeln. Wir tun dies im Interesse der Menschen weltweit und auch im Interesse Deutschlands.“

Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan, eröffnete die Konferenz am Montag in der Hansestadt gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der stellvertretenden UN- Generalsekretärin Amina Mohammed.

Die HSC 2026 bringt konkrete Investitionen und Partnerschaften voran

Gemeinsame Antworten auf globale Krisen:

  • Bewältigung der Folgen der Blockade der Straße on Hormus auf den Globalen Süden: Der Krieg trifft die ärmsten Länder der Welt besonders hart; Steigende Energie-, Nahrungsmittel- und Düngemittelpreise verursachen einen Dreifach-Schock, der Hunger und Instabilität verschärft. Verstärkt wird die Krise durch das Klimaphänomen El Niňo, durch das noch mehr Extremwetter zu erwarten ist.

    Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan hat mit dem Administrator des UN-Entwicklungsprogramms, Alexander de Croo, dem Vizepräsidenten von Sierra Leone, Mohamed Juldeh Jalloh sowie der britischen Staatsministerin für Internationale Zusammenarbeit, Baroness Jennifer Chapman eine Erklärung zur Bewältigung der Folgen der anhaltenden Blockade der Straße von Hormus auf den Globalen Süden vorgestellt. Die Partner vereinbaren, ihre Unterstützung zu bündeln und bestehende internationale Initiativen gemeinsam weiter voranzutreiben - zusammen mit weiteren internationalen Unterstützer*innen. Insbesondere sollen Landwirtschafts- und Nahrungsmittelproduktion widerstandsfähiger gegen externe Schocks gemacht werden und der Ausbau und Übergang hin zu erneuerbaren Energien verstärkt werden.

  • Ebola-Ausbruch in der DR-Kongo und Uganda: Hochrangige Abstimmung zu nächsten Schritten der Bekämpfung der Epidemie. Zur Ebola Epidemie kamen auf der HSC Regierungsvertreter*innen aus Afrika und aus Unterstützerländern, sowie Vertreter*innen relevanter internationaler Organisationen zu einem Koordinierungsgruppentreffen zusammen. Dabei wurden konkrete Unterstützungsmaßnahmen in der akuten Lage bekräftigt und zur weiteren engen Abstimmung mit allen Akteuren für die Bewältigung des Ebola-Ausbruchs aufgerufen. Zu den Teilnehmenden gehörten neben Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan, der Gesundheitsminister der Demokratischen Republik Kongo, Dr. Samuel Roger Kamba Mulamba, der Generaldirektor der Africa Centres for Disease Control (Africa CDC), Dr. Jean Kaseya, der WHO Vertreter Abdirahman Sheik Mahamud sowie die britische Staatsministerin für Internationale Zusammenarbeit, Baroness Jennifer Chapman.

  • Lage in Nahost – Wiederaufbau Syrien: Gemeinsam mit hochrangigen Entscheidungsträger*innen aus Syrien, Europa und der Golfregion wurden Empfehlungen für den Wiederaufbau und Stärkung der Resilienz in Syrien erarbeitet. Sie sollen einen Beitrag zur Stabilisierung der gesamten Region leisten. Die Beratungen knüpfen an die Vorarbeiten der Middle East Consultation Group auf der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz an.

Mobilisierung privaten Kapitals für nachhaltige Entwicklung:

  • Dieses Jahr wurde auf der HSC im Rahmen der SCALED-Initiative die Gründung des neuen Unternehmens SCALED Development verkündet, mit Deutschland und Kanada als öffentlichen Partnern, sowie Allianz und Zurich Insurance Group aus der Privatwirtschaft. SCALED treibt Standardisierung für nachhaltige Investitionen im Globalen Süden weiter voran. Die standardisierten Blended-Finance-Instrumente sollen es erleichtern, öffentliche und private Mittel zu bündeln und dadurch deutlich mehr privates Kapital für Investitionen zu mobilisieren.

  • Investitionen in Wasser-Resilienz mit größter Brauereigruppe der Welt: Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit und die weltweit größte Brauereigruppe, InBev, haben eine gemeinsame Vereinbarung zum bewussteren Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser geschlossen. Das Memorandum of Understanding (MoU) soll Grundlage sein, um den Wasserverbrauch und die Wasserverschmutzung in Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zu verringern und damit auch die Wasser-Resilienz zu stärken.

  • Aktuell fließen nur knapp ein Prozent des globalen Risikokapitals nach Afrika. Investoren werden häufig durch potentielles Risiko und fehlende Marktkenntnis abgeschreckt. Auf der HSC wurde über die Initiative Innovative Kapitalmobilisierung in Afrika (ICAMA) der erste Kapitalabschluss angekündigt. Das Modell mobilisiert afrikanisches Kapital – insbesondere von Pensionsfonds in Afrika – für Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen und Start-ups.

  • Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) hat mit dem japanischen Versicherungsunternehmen Mitsui Sumitomo Insurance Group (MSIG) eine Investmentvereinbarung von bis zu 425 Millionen USD abgeschlossen. Damit wird ein entwicklungspolitischer Investitionsfonds für nachhaltige Projekte gestärkt, der weiteres institutionelles Kapital für Privatsektorinvestitionen in risikoreicheren Märkten (z.B. in Afrika) mobilisiert.

  • Im Rahmen der Initiative Sichere Ernährung, stark für's Leben, die sich den Jüngsten unserer Welt und den entscheidenden ersten Jahren im Leben eines Kindes widmet, hat das BMZ gemeinsam mit über 30 Partnern – privatwirtschaftlichen Partnern aus der Ernährungs- und Chemieindustrie, Partnerländern sowie internationalen Organisationen wie UNICEF und dem Welternährungsprogramm – einen gemeinsamen „Call to Action“ auf den Weg gebracht. Ziel ist es, konkrete Maßnahmen für eine bessere Ernährung in den ersten 1.000 Lebenstagen von Kindern weltweit voranzubringen.

Internationale Zusammenarbeit weiterentwickeln und multilaterale Reformen voranbringen:

  • Die von der Bundesregierung eingesetzte Entwicklungspolitische Nord-Süd-Kommission (ENSK) wurde auf der HSC offiziell gelaunched. Die ENSK wird die internationale Zusammenarbeit gemeinsam mit Partnern aus Nord und Süd strategisch weiterentwickeln und Reformideen für gerechtere, wirksamere und tragfähigere Partnerschaften voranbringen. Den gemeinsamen Vorsitz übernehmen Laura Chinchilla, ehemalige Präsidentin Costa Ricas, und Olaf Scholz, Bundeskanzler a.D..

  • Als Beitrag für den Reformprozess UN80 hat das BMZ mit weiteren Partnern der Allianz „Supporters of the UN Development System“ einen gemeinsamen Empfehlungskatalog erarbeitet. Ziel ist es, die Zusammenarbeit der Organisationen der Vereinten Nationen zu verbessern, Bürokratie abzubauen und die Wirksamkeit des UN-Entwicklungssystems zu stärken. Die Empfehlungen wurden der stellvertretenden Generalsekretärin der Vereinten Nationen Amina J. Mohammed übergeben.

Ausblick

Die auf der HSC 2026 vereinbarten Partnerschaften, Initiativen und Investitionen werden nun gemeinsam mit den beteiligten Akteuren umgesetzt, weiterentwickelt oder in internationale Prozesse eingebracht. Die nächste Hamburg Sustainability Conference findet im Juni 2027 statt.

Einen Überblick über die hochrangigen Teilnehmenden der Hamburg Sustainability Conference 2026, zu denen neben Bundespräsident Steinmeier, Entwicklungsministerin Alabali Radovan und Umweltminister Schneider zahlreiche weitere Minister*innen aus aller Welt, Führungspersönlichkeiten internationaler Organisationen sowie der Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft gehören, finden Sie hier.

Die HSC wurde 2024 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gemeinsam mit dem UN-Entwicklungsprogramm (UNDP), der Freien und Hansestadt Hamburg sowie der Michael Otto Stiftung ins Leben gerufen. Sie hat sich als zentrales Forum für internationale Zusammenarbeit etabliert und bringt führende Persönlichkeiten aus Regierungen, internationale Organisationen, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um konkrete Allianzen und Lösungen für globale Herausforderungen auf den Weg zu bringen.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Hamburg Sustainability Conference sowie Eindrücke der Veranstaltung finden Sie hier (Externer Link).